Schlagwort-Archive: 2. Sonntag

2. Fastensonntag C

2. Fastensonntag (= „Reminiscere“) –
Jahreskreis C

Sonntag, 17. März 2019

Liturgische Texte zum 2. Fastensonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers:

Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiae tuae, quae a saeculo sunt: ne umquam dominentur nobis inimici nostri: libera nos Deus Israel ex omnibus angustiis nostris.

Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit. Lass unsere Feinde nicht triumphieren! Befreie uns, Gott Israels, aus all unseren Nöten.
(Ps 25,6.2.22)

2-Reminiscere

Tagesgebet
Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Genesis (Gen 15,5-12.17-18)
Abraham glaubte dem HERRN – der HERR schloss mit ihm einen Bund

Antwortpsalm: Ps 27, 1.7-8.9.13-14
„Der HERR ist mein Licht und mein Heil“

2. Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi (Phil 3,17 – 4,1)
Christus wird uns verwandeln in die Gestalt seines verherrlichten Leibes 

Ruf vor dem Evangelium (Mt 4,4b) 
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium nach Lukas (Lk 9,28b-36)
Während Jesus betete, veränderte sich das Aussehen seines Gewandes

* * *

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EvangelientextLk 9,28b-36 (Studienübersetzung)

28 Es geschah aber nach diesen Worten ungefähr acht Tage
und beiseite nehmend (den) Petrus und (den) Johannes und (den) Jakobus
er stieg hinauf auf den Berg, um zu beten.

29 Und es geschah in dem beten/ während er betet
das Aussehen des Gesichtes von ihm – verändert
und das Gewand von ihm leuchtend/ weiß strahlend.

30 Und siehe –
zwei Männer sprachen miteinander mit ihm
der eine, der war Mose und (der andere) Elia,

31 die waren sehend gemacht worden in Herrlichkeit/ Glanz
sie sagten den Hinausweg/ Exodus/ Ausgang/ Auszug von ihm
der im Begriff sei/ der sich sollte erfüllen/ vollständig werden in Jerusalem.

32 Der aber Petrus und die mit ihm
sie waren beschwert/ bedrückt/ belästigt worden vom Schlaf;
vollends wach werdend aber sahen sie die Herrlichkeit/ den Glanz von ihm
und die zwei Männer, die zusammenstehen (mit/ bei) ihm.

33 Und es geschah
in dem sich trennen ihrer von ihm
sprach der Petrus zu dem Jesus:
Vorsteher/ Meister/ Lehrer – ideal/ gut/ schön ist es uns, hier zu sein
und wir mögen/ können machen Geräte des Schattens/ Zelte/ Hütten – drei –
eine für dich und eine für Mose und eine für Elia
nicht (ein-)sehend was er sagte.

34 Dieses aber er sagend/ während er dieses zu ihm sagte
geschah/ wurde (eine lichte) Wolke
und überschattete diese
sie erschraken/ fürchteten sich/ bekamen Ehrfurcht in dem hineingeraten von ihnen in die (lichte) Wolke.

35 Und eine Stimme geschah aus der (lichten) Wolke sprechend:
„Dieser – er ist – der Sohn (von) mir – der auserwählte (für mich) –
(auf) diesen höret!“

36 Und in dem Geschehen der Stimme
es wird befunden Jesus allein
und diese schwiegen/ verschwiegen
und nicht einem abkündigten/ verkündigten sie in jenen der Tage
nicht eines, was sie gesehen hatten.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Verklärung Christi“

Verklärung Christi – (c) G. M. Ehlert, 2008

Blau

Blau des weiten Himmels
Blau des tiefen Meeres 

Aus der Nähe betrachtet
sieht man nicht
das Blau der Luft des Himmels
das Blau des Wassers des Meeres 

Nur ein Blick in die Weite und Tiefe
entdeckt das Blau der Sehnsucht
das Blau des unfassbaren Geheimnisses 

Blau

Blau der Treue des himmlischen Vaters
Blau des tiefen Glaubens 

Mitten darin
Klarheit
Licht der Herrlichkeit
Gottes
Licht der Klärung:

„In Deinem Licht schauen wir das Licht…“
„Jesus Christus – Gottes geliebter Sohn – auf IHN gilt es zu hören!“ 

Alles klar?!
dann geht es hinab
kraft des Glaubens
die Treue Gottes den Menschen zu zeigen.

(G. M. Ehlert)

vgl. auch die Bildmeditation zu Mt 17,1-9

* * *

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Impulse

Aufstieg:

Heraus aus der Ebene des Alltags
Hinauf auf einen hohen Berg
– Überblick gewinnen
– Durchblick bekommen
– Ausblick erhalten.

Gipfelerfahrung:

Jesus sprach von Kreuz und Kreuzesnachfolge
Er nimmt drei Vertraute mit hinauf auf einen hohen Berg:
– Ort der Gottesbegegnung – wie bei Mose und Elija
– Ort der Gottesoffenbarung – in Jesus leuchtet Gottes Herrlichkeit auf
– Ort der Gottesmitteilung: „Dieser ist mein geliebter Sohn; auf IHN sollt ihr hören“

Abstieg: 

Wieder herein in die Ebene des Alltags –
hinab mit der Erfahrung von „Lichtsekunden“ für dunkle Stunden
– im Rückblick auf die Nähe Gottes – erneuter Hinblick auf die Menschen
– mit dem Einblick in verheißene Herrlichkeit – erneuter Anblick der Realität
– aus dem gestärkten Glauben mit erneuter Liebeskraft der verheißenen Hoffnung entgegen.

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung: zu Abraham

–> zum Antwortpsalm: Psalm 27: Geborgenheit in Gott

–> 2. Lesung: –

–> Evangelium: Lk 9,28-36
siehe auch: Verklärung (Markus 9,2-10) und „Ver-klärung“ (Mt 17,1-9)

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 2. Fastensonntag i.J. C

Gedenktage:

– 17. März: Patrick = g
– 19. März: Josef = H

* * *

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Stand: 11. März 2019

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ –
Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit
2. Fastensonntag: Reminiscere
3. Fastensonntag: Oculi
4. Fastensonntag: Laetare
5. Fastensonntag: Iudica
Palmsonntag: Palmarum
Ostern: Resurrexi

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

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Kommt und seht (2.B)

2. Sonntag im Jahreskreis (B)

14. Januar 2018

Eröffnungsvers (Ps 66,4)
Alle Welt bete dich an, o Gott, und singe dein Lob,
sie lobsinge deinem Namen, du Allerhöchster.

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: 1 Sam 3,3b-10.19 
Rede, HERR! Dein Diener hört

Antwortpsalm: Psalm 40,2.4ab.7-8.9-10

2. Lesung: 1 Kor 6,13c-15a.17-20 
Eure Leiber sind Glieder Christi

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 1,41.17b)
Halleluja. Halleluja.
Wir haben den Messias gefunden, den Gesalbten des HERRN.
Die Gnade und die Wahrheit sind durch ihn gekommen.
Halleluja!

Evangelium: Joh 1,35-42 
Sie folgten Jesus und sahen, wo er wohnte, und blieben bei ihm

 

zum Sonntagsevangelium:  

Suchen und IHN finden – Gedanken zu Joh 1,35-51 

Am Anfang der Schrift – im Buch Genesis – dem Buch vom Ursprung, da ist Gott auf der Suche – nach dem Menschen: „Adam, wo bist du?“ (Gen 3,9) –
Das ist die erste Frage, die uns die Heilige Schrift aus dem Munde Gottes überliefert.

Was sucht ihr? - Kommt und seht!

Am Anfang des Johannesevangeliums – da blickt sich Jesus um,
und als er die beiden Menschen sieht, die auf der Suche nach Jesus Christus sind,
da fragt ER sie: „Was sucht ihr?“ (Joh 1,38 ) –
Das ist die erste Frage, die uns der Evangelist Johannes
aus dem Munde Jesu Christi überliefert.Die beiden Jünger antworten auf diese Frage mit einer Gegenfrage:
„Rabbi, wo ist deine Bleibe?“ – Wo wohnst du? – Wo ist dein Zuhause?
ER lädt sie ein: „Kommt, und ihr werdet sehen.“
Und sie – sie gehen mit ihm und sahen, wo er wohnte.

Sie haben gesucht. Und haben das Gesuchte gefunden.

Was suchen wir?
Wen suchen wir?
Wo suchen wir?
Bei wem suchen wir den Gesuchten?
Suchen wir Gottes Sohn?
Wo suchen wir IHN?
Bei wem suchen wir IHN?

Was ist unsere erste Frage, wenn wir IHN finden?
Fragen auch wir danach, wo ER wohnt?
„Gott wohnt, wo man IHN einlässt.“
Lassen wir Gott bei uns herein?
Lassen wir uns auf Gott ein?

„Wer sucht, der wird finden!“ (Mt 7,8 )


Impuls zu den biblischen Texten vom 2. Sonntag i.J. B

Wo wohnt Gott? – Wo finde ich IHN?

Droben, im Himmel?
Drüben, im Tempel?
Nebenan, im Mitmenschen?
In mir, im eigenen Herzen?

– Samuel wird von Gott gerufen, als er im Tempel ist (1 Sam 3,1-19).
– Zwei Jünger des Johannes kommen zu Jesus und sehen, wo er zuhause ist (Joh 1,35-42).
– Paulus erinnert uns daran, dass wir ein Tempel Gottes sind, dass Gottes Geist in uns wohnt (1 Kor 6,19).

Wo findest Du Gott? –
In der Stille der Kirche?,
in der Begegnung mit Christus – in seinem Wort u. Sakrament?;
im Hören auf die leise Stimme des eigenen Herzens?

 

siehe auch:

zu Paschalamm + Opferlamm + Osterlamm: “Seht-das-Lamm-Gottes

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Taufe Jesu

Taufe des Herrn (1 B) – Fest

zum Festevangelium Mk 1,7-11 siehe Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert zu Mk 1,9-15.

Mit dem Fest der „Taufe des Herrn“ am Sonntag nach der Erscheinung des Herrn (Epiphanias / Hl. Drei Könige) schließt der Weihnachtsfestkreis und beginnen die Sonntage im Jahreskreis. (Im Jahr 2018 ist dies der Jahreskreis B).

Mit der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer beginnt nach ca. 30 Jahren des verborgenen Lebens in Nazaret nun sein ca. 3-jähriges öffentliches Wirken in Galiläa und Judäa.

Taufe-Jesu1

Eine Bildmeditation zur Taufe Jesu im Jorden

Jesus setzt eine symbolträchtige Handlung an den Beginn seines öffentlichen Wirkens.
Er lässt sich von Johannes dem Täufer taufen d.h. er stellt sich in eine Reihe mit all denen, die bereit sind, zu Gott zurückzukehren.

Diese Taufe findet statt am tiefsten Punkt der Erdoberfläche. (ca. 395 m unter dem Meeresspiegel).

Hier zog einst das Volk Israel „über den Jordan“ hinein ins gelobte Land – angeführt durch Joschua. Nun zieht das „neue Volk Israel“ unter dem neuen Joschua = Jesus hinein ins Reich Gottes, das in der Gemeinschaft mit Jesus seinen Anfang nimmt.

Gedanken zum Festtag – die Antiphonen zu Magnificat u. Benedictus aus dem Stundengebet der Kirche:

„Der uns im Wasser der Taufe von der alten Verderbnis reinigt,
uns neu schafft und mit Unvergänglichkeit bekleidet,
er, unser Heiland, kommt heute zum Jordan und erbittet von Johannes die Taufe.“
(Magnificat-Antiphon, 1. Vesper)

„Christus wird getauft, und die Welt wird geheiligt.
Er schenkt uns Nachlass der Sünden;
wir werden gereinigt durch Wasser und Geist.“
(Benedictus-Antiphon, Laudes)

„Christus hat uns geliebt und durch sein Blut von unseren Sünden erlöst.
Er machte uns zu Königen und zu Priestern für Gott, seinen Vater.
Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.“
(Magnificat-Antiphon, 2. Vesper)

zum Fest „Taufe des Herrn“ siehe auch weitere Blogbeiträge:


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Gedanken – Meditationen – Einblicke

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(c) G. M. Ehlert

 

das Lamm Gottes (2. A)

 


Seht das Lamm Gottes,
das hinwegträgt die Sünde der Welt

Osterlamm

„Osterlamm“ – Zeichnung von G. M. Ehlert, 2004

Die liturgischen Texte des 2. Sonntages im Jahreskreis A 

(15. Januar 2017)

Eröffnungsvers (Psalm 66,4)
„Alle Welt bete dich an, o Gott, und singe dein Lob,
sie lobsinge deinem Namen, du Allerhöchster.“

1. Lesung: Jes 49,3.5-6
Ich mache dich zum Licht für die Völker
–> Jes 49,1-6 = 2. Gottesknechtslied

Antwortpsalm (Ps 40,2.4ab.7-8.9-10)

2. Lesung: 1 Kor 1,1-3
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus

Ruf vor dem Evangelium: (Joh 1,14a.12a)
Halleluja. Halleluja.
Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Allen, die ihn aufnahmen,
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.
Halleluja

Evangelium: Joh 1,29-34
Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt
–> siehe auch Joh 1,29-51 (eine wortgetreue Arbeitsübersetzung)

Liturgische Texte – siehe auch Schott: 2. Sonntag im Jahreskreis A

 

Zeugnistag

zum Evangelium Johannes 1,29-34:

Johannes stellt uns Jesus vor:
„Seht, das Lamm Gottes,
das hinwegträgt die Sünde der Welt“

Bald ist wieder Zeugnistag – Lehrer stellen über ihre Schüler ein Zeugnis aus, wie sie die schulischen Leistungen erlebt hatben…
Ein anderer Zeugnistag kann unvorbereitet kommen,
wenn einer zum Augenzeugen z.B. eines Unfalls wird
und aufgerufen wird, davon Zeugnis zu geben, was er gesehen und erfahren hat.
Und auch in der Kirche werden Zeugen gesucht, die bezeugen können, was sie von Jesus erfahren haben.

  • Johannes legt Zeugnis ab über Jesus

Im heutigen Evangelium stellt Johannes der Täufer Jesus seinen Zuhörern vor,
so wie Prominente in einer Fernsehshow vom Moderator vorgestellt werden, bevor sie selber zu Wort kommen.
Und er legt dabei ein Zeugnis darüber ab, wie er selbst Jesus erfahren hat.

Doch wie stellt Johannes seinen „Stargast“ vor?

„Seht, das Lamm Gottes,
das hinwegnimmt die Sünde der Welt“

Ich tue mich schwer mit dieser Kennzeichnung Jesu.
Und was verbinden Sie mit diesem Vergleich?

Lamm! ? = „Lammfromm“ – „Opferlamm“ – Tiersymbol für Reinheit, Unschuld, Arglosigkeit

Die Hörer des Johannes damals dachten bei dem Vergleich mit einem Lamm sicher an:
– das Opferlamm, das zum Schlachten geführt wird;
Das Buch Jesaja 53,6-7: Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn (=den Gottesknecht) die Schuld von uns allen.
Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.

– das Paschalamm (Ex 12)
das Blut des Lammes, das an die Türpfosten gestrichen wurde, verschonte das Volk Israel vor dem angekündigten Unheil

– das Lamm, das auf dem Thron sitzt (Offenbarung des Johannes)
wird gefeiert als Sieger über alle Mächte des Bösen

Und Johannes, der Täufer bezeugt, was er im Glauben gesehen hat, als er Jesus im Jordan getauft hat:
Ich sah den Geist Gottes herabsteigen –
wie eine Taube aus dem Himmel –
und er blieb auf ihm.

Das war für ihn das deutliche Zeichen, dass dieser Jesus von Gott erwählt ist, dass dieser Jesus Gottes Sohn ist,
der gekommen ist, um die Menschen mit dem Geist Gottes zu erfüllen.

  • Zeugnis über Jesus – in der Eucharistiefeier

Vor der Heiligen Kommunion erhebt der Priester die gebrochene Hostie und weist auf sie hin mit den Worten Johannes, des Täufers: „Seht! Das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt“ –

Seht! So ist Jesus Christus hier gegenwärtig: als stärkendes Brot, das sich für uns zerbrechen lässt, damit wir alle Anteil erhalten an seinem göttlichen Leben.

Wer die göttliche Größe dieses Liebesgeschenkes im Glauben (an-)erkennt, der wird zugleich voller Betroffenheit – wie der heidnische Hauptmann aus Kafarnaum sagen: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort und meine Seele wird gesund“

Und er darf Christi Einladung hören und auf sich beziehen: „Selig, wer zum Mahl des Lammes geladen ist!“

  • Zeugnis ablegen über Jesus – im Alltag

Und dann – nach der Kommunion mit Christus – sendet der HERR uns aus, IHN den Menschen von heute vorzustellen

Wir müssen andere Bilder und Vergleiche finden, um den Menschen von heute deutlich zu machen, dass Jesus der Retter, der Heiland und Erlöser der Menschen ist.

Er lebt Gottes Liebe ohne weltliche Machtmittel und ist bereit, dass andere diese wehrlose Liebe ausnutzen. –
Er ist wie ein Lamm, das in unserer wölfischen Welt kaum eine Chance hat. Jesus solidarisiert sich mit den Wehrlosen. Damals wie heute.

Und er sendet auch seine Jünger ohne beeindruckende Machtmittel in die Welt – wie Schafe mitten unter die Wölfe.

Das ist das Provozierende – damals wie heute –

Jesus lebt vor, dass die Ohnmacht der Liebe letztlich mächtiger sein wird als alle Mächte und Bedrohungen dieser Welt.

Wie schwer fällt es uns jedoch, dies wirklich zu glauben und aus diesem Geist zu leben.

Auch wir sind aufgerufen, zu entdecken, wer dieser Jesus für uns ist
und davon Zeugnis abzulegen.

Haben sie schon eine Vorstellung, was Sie sagen können,
wenn Sie als Zeuge gefragt werden, wer dieser Jesus für Sie ist?

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Erstes Zeichen Jesu

Zweiter Sonntag im Jahreskreis (C) (17. Januar 2016)

1 Lesung: Jes 62,1-5 „Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich“

2. Lesung: 1 Kor 12,4-11 „Ein und derselbe Geist teilt einem jeden seine besondere Gabe zu, wie er will“

Evangelium: Johannes 2,1-11 Jesus bei der Hochzeit zu Kana

1 Und an dem Tag dem dritten* (= Dienstag, Tag der Wende zum Guten)
eine Hochzeit geschah zu Kana in Galiläa* (a) Kafr Kenna seit 17.Jh.
oder b) Chirbet Kana bis 16. Jh. Ort des Gedenkens an das Weinwunder Jesu)

und es war die Mutter des Jesus dort.

2 Es wurde gerufen aber auch Jesus und seine Jünger zu der Hochzeit.

     3 und da/als es mangelte an Wein,
      sagt die Mutter des Jesus zu ihm:
      „Keinen Wein haben sie (mehr)!“* (= Maria als Fürsprecherin)

     4 (Und) es sagt zu ihr (der) Jesus:
      „Was (ist zwischen) mir und dir, Frau?
      Noch nicht gekommen ist meine Stunde.*“
(= Stunde der Verherrlichung durch Christi Tod am Kreuz)

          5 Sagt seine Mutter zu den Dienern:
           „Das was gegebenenfalls ER euch sagen möge, tut es!“*
(= einziger Rat Mariens in der Bibel – Maria = „Mutter vom Guten Rat“)

               6 Es waren aber dort
                steinerne Wasserkrüge sechs*
                (= steinerne Krüge nur zw. 19 v.Chr. bis 70 n.Chr.)

                – wie es die Reinigungsvorschrift der Juden vorschreibt
                Raum gebend je zwei bis drei Maß*. (= 1 Maß = ca. 22 l)

                    7 Es sagt zu ihnen Jesus:
                     „Füllt die Wasserkrüge mit Wasser!“
                     Und sie füllten sie bis oben.

               8 Und er sagt zu ihnen:
                „Schöpft nun und bringt dem Tischaufseher.“
                Sie brachten ihm also.

9 Wie aber der Tischaufseher
das zu Wein gewordene Wasser   

gekostet hatte
und nicht erkannte, woher es war
– die Diener jedoch, die das Wasser geschöpft hatten, erkannten es -,

da ruft der Tischaufseher den Bräutigam
10 und sagt zu ihm:
„Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor,
und wenn sie berauscht sind, den geringeren –
du hast aufbewahrt den guten Wein bis jetzt.“

11 Dies wirkte – als Anfang der Zeichen* – Jesus (in Joh = 7 wunderbare Zeichen)
zu Kana in Galiläa
und aufschien seine Herrlichkeit.

Und seine Jünger glaubten an ihn.

Das erste Zeichen Seiner Herrlichkeit

 

1. „Was ER euch sagen wird, das tut!“

Die Hochzeit zu Kana ist das erste öffentliche Auftreten Jesu nach seiner Taufe und der ersten Jüngerberufung, von dem uns der Evangelist Johannes berichtet.
Auch Maria, die Mutter Jesu wird uns hier das erste Mal von Johannes vorgestellt.
Marias Wirken geschieht in der Stille – ohne große Worte.
Um so gewichtiger sind die beiden einzigen Worte, die Johannes von ihr überliefert.

Diese Worte bilden das Vermächtnis Mariens an uns – ihr Testament.

Das erste Wort ist eine an Jesus gerichtete Bitte:
HERR, „sie haben keinen Wein mehr“.


Diese Bitte zeigt, Maria ist aufmerksam. Sie sieht die Not der Menschen.

Der Wein ist ausgegangen – die Menschen haben nichts mehr, das ihnen Freude bereiten kann. Das Lachen bleibt ihnen im Halse stecken – bei all dem Leid, Krieg und Tod.

Wenn nicht bald Abhilfe geschaffen wird, geht das Fest des Lebens zuende.
Marias Bitte entspringt ihrer Sorge um die Menschen.
Sie bittet Jesus um ein Wunder.
Gib den Menschen den Wein, „der das Herz des Menschen erfreut“ (Psalm 104,15) – einen Vorgeschmack himmlischer Herrlichkeit
Dieses erste Wort Mariens zeigt:
sie ist unsere Fürsprecherin bei Gott.
.
„Was ist zwischen mir und dir, Frau? –
Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“
Weist Jesus dieses Wort Mariens zurück?

Es klingt wie eine schroffe Ablehnung aus dem Mund Jesu.
Ist Jesus so hartherzig?
Im Gegenteil. Er ist viel barmherziger als wir es ahnen können.
Er gönnt uns nicht ‚ein bisschen Freude‘,
er will nicht unsere Feste verschönern.
Ihm geht es um alles.
Er will uns ewiges Leben und ewige Freude schenken.
Doch diese „Seine Stunde“ – unsere Erlösung durch Jesu Sieg am Kreuz – ist noch nicht gekommen.
Maria versteht Jesus (noch) nicht, aber sie vertraut ihm.

 

Ihr zweites Wort richtet sie an die Diener – ihr Wort an uns:
„Was ER euch sagen wird, das tut!“
Damit hat Maria – so das Johannesevangelium – alles gesagt, worauf es ankommt.
Maria weist ganz von sich weg auf Jesus hin.
IHM allein sollen wir gehorchen.
Das können wir von Maria lernen.
Sie war ganz bereit, Gottes Wort zu hören, in ihr Herz aufzunehmen und zur Welt zu bringen.
Dieses zweite Wort Mariens zeigt,
wie Maria unsere „Mittlerin“ ist.

Sie vermittelt einen direkten Kontakt zwischen den Menschen und dem Herrn,
indem sie ganz auf IHN verweist: „Was ER euch sagen wird, das tut!“

2. Füllt die Krüge mit Wasser!


„Füllt die Krüge mit Wasser!“ –

Das ist das erste, was Jesus hier den Dienern sagt.

Keine Begründung oder Erklärung,
nur dieses knappe Wort – dieser Auftrag.
Die Diener fragen nicht.
Sie sagen kein Wort.
Sie gehorchen sofort.
So werden sie „Wasserträger des Herrn.“
Jesus, der Herr, nimmt sie in seinen Dienst.
Er will ihre Hilfsdienste in Anspruch nehmen.
Ohne den Auftrag zu verstehen, gehen sie los und schöpfen das Wasser.
Mit ihrem geschöpften Wasser füllen sie die Wasserkrüge, die für die Reinigung am Beginn des Festes vorgesehen sind.
Sie tun ihren bescheidenen, geforderten Dienst.
So bereiten sie alles vor,
damit der Herr wirken kann.

Auch wir sollen unseren Dienst tun wie die Wasserträger,
im Vertrauen darauf, dass der Herr uns braucht
und dass ER mit dem Wasser, das wir herbei holen
und mit dem wir die Reinigungskrüge füllen,
etwas Wunderbares bewirken kann.
Das gibt unserer Arbeit ihren Sinn und ihre Verantwortung.

Gott allein wirkt wann und wie ER will. Darin zeigt sich seine absolute Freiheit.
Aber er ist so frei, dass er durch und mit den Menschen etwas Gutes und Schönes bewirken will. Zu diesem Plan Gottes kann der Mensch aus freien Stücken JA sagen.

Gottes Freiheit ist Liebe.
Sie ist so groß, dass Gott sich freiwillig vom freien Ja des Menschen abhängig machen kann und will,
und gerade so wird sein Liebesplan mit den Menschen erfüllt.

„Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist.“

Die Wasserträger sehen nicht, wie das Wunder der Verwandlung vor sich geht…

Die geistliche Wirklichkeit, die der Herr unter Zuhilfenahme unseres Dienstes wirkt,
bleibt uns oft verborgen.
Der Speisemeister kostet – den guten Wein.
Sein Verhalten bestätigt den Dienern:
Es ist wirklich etwas Wunderbares geschehen.
„Sie aber wussten, woher der Wein kam.“
Sie können das Wunder bezeugen.
Es ist ein wahrhaft göttlicher Wein.
Solche Erfahrungen, dass Gott im Menschen wirkt
und dass wir Menschen dabei mitwirken durften, sind kostbar.
Sie zeigen uns, dass unsere Arbeit nicht vergebens ist.

 

3. „So tat Jesus sein erstes Zeichen… und offenbarte seine Herrlichkeit“.

Der gute Wein ist die Gabe Jesu – ein Zeichen von ihm, das auf ihn selbst verweist.
Der Wein selber wird das Zeichen, das Jesu Herrlichkeit offenbart.
Der Wein ist Zeichen der anbrechenden Heilszeit.
Überreiche Fülle und Güte erfüllen diese Heilszeit,
die in Jesus Christus schon präsent geworden ist.

.joh_2.1-11a „Erstes Zeichen der Herrlichkeit Christi“ (c) G. M. Ehlert, 10.01.2016

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Gedanken zu Joh 2,1-11 von Georg Michael Ehlert,
inspiriert von
– Reinhard Lettmann: Füllt die Krüge mit Wasser – Über Berufung und Dienst des Priesters, Butzon&Bercker, Kevelaer 1985
– Reinhard Lettmann: Was er euch sagt, das tut – Mit Maria im Dienst der Erlösung, Butzon&Bercker, Kevelaer 1989
– Theo Schmidkonz: Maria – Gestalt des Glaubens, Rex-Verlag Luzern/München 4/1975

siehe auch: Hochzeit zu Kana (2013)

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

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