Archiv der Kategorie: Eucharistie

Brot des Lebens

Die Speisung der 5000 Männer – und die große Brotrede Jesu in der Synagoge in Kafarnaum stehen im Zentrum vom 17. – 21. Sonntag im Jahreskreis B:

  • Mk 6,30-34 = (16. S.i.J. B) = 22.07.2012    Die Rückkehr der Apostel – Ruhezeit
  • Joh 6,1-15 (17. S.i.J. B) = 29.07.2012 Die wunderbare Speisung einer Volksmenge am See von Tiberias
  • Joh 6,24-33 (18. S.i.J. B) = 05.08.2012 Die Rede über das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum I
  • Joh 6,41-51 (19. S.i.J. B) = 12.08.2012 Die Rede über das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum II
  • Joh 6,51-58 (20. S.i.J. B) = 19.08.2012 Die Rede über das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum III
  • Joh 6,60-69 (21. S.i.J. B) = 26.08.2012 Spaltung unter den Jüngern aufgrund der Rede Jesu über das Himmelsbrot

Der Text: Joh 06,1-71

Joh 6,1-71 Aufbau: „Prolog“ – „Dialog“ – „Epilog“

Bild-Meditation über  Jesu Vermächtnis

Das Brot des Lebens

Das Brot des Lebens – (c) G. M. Ehlert

(Un-)Erhörtes Gebet

Du gehst zu Gott mit deiner Not
und bittest ihn ums tägliche Brot.

Gott schaut auf dich in deiner Not
er hört dich an
und gibt dir gleich dreifach das notwendende Brot:
–          das Brot des Ackers für deinen Leib
–          das Brot des Wortes für deinen Geist
–          das Brot des Lebens für dein seelisches Heil. 

Gott kommt nun zu dir mit seiner Not
auch andere brauchen das tägliche Brot:
–          das Brot des Ackerns für den Hunger im Leib
–          das Brot des Wortes für die Suche im Geist
–          das Brot des Lebens für ihr seelisches Heil. 

Schaust du auf Gott in seiner Not?
Hörst du ihn an?
Teilst auch du mit andern dein tägliches Brot? 

(Georg Michael Ehlert, 26.10.04)

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Fronleichnam


Verschiedene Verwandlungen:

– Gedanken zum Fronleichnamsfest

Verwandlungen: KornBrotLeib Christi

1. Korn, zu Mehl gemahlen, mit Wasser, Öl und Salz vermischt

  • wird – im Backofen bei großer Hitze verwandelt – zu einem Brot.
2. So ein Brot: Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit –

  • wird zu einem wichtigen Nahrungsmittel für den Menschen.
3. Doch so ein frisch gebackenes Brot ist mehr:

  • es ist zugleich ein Symbol für all das, was wir zum täglichen Leben brauchen an Nahrung und Stärkung auf unserem Lebensweg
4. Noch mehr wird aus diesem frisch gebackenen Brot,
wenn es miteinander geteilt wird:

  • es wird dann zugleich ein spürbares Zeichen der Verbundenheit in Freud‘ und Leid, beim Fest und in der Not.
5. Noch mehr wird aus diesem frisch gebackenen Brot, das miteinander geteilt wird,
wenn es bei einem gemeinsamen Mahl geschieht:

  • dann wird es zugleich zum sichtbaren Ausdruck und zur Stärkung der um den Tisch versammelten Gemeinschaft.
6. Noch mehr wird aus diesem frisch gebackenen Brot, das miteinander geteilt wird, bei einem gemeinsamen Mahl,
wenn es mit einem altvertrauten Zeichen gesegnet wird (wie zu Vaters und zu Mutters Zeiten):

  • dann wird es verbunden mit der Erinnerung an die nährende Gemeinschaft von damals,
  • dann lebt wieder auf, wodurch ihr Leben für uns Brot war und bleibt;
  • dann leuchtet die Hoffnung auf eine kommende Mahlgemeinschaft auch mit ihnen auf.
7. Bei solch einem gemeinsamen Mahl
nahm Jesus das frisch gebackene Brot, brach es; und
– bevor er es an alle am Tisch Versammelten verteilte – sprach er
– verbunden mit dem altvertrauten Segenszeichen –
die neuen Worte: 

  • DAS IST MEIN LEIB; DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.
    Sooft ihr davon esst, tut dies zu meinem Gedächtnis.
8. So wird dieses frisch gebackene Brot,
das miteinander geteilt wird
beim gemeinsamen Mahl
mit dem altvertrauten Zeichen gesegnet
verbunden mit diesem Wort des Herrn:
erneut verwandelt – im Backofen der Liebe Gottes –
es wird zum Sakrament:

  • zum Leib Christi, der sich von uns verzehren lässt;
  • zum Brot des Lebens; das unser Leben stärkt;
  • zum Erinnerungszeichen an Jesu Lebenshingabe für uns;
  • zur Stärkung der Communio – der lebendigen Gemeinschaft mit ihm;
  • zu einem Hoffnungszeichen, bis ER kommt in Herrlichkeit.

Doch

„wer dies Geheimnis feiert,
soll selber sein wie Brot,
so lässt er sich verzehren
von aller Menschen Not.
Geheimnis des Glaubens:
Im Tod ist das Leben.“

 
(c) Georg Michael Ehlert, 18. August 2000
 
 

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Quellen des Heils


„Ihr sollt fröhlich Wasser schöpfen aus den Quellen der Erlösung“ (Jesaja 12,3)

Direkt nach dem Pfingstfest (= dem Geburtsfest der Kirche) haben sich in der katholischen Tradition drei Feste entwickelt, die das Geheimnis der Liebe Gottes und seiner erlösenden Kraft beleuchten:

–         der Dreifaltigkeitssonntag (= Sonntag nach Pfingsten) zeigt, dass Gottes Geheimnis verströmende Liebe ist…

–         das Fronleichnamsfest (am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest) offenbart, dass wir im Sakrament der Eucharistie von dieser Liebe des menschgewordenen Gottes uns immer wieder nähren können

–         das Herz-Jesu-Fest (= 8 Tage nach Fronleichnam) lässt uns blicken auf das im Kreuzestod geöffnete Herz Jesu – aus dem Blut und Wasser strömen = die Quellen des Heils, aus denen wir voll Freude schöpfen dürfen.

Das Fest des Wasserschöpfens…

Die Feier, die das Wasseropfer begleitete, wurde simchat beit ha scho’ewa genannt, „Feier des Ortes, an dem Wasser geschöpft wird“. Das Wasser für das Opfer auf dem Altar wurde den Quellen von Schiloach entnommen. Dieses Wasser nannte man „Wasser der Erlösung“ nach dem Vers Und ihr sollt fröhlich Wasser schöpfen aus den Quellen der Erlösung (Jeschajahu 12:3). Die Könige des Hauses David wurden an diesen Quellen gesalbt, und von ihnen kommt Israels Erlösung.

Aber es gehörte mehr zur Zeremonie als das Wasserschöpfen. Wer Zeuge der Freude war, die mit dem Ausgießen des Wassers einherging, war glücklich und entspannt. Der Talmud Jeruschalmi (Sukka 5:1) schreibt dazu: „Warum wird die Feier beit ha-scho’ewa (Ort des Schöpfens) genannt? Weil wir von dort den Geist der Heiligkeit schöpfen“…

http://www.chabadgermany.com/library/article_cdo/aid/5267/jewish/Das-Schpfen-des-Wassers.htm

 

… am 8. Tag des Laubhüttenfestes

„Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief:

„Wer Durst hat, komme zu mir, und trinke;
wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt:
Ströme von lebendigem Wasser
werden aus dessen Inneren fließen.
Damit meinte er den Geist,
den alle empfangen sollten,
die an ihn glauben;
denn der Geist war noch nicht gegeben,
weil Jesus noch nicht verherrlicht war.“

(Joh 7,37-39)

Die „Ströme von lebendigem Wasser“ (= die Sakramente) fließen aus dem am Kreuz durchbohrten Herzen Jesu. (vgl. Joh 19,33-37). Hier erfüllt sich nach christlicher Auffassung auch die Vision des Propheten Ezechiel von der Tempelquelle, die alles fruchtbar macht. (vgl. Ez 47,1-12)

Das Fest des Wasserschöpfens am letzten Tag des Laubhüttenfestes wird nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels (im Jahre 70 n. Chr.) im Laufe der Geschichte ersetzt:

a)      in der jüdischen Tradition von Simchat Tora = dem Fest der Torafreude; die Tora = das aufgeschriebene Herzensanliegen Gottes            als Geschenk seiner Barmherzigkeit.

Aus dieser Quelle des Heils sollen wir mit Freuden schöpfen…

b)      in der kath. Tradition von den Hochfesten Fronleichnam und Herz-Jesu = die Offenbarung der barmherzigen Liebe unseres Gottes in der Lebenshingabe seines menschgewordenen Sohnes im Sakrament der Eucharistie und im Tod am Kreuz.

Auch aus dieser Quelle des Heils sollen wir mit Freuden schöpfen…

Heilsquellen„Wasser schöpfen mit Freude aus den Quellen des Heils“
(Jes 12,3)
blau = Fest der Torafreude…
rot = Fronleichnam, wo in einer Prozession
die Eucharistie in einer Monstranz (u. unter einem Baldachin)
durch die Straßen getragen wird…
gelb = das Heilsgeschehen am Kreuz,
wo aus dem durchbohrten Herzen Jesu
die Quellen des Heils hervorquellen…

Bild: „aus den Quellen des Heils“,
© Georg Michael Ehlert, Herz-Jesu-Fest, 30. Mai 2008

 

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Fronleichnam

Gedanken zu Fronleichnam:

  • Was in der Hl. Kommunion geschieht: „Wir gehen über in das, was wir empfangen“
  • Brot, das die Hoffnung nährt – Gedanken zum Fronleichnamsfest

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Und David tanzt voll Freude vor JHWH!

David tanzt vor der Bundeslade (c) G. M. Ehlert

David tanzt vor der Bundeslade (c) G. M. Ehlert

David erobert Jerusalem

            und macht sie zur Hauptstadt von Juda und Israel.

Er holt die Bundeslade in die Stadt herein

            und so wird Jerusalem religiöses Zentrum seines Reiches.

Und David tanzt voll Freude vor JHWH her,

beim Einzug der Bundeslade nach Jerusalem hinein;

der kostbare Schrein mit den Bundestafeln;

Zeichen der schützenden Gegenwart Gottes;

ein Fest der Torafreude über die Weisungen des Herrn.

Über tausend Jahre später

zieht Jesus auf einem Esel in Jerusalem ein.

Mit ihm zieht die neue Bundeslade Gottes in die Stadt herein

            und mit ihm beginnt neu Gottes Reich.

Und die Kinder Israels tanzen voll Freude vor Christus her,

bei seinem Einzug nach Jerusalem hinein;

in menschlicher Gestalt Gottes ewiges Wort;

Sakrament der heilenden Gegenwart Gottes;

ein Palmsonntag des Jubelns über den Sohn Davids.

Und heute zieht die christliche Gemeinde

mit einer Monstranz durch unsere Stadt

in ihr zieht im Sakrament des Brotes Christus in unsere Welt

            und im Glauben an ihn wird Gottes Reich lebendig.

Und die Kinder Gottes – tanzen sie voll Freude vor Christus her

bei seinem Einzug in unsere Welt?

verborgen im Sakrament der Liebe Gottes;

das Brot des Lebens, das uns an Gottes Leben teilhaben lässt;

Fronleichnam ein Tag des Jubels über Christus, den Herrn?

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