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29. Sonntag C

29. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 20. Oktober 2019

1. Lesung: (Ex 17,8-13) Moses Gebetsstärke – Israels Kampfesstärke
2. Lesung: (2 Tim 3,14- 4,2) Der treue Glaube wird dich retten
Evangelium: (Lk 18,1-8) Beharrliches Gebet der Witwe hat Erfolg

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Macht.Los.Leben (29.B)

„Jesu Stellung zu Macht und Machtlosigkeit“

Sonntag, 21. Oktober 2018

Liturgische Texte zum 29. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Psalm 17,6.8)
Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,
birg mich im Schatten deiner Flügel.

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
du bist unser Herr und Gebieter.
Mach unseren Willen bereit,
deinen Weisungen zu folgen,
und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 53,10-13)
Er gab sein Leben als Sühnopfer hin; er wird Nachkommen sehen und lange leben

Antwortpsalm: Psalm 33,4-5.18-19.22 u. 22
Lass deine Güte über uns walten, o HERR, denn wir schauen aus nach dir.

ZWEITE Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 4,14-16)
Lasst uns voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade

Ruf vor dem Evangelium (Mk 10,45)
Halleluja. Halleluja.
Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 10,35-45)
Der Menschensohn ist gekommen, um sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 10,35-45 (= Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis B)

Jesu Stellung zu Macht und Machtlosigkeit

35 Und es gingen zu ihm Jakobus und Johannes
die Söhne (des) Zebedäus
sagend (zu) ihm:
Lehrer, wir wollen,
dass – was wir dich bitten – du (es) uns tust.

36 Der aber sprach
(zu) ihnen:
Was wollt ihr, (was) ich – ja ich – (für) euch tun
soll?

37 Die aber sprachen
(zu) ihm:
Gib uns,
dass einer dir zur Rechten
und einer an deiner Linken
Sitz (bekommen)
in der Herrlichkeit (von) dir.

38 Der aber Jesus sprach zu ihnen:
Nicht wisst ihr, (um) was ihr bittet.
Vermögt ihr (zu) trinken den Kelch (des Zornes Gottes)
den ich – ja ich – trinke
oder die Taufe (in Leid und Sterben hinein)
die ich – ja ich – getauft bin,
getauft zu werden?

39 Die aber sprachen (zu) ihm:
Wir vermögen es.

Der aber Jesus sprach
(zu) ihnen:
Den Kelch (des Leidens und Sterbens),
den ich – ja ich – trinke,
werdet ihr trinken
und die Taufe,
(mit) der ich – ja ich – getauft bin,
werdet ihr getauft werden,

40 das aber Sitz(nehmen)
zur Rechten mein und an der Linken
nicht ist es mir zu vergeben [an andere]
sondern für die es bereitet worden ist
[von dem Vater mein].

41 Und (dies) hörend
die Zehn fingen an entrüstet (zu) sein
über Jakobus und Johannes.

42 Und herzurufend sie (=die Zehn)
der Jesus sagt (zu) ihnen:
Ihr wisst (folgendes):
die meinen,
die Anführer der Nationen zu sein,
sie herrschen über diese,
und die Großen unter ihnen
missbrauchen ihre Vollmacht über diese.

43 Nicht derart aber ist es / [soll es sein] bei euch;
sondern wer gleichsam ein Großer werden will
bei euch,
er soll sein euer Diener;
44 und wer gleichsam bei euch sein will Erster,
er soll sein aller Knecht;

45 und nämlich der Sohn des Menschen
nicht gekommen ist
bedient zu werden,
sondern zu dienen,
und zu geben das (psychische) Leben sein
(als) Lösendes zugunsten vieler.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Wer bei euch groß sein will…

mk-10.35-45a

Vom Herrschen und Dienen – zu Mt 10.35-45 – (c) G. M. Ehlert, Okt. 2018

…der soll euer Diener sein.“

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Impuls zum Evangelium

zum 29. Sonntag im Jahreskreis B

Wem dient die Macht – wer macht den Dienst?

„Jesus, der Menschensohn
kam nicht, um sich bedienen zu lassen,
er diente anderen und setzte sein Leben ein,
uns zu befreien.“

  • Sich die beste Machtposition sichern

Das Gerangel der beiden Apostel Jakobus und Johannes um die besten Ministersessel im Kabinett der künftigen Regierung Jesu

Auf die Frage von Journalisten heißt es von Politikern gebetsmühlenartig:
„Erst kommen die Sachfragen, dann die Personalfragen“

  • Zuerst die Klärung der Inhalte – dann die Postenverteilung“

Zur Sache:
„Könnt ihr (von) dem Kelch trinken, den ich trinke?

Durch Leid und Tod hin zur Auferstehung = Weg der Erlösung. – Jesus spricht von Passion – die Jünger denken nur an eigene Positionen in einem messianischen Reich hier auf Erden.

  • Wem dient die Macht? – und: Wer macht den Dienst?

Jesu Wort von Machtmissbrauch und Dienstbarkeit

Wem dient die Macht?
Die Macht dient den Machthabern all zu oft zum Machtmissbrauch:
– die Anführer der Staaten werden zu Diktatoren und unterdrücken das Volk,
– die an Einfluss reichen Personen/Gruppen nutzen die Dienste der Bevölkerung aus.

Wer macht den Dienst?
– Christen werden groß, indem sie aus Liebe einander dienen!
– Christen werden an erster Stelle sein, Aufgaben für andere zu übernehmen

  • Voraussetzungen für einen „Ministerposten“ im Reich Gottes

Jesus nimmt die Auseinandersetzung um das rechte Herrschen und Dienen zum Anlass, sein eigenes Leben als Maßstab für die Jünger zu beschreiben. Und er vermittelt seinen Jüngern den eigentlichen Sinn seines Lebens, die tiefste Motivation für sein Leben und Sterben:

»Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.« (Mk 10,45)

wörtlich: … sein Leben – zu geben – als Lösendes – für viele

Christus ist gekommen, um…
seine Lebenskräfte einzusetzen zur Befreiung von vielen;

Jesu Wirken in Vollmacht ist Dienst an den Menschen. Er dient ihnen, indem er sie aus der Macht der Dämonen befreit und das Leben in ihnen hervorlockt.

heute: alle Frauen u. Männer, die ihr Leben in den Dienst der Heilung von Krankheiten oder der Befreiung von Ängsten… stellen

mit seinem Leben das Lösegeld zu bezahlen an Stelle von vielen
= sie freizukaufen von den Mächten des Bösen

heute: alle, die sich für die Entschuldung von Menschen bei uns oder von ganzen Völkern in der Welt einsetzen

sein Leben zu verschenken als Lösepreis zugunsten von vielen
= liebevolle Hingabe im Dienst am Nächsten

sein Leben einzubringen zur Erlösung stellvertretend für viele
= einer stirbt für alle, damit alle das Leben erben

Jesus versteht sein stellvertretendes Sterben zugleich als Dienst. Er dient anstelle des Sklaven, damit der Sklave frei wird. Sein Dienen kommt in seinem Tod zur Vollendung, der uns aus aller Gebundenheit an versklavende Mächte löst.

in unserer Zeit z.B. der Heilige Maximilian Kolbe, der stellvertretend für einen polnischen Bauern im KZ in den Tod ging, damit dieser Bauer am Leben bleiben konnte.

sein Leben hinzugeben als Lösepreis für viele
= Kreuzestod als Sühneopfer zur Tilgung unserer Sünden

Jesus schaut vor auf sein Leiden, das er schon dreimal angekündigt hat. Bisher hat er immer nur von der Tatsache des Leidens gesprochen. Jetzt zeigt er, welchen Sinn sein Sterben hat: Auch wenn Jesus am Kreuz gewaltsam stirbt, so ist sein Tod doch seine eigene Tat. Er selbst gibt sein Leben hin als Lösepreis für viele.

Das Bild vom Lösepreis für die Vielen – damit sind nicht nur die Juden, sondern auch die Heiden gemeint – versteht den Tod Jesu als befreiende Tat. Wir, die wir wie Sklaven gebunden sind an irdische Herren, die in inneren Zwängen gefangen sind, die von Leidenschaften und Bedürfnissen beherrscht werden, werden aus der Macht der Dämonen herausgelöst. Wir werden gelöst und erlöst. Wir werden frei.

  • sein Leben – zu geben – als Lösendes – für viele

Wer will auf diese Weise ein „Ministeramt“ = „einen Dienstbereich“ um mit seinen Möglichkeiten „Diener der Diener aller“ zu sein?

Fazit:

„Jesus, der Menschensohn
kam nicht, um sich bedienen zu lassen,
er diente anderen
und setzte sein Leben ein,
uns zu befreien.“

* * *
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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 33: Gottes Wirken in Schöpfung, Geschichte im eigenen Leben

–> zum Evangelium: Arbeitsübersetzung mit Erläuterungen: Mk 10.35-45

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 29.S.i.J.B

–> Überblick über die Evangelien vom 27.-29. Sonntag i.J. B: „Das Reich Gottes im Blick“ Jesu Aussagen zu Ehe/ Ehelosigkeit, Besitz/ Besitzlosigkeit und Macht/ Machtlosigkeit

–> Oktober = Rosenkranzmonat, siehe: Rosenkranzgebet

–> Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 16. Okt. 2018