Archiv der Kategorie: Bibeltext

Gedanken zu verschiedenen Schriftstellen der Bibel

Verwandtschaft Jesu – (10.B)

10. Sonntag im Jahreskreis B –
Wahlverwandtschaft Jesu

Sonntag, 10. Juni 2018

Liturgische Texte zum 10. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (Ps 27,1-2)
Der HERR ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Kraft meines Lebens;
vor wem sollte mir bangen?
Meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Tagesgebet:
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Genesis 3,9-15
Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und den Nachwuchs der Frau

Antwortpsalm: Ps 130,1-2.3-4.5-6b.6c-7a u. 8
Beim HERRN ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle

2. Lesung: 2. Korintherbrief (2 Kor 4,13 – 5,1)
Wir glauben, darum reden wir

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja!
(So spricht der Herr:)
Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen.
Und wenn ich über die Erde erhöht bin,
werde ich alle an mich ziehen.
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 3,20-35)
Das Reich des Satans hat keinen Bestand

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Bild zur Meditation:

mk-3-20-35ba

An Jesus scheiden sich die Geister – Grafik zu Mk 3,20-35 – (c) G. M. Ehlert, 05.06.2018

 


Evangelientext Mk 3,20-35 – Übersetzung G. M. Ehlert

Jesus – von allen guten Geistern verlassen?

3,20 Und er (= Jesus) kommt (/sie kommen) ins Haus.
Und es kommt zusammen wiederum die Volksmenge,
so dass sie es nicht einmal vermochten Brot zu essen.
21 Und als es hörten die Seinen,
kamen sie heraus zu greifen ihn,
man sagte nämlich: „Er sei außer sich geraten.“

22 Und die Schriftgelehrten,
die von Jerusalem herabgestiegen waren, sagten: „den Beelzebul* hat er!“
Und: – „In/ Mit dem Anführer der Dämonen wirft er heraus die Dämonen.“

* Beel-zebul: von Baal = Herr und Zebul = Fürst,
= „Herr der Fürsten“
= ein Götze von der Stadt Ekron im Philisterland (vgl. 2 Kön 1,2ff); 

Beel-zebub: = eine Entstellung des Namens = „Herr der (Mist-)fliegen“ 

23 Und sie herrufend redete er in Gleichnissen zu ihnen:

„Wie vermag der Satan den Satan herauszuwerfen?
24 Und – wenn ein Königtum gegen sich selber sich spaltet,
nicht vermag Bestand haben dieses Königreich.
25 Und – wenn ein Haus gegen sich selber sich spaltet, nicht vermag dieses Haus Bestand haben.
26 Und – wenn der Satan aufgestanden wäre gegen sich selber und gespalten wäre, so vermag er nicht Bestand haben, sondern es hat ein Ende.
27 Sondern – nicht vermag es jemand in das Haus des Starken hineinkommend die Gefäße ihm zu rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt, und darauf sein Haus ausraubt.

28 Amen, ich sage euch:
alles wird nachgelassen den Söhnen des Menschen
die Versündigungen und die Gotteslästerungen,
soviel sie auch lästern mögen.

29 Wer auch immer aber gotteslästerlich ist
in
(Bezug auf) den Heiligen Geist,
hat bis in Ewigkeit/ Weltzeit hin keinen Nachlass,
sondern ewiger Versündigung ist er schuldig;“

30 sie sagten nämlich, er habe einen unreinen Geist.

.
31 Und es kommen seine Mutter und seine Brüder
und draußen stehend sandten sie zu ihm –
ihn rufend.

32 Und es saßen um ihn herum die Volksmenge,
und man sagt ihm:
„Siehe, deine Mutter und deine Brüder [und deine Schwestern] draußen suchen dich.“

33 Und anhebend sagt er zu ihnen:
„Wer sind meine Mutter und meine Brüder [und meine Schwestern]?“

34 Und umherblickend auf die um ihn ringsum Sitzenden sagt er:
„Seht – meine Mutter und meine Brüder.

35 Wer auch immer nämlich tut den Willen Gottes,
der ist mir Bruder und Schwester und Mutter*.“

* Maria ist nicht nur die biologische Mutter Jesu –
mehr noch ist sie auch im geistlichen Sinne Mutter Jesu,
da sie ganz bereit ist den Willen Gottes zu tun.

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Was ist die „Sünde gegen den Heiligen Geist?“

Sünde heißt: sich absondern von Gott
Sünde gegen den Heiligen Geist heißt: sich absondern von der Überzeugung, dass Gottes Geist die Liebe und das Verzeihen ist.
Wer also gegen diesen Geist der Liebe und des Verzeihens lästert, wird nie annehmen können, dass er von Gott angenommen ist – solange wie er gegen diesen Geist der Liebe und des Verzeihens eingestellt ist. –
Hier endet die Macht Gottes, welche eine Macht der Liebe und des Verzeihens ist. Wer sich nicht lieben lassen will, der kann nicht die Gemeinschaft mit Gott erfahren, denn „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8)

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Wer gehört zur Familie?

– wer miteinander blutsverwandt ist?
– wer in den Kreis einer Familie aufgenommen ist?
– wer zur Familie dazugehören möchte?

Jesus sagt, dass er Gott zum Vater hat –
und er sagt, dass auch wir Gott zum Vater haben.
Dann ist folglich Jesus – unser Bruder…
und auch wir untereinander Geschwister.

Wir sind Geschwister Jesu –
nicht im Sinne von biologischer Verwandtschaft,
sondern im Sinne von Glaubensverwandtschaft.

Jesus sagt im Evangelium:
„Wer den Willen Gottes erfüllt,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mk 3,35)

Wir – ob Mann oder Frau – können „Mutter Jesu“ sein,
wenn wir ihn heute „zur Welt bringen“ –
wenn seine Botschaft durch uns „Hand und Fuß“, „Stimme und Herz“ bekommt.

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Links:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 05.06.2018

verdorrte Hand – (9.B)

9. Sonntag im Jahreskreis B –
Der Sabbat – ein Tag für den Menschen

Sonntag, 3. Juni 2018

 

Liturgische Texte zum 9. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (vgl. Ps 25,16.18)
HERR, wende dich mir zu und sei mir gnädig,
denn ich bin einsam und gebeugt.
Sieh meine Not und meine Plage an
und vergib mir all meine Sünden.

Tagesgebet:
Gott, unser Vater,
deine Vorsehung geht niemals fehl.
Halte von uns fern, was uns schadet,
und gewähre uns alles, was zum Heile dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Deuteronomium (Dtn 5,12-15)
Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der HERR dort herausgeführt

Antwortpsalm: Ps 81,3-4.5-6b.6c-8a.10-11
Lobet Gott, den HERRN; denn er ist unsere Zuflucht

2. Lesung: 2. Korintherbrief  (2 Kor 4,6-11)
Das Leben Jesu wird an unserem Leib sichtbar

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja!
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 2,13-28 u. 3,1-6)
Der Menschensohn ist Herr auch über den Sabbat

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Bild zur Meditation:

mk3.1-6a

Sabbatheiligung – Heilung einer verdorrten Hand – Grafik zu Mk 3,1-6 (c) G. M. Ehlert, 02.06.2018

Evangelientext Mk 2,23-28  – Übersetzung G. M. Ehlert

2,23 Und es geschah (= Einmal als) er (= Jesus) in den Sabbat(frist)en vorüberging
durch die Saatfelder
und
(= da) begannen die Jünger von ihm
einen Weg zu machen – abrupfend Getreideähren.

24 Und die Pharisäer sagten zu ihm:
„Siehe, was sie machen in den Sabbat
(frist)en – das ist nicht erlaubt.

25 Und er sagte zu ihnen:
„Habt ihr niemals gelesen, was gemacht hat David
als er Not hatte und hungerte –
er und die mit ihm?
26 Wie er hineinging in das Haus des Gottes 
zur Zeit Abjatars eines Hohepriesters/ eines führenden Priesters
und das Brot der Aufstellung (= die Schaubrote) / verzehrte
das nicht erlaubt ist zu essen außer (den) Priestern
und er auch denen mit ihm Seienden gab?“

27 Und er sagte zu ihnen:
„der Sabbat/ Ruhetag – wegen des Menschen/ für den Menschen ist er geschehen/ geworden
und nicht der Mensch wegen des Sabbats/ Ruhetages/ für den Sabbat.

28 Daher – HERR ist der Sohn des Menschen auch des Sabbats/ Ruhetages.

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Evangelientext Mk 3,1-6 – Übersetzung G. M. Ehlert

3,1 Und er (= Jesus) ging hinein wiederum in die Synagoge (= Versammlung(sort) der Juden)
und es war dort ein Mensch – eine verdorrt-wordene Hand hatte er.

2 Und es beobachteten ihn genau/ es lauerten auf ihn
ob in den Sabbat(frist)en er ihn therapieren (= heilen) werde,
damit sie ihn anklagen könnten.

3 Und er sagt zu dem Menschen mit der verdorrten Hand:
„Habe Stand in der Mitte!“

4 Und er sagt zu ihnen:
„Ist es erlaubt in den Sabbat(frist)en Gutes zu tun oder Böses zu tun –
eine Seele/ ein Leben zu erretten oder abzuschlachten?“

Die aber schwiegen.

5 Und umherblickend auf diese mit Zorn –
zugleich betrübt über die Verhärtung
/ Verstockung der Herzen von diesen

sagt er zu dem Menschen:
„Spanne aus/ strecke aus die Hand!“

Und er spannte/ streckte sie aus
und es war wiederhergestellt die Hand von ihm.

6 Und hinausgehend –
die Pharisäer sogleich mit den Herodianern
machten sie einen Gesamtrat gegen ihn,

wie sie ihn zugrunde richten könnten.

 

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Das größte Geschenk

„Der Sabbat ist das größte Geschenk des Judentums an die Menschheit“
(Carl Gustav Jung) 

Sabbat
– siebter Schöpfungstag
– Ruhetag vom hervorbringenden Handeln
– Zeit für die Erinnerung an die Befreiung aus der Versklavung durch Gott
– Zeit für das gemeinsame Gotteslob

Sabbat schützen
– durch Überwachung der Einhaltung der Ge- u. Verbote – wie die Pharisäer
– durch Handeln entsprechend dem Sinn des Sabbatgebotes – wie Jesus

Heilung am Sabbat – Erfüllung oder Übertretung des göttlichen Gebotes?
ein Mensch hat zwei Hände, um zu handeln
– um damit Gutes zu tun, anzupacken und zu gestalten
– um sie zu falten zum Gebet…
ein Mensch mit einer verdorrten Hand
– ist handlungsunfähig geworden
– wofür kann er am Sabbat Gott loben?

Jesus erfüllt das Sabbatgebot im ursprünglichen Sinn des Schöpfers,
– indem er am Sabbat in die Synagoge – in die Versammlung geht, um Gott zu loben
– indem er auch am Sabbat heilt, damit die Geheilten nun aus ganzem Herzen Gott loben können;

doch Jesus muss in seiner Liebe ohnmächtig zusehen,
– wie sich das Herz der Hartherzigen weiter verhärtet,
– wie die Antwort auf seine Barmherzigkeit – eine umso härtere Gesetzesauslegung ist.

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Links:

zu den liturgischen Texten des 9. Sonntages im Jahreskreis B siehe auch
Schott: 9. Sonntag i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 03.06.2018

 

von Herzen demütig (14. A)

14. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 9. Juli 2017

Eröffnungsvers (Ps 48,10-11)
Deiner Huld, o Gott, gedenken wir in deinem heiligen Tempel.
Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.

Tagesgebet:
Barmherziger Gott,
durch die Erniedrigung deines Sohnes
hast du die gefallene Menschheit wieder aufgerichtet
und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.
Erfülle uns mit Freude über die Erlösung
und führe uns zur ewigen Seligkeit.

Erste Lesung: Sacharja 9,9-10
Siehe, dein König kommt zu dir; er ist demütig

„So spricht der HERR:

Juble laut, Tochter Zion!
Jauchze, Tochter Jerusalem!

Siehe, dein König kommt zu dir.
Er ist gerecht und hilft;
er ist demütig und reitet auf einem Esel,
auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.

ICH vernichte die Streitwagen aus Efraim
und die Rosse aus Jerusalem,
vernichtet wird der Kriegsbogen.

Er verkündet für die Völker den Frieden;
seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer
und vom Eufrat bis an die Enden der Erde.“

Antwortpsalm Ps 145,1-2.8-9.10-11.13c-14

Zweite Lesung: Röm 8, 9.11-13
Wenn ihr durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben
–> siehe auch: Röm 8,9-13 Leben aus dem Geist Gottes

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Mt 11,25 )
Halleluja. Halleluja.
Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;
du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 11,25-30
Ich bin gütig und von Herzen demütig

 Jesu Jubelruf:
„Ich preise dich, Vater, HERR des Himmels und der Erde,
weil du all das den Weisen und Klugen verborgen,
den Unmündigen (= den Kindern und den Kleinen) aber aufgedeckt hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.

Jesu Bekenntnis:
Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden;
niemand kennt den Sohn, nur der Vater,
und niemand kennt den Vater, nur der Sohn
und der, dem es der Sohn aufdecken will.

Jesu Einladung:
Kommt alle zu mir, ihr Mühseligen und Beladenen.
Ich werde euch Erholung schenken.

Jesu Angebot:
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir;
Denn ich bin gütig und von Herzen demütig;
so werde ich euch Erholung schenken für euer Leben.

Jesu Verheißung:
Denn mein Joch ist gut zu gebrauchen
und meine Fracht (= die Verpflichtung eines Christen) ist leicht.“

 

  Das Joch der Liebe Christi
– ist kein Druckmittel, um Menschen gefügig zu machen…
– ist keine zusätzliche Last…
– ist kein Instrument zur Unterdrückung der Menschen!

Im Gegenteil:

Das Joch der Liebe Christi
– zerbricht das drückende Joch der Unterdrückung (vgl. Jes 9,3)
– nimmt von uns das Joch der Knechtschaft (vgl. Gal 5,1)

Das Joch der Liebe Christi
– ist ein Geschenk seiner erbarmenden Liebe
– ist keine zusätzliche Belastung, sondern ein Mittel zur Entlastung
– ist eine Hilfe, die Lebenslasten leichter zu tragen.

Das Joch der Liebe Christi
– ist wie ein Rucksack für die Wanderer…
– ist wie der Ehebund für die Eheleute…
– ist wie die Kasel für den Priester, wenn er in Christi Auftrag handelt

Das Joch der Liebe Christi
– lädt uns ein, mit Christus ein Gespann zu bilden
– ruft uns auf, uns einspannen zu lassen für den Aufbau seines Reiches
– So bekommt unser Leben neue Spannkraft und wird spannend…

Das Joch bloßer Pflichterfüllung drückt nieder –
das Joch der Liebe richtet auf!

Welches Joch trägst du?

Ein Ochsenjoch?
Es dient dazu, Zugtiere paarweise einzuspannen, damit diese z.B. einen Pflug oder einen Karren optimal ziehen können.

Das Joch des Gesetzes?
Rabbi Nechunja, Hakkanas Sohn, sagte:
Wer das Joch des Gesetzes trägt,
dem wird das Joch der Regentschaft genommen
und das Joch der weltlichen Sorgen.
Wer aber das Joch des Gesetzes abschüttelt,
der muss das Joch der Regentschaft tragen
und das Joch der weltlichen Sorgen. (Babylonischer Talmud)

Das Joch der Ehe?
Was nun Gott (wie ein Joch) zusammengespannt hat,
(ein) Mensch trenne es nicht. (Mk 10,9)

Das Joch des priesterlichen Amtes?
Das Gebet beim Anziehen des Messgewandes lautet deswegen: „O Herr, der Du gesagt hast: Mein Joch ist süß, und meine Last leicht: mach, dass ich beides so zu tragen vermag, dass ich Deine Gnade erlangen möge“.

Das Joch der Liebe Christi?
„Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Erholung finden für euer Leben. Denn mein Joch ist gut handhabbar, und meine Last ist leicht.“ (Mt 11,29-30)

(Gedanken zu Mt 11,25-30 von G. M. Ehlert, 29.06.2011)

Welches Joch trägst du? - zu Mt 11,25-30

Zeichnung: Welches Joch trägst du? – (c) G. M. Ehlert, 01.07.2011

Linktipp: Schott – 14. Sonntag im Jahreskreis A

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Leben gewinnen (13. A)

Hochfest: Petrus und Paulus

Donnerstag, 29. Juni 2017

Linktipp: Schott: Hl. Petrus und Hl. Paulus

13. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 2. Juli 2017

Eröffnungsvers (Ps 47,2)
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände;
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.

Erste Lesung: 2 Kön 4,8-11.14-16a
Dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ist ein heiliger Gottesmann

Antwortpsalm Ps 89,2-3,16-17.18-19

Zweite Lesung: Röm 6,3-4.6-11
Wir wurden mit Christus begraben durch die Taufe;
wir sollen als neue Menschen leben
–> siehe Röm 6,1-14 (eine wortgetreue Arbeitsübersetzung)

Ruf vor dem Evangelium (vgl. 1 Petr 2,9)
Halleluja. Halleluja.
Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht,
eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm.
Verkündet die großen Taten Gottes,
der euch in sein wunderbares Licht gerufen hat.
Halleluja.

Evangelium: Mt 10,37-42
Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, ist meiner nicht würdig. –
Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf

 

Nachfolge Christi - zu Mt 10.33-42 (c) G. M. Ehlert

Nachfolge Christi – zu Mt 10,33-42, (c) G. M. Ehlert

Mt 10,37 – 42 (eine wortgetreue Übersetzung)

10,37 Der Befreundende (= freundschaftlich liebende) Vater oder Mutter über mich (hinaus)
nicht ist er meiner würdig/ wert;*

* = der „passt nicht“ zu mir, wer Vater oder Mutter den Vorrang gibt;

und der Befreundende (= freundschaftlich liebende) Sohn oder Tochter über mich (hinaus)
nicht ist er meiner würdig/ wert.

38 Und wer nicht nimmt (auf sich) den Pfahl/ das Kreuz – sein (eigenes) *
und folgt hinter mir (her)
nicht er ist meiner würdig/ wert.

* nur wer bereit ist, mit all seinen „Macken“ und Begrenztheiten, mit all den Widrigkeiten, welche ein Leben in der Gemeinschaft mit Christus mit sich bringen, auf sich zu nehmen, der „passt“ zur Sendung Jesu.

39 Der gefunden habend die Seele/ das Leben – seine,
er wird verlieren sie

und der verlierend die Seele/ das Leben – seine wegen meiner/ um meinetwillen
der wird finden – sie.

***

40 Der an-/ aufnehmend euch – mich nimmt er an/ auf

und der mich an-/ aufgenommen habende – er nimmt an/ auf den gesandt habenden mich (= den, der mich gesandt hat (= Gott-Vater)).

41 Der an-/ aufgenommen habend einen Propheten – im Namen eines Propheten (= weil er ein Prophet ist)
(den) Lohn eines Propheten wird er nehmen/ erhalten;

und der an-/ aufgenommen habend einen Gerechten – im Namen eines Gerechten (= weil er ein Gerechter ist)
(den) Lohn eines Gerechten wird er nehmen/ erhalten.

42 Und der wohl zu trinken gäbe einem der Kleinen – (von) diesenein Trinkgefäß/ Becher kühlen (Wassers)
allein im Namen eines Jüngers (= weil er (Jesu) Jünger ist)

Amen – ich sage euch:
nicht – gewiss nicht – würde er verlieren/ zugrunde richten den Lohn – seinen

    ***

Wer das Leben gewinnen will…

1. „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich…“
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben…
• zunächst einmal muss er Abschied nehmen…

Manche Kinder, die zum ersten Mal in ein Ferienlager fahren, werden in den ersten Tagen Heimweh haben nach Vater und Mutter, nach Bruder oder Schwester.
Doch je mehr Heimweh einer hat, desto weniger kann er sich auf das Schöne einlassen, das im Lager geboten wird.
Und umgekehrt gilt, je mehr einer beschäftigt ist mit Spiel und Spaß, desto weniger denkt er an Heimweh.

Oder je mehr eine im Gottesdienst an den Sonntagsbraten denkt und dessen Geruch in der Nase spürt, desto weniger kann sie im Gottesdienst aufnehmen. 🙂

So verstehe ich die erste Aussagen aus dem heutigen Evangelium:
Wer mit seinen Gedanken und Gefühlen mehr an Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter zurückdenkt, weil er sie lieb hat, der ist nicht offen für die Gemeinschaft mit Jesus.
Er kann nicht richtig loslassen, um sich auf Neues einlassen zu können.

2. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt…
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• zunächst gilt es, das mitzunehmen, was für diese Reise notwendig ist…

Was packen wir nicht alles ein, damit es eine schöne Reise wird?

Merkwürdig ist, was Jesus uns auf die Reise mit ihm mitnehmen lässt.
„Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt…“
Was ist damit gemeint?

Wir sollen uns das Leben nicht selbst schwer machen.
Jedoch gilt es, das anzunehmen und auf sich zu nehmen, was einem im Leben zugemutet wird; auf Macht, Besitz, Prestige und Gewalt verzichten. Sein Kreuz tragen mussten damals entlaufene Sklaven und politische Rebellen, die zum Tod durch Kreuzigung verurteilt worden waren – d.h. Sein Kreuz tragen bedeutet das Ertragen von Schande und Ehrlosigkeit.
Vor allem ist damit die Bereitschaft gemeint, in der Nachfolge Jesu bereit zu sein, sein Leben einzusetzen, ja in seinem Dienst zu verausgaben.
Es kann auch heißen: Bereit sein für die Konsequenzen, die ein Leben als Christ in dieser Welt mit sich bringen kann, damit wir das wahre Leben finden, das er verheißt.

3. „Wer das Leben um meinetwillen verliert…“
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• Wir wollen durch Erholung mehr Leben gewinnen…

Doch Jesus sagt: „Wer sein Leben gewinnen will (wörtlich: gewonnen hat), wird es verlieren.
Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“

Wie soll das gehen – sein Leben verlieren?
Haben Sie schon einmal versucht, etwas zu verlieren?
Je mehr man es bewusst versucht, desto schwieriger wird es.
Gerade, wenn man etwas nicht verlieren will, verliert man es umso leichter. Man verliert vor allem das, wessen man sich nicht bewusst ist, weil die Gedanken, Gefühle und Erwartungen auf etwas ganz anderes gerichtet sind.

Manche meinen, man verliert sein (egoistisches) Leben, indem man hart mit sich umgeht.
Seine Seele Schmerzen leiden zu lassen, würde jedoch das Gegenteil wirken.
Man ist nie so sehr mit sich selbst beschäftigt, wie wenn man Schmerzen hat. – Denken sie nur daran, wie bewusst Sie sich Ihres Zahnes sind, wenn er Ihnen weh tut. Haben Sie keine Schmerzen, nehmen Sie nicht einmal wahr, dass Sie diesen Zahn haben.
Man konzentriert sich nie so sehr auf sich selbst, wie wenn man deprimiert ist.
Man ist nie so sehr bereit, sich selbst zu vergessen, wie wenn man glücklich ist. –
Schauen Sie nur einmal auf Kinder, die ganz intensiv in ein Spiel versunken sind. Sie vergessen Raum und Zeit und alles um sich herum.

Das spannende Spiel, der Einsatz des Lebens für andere, die Hingabe an eine Aufgabe befreit von quälenden Kreisen um sich selbst. Eigenes Leid dagegen, Schmerz, Verzweiflung und Niedergeschlagenheit können die Aufmerksamkeit fesseln, wenn sie nicht „aufgeopfert“ – d.h. auf Christus hin losgelassen werden.

Vielleicht meint ja Jesus gerade das:
Wer von uns im Blick auf die Bilder der Verheißung, die uns Jesus zeigt, im Hören auf seine ansprechenden Worte und im Gespür für seine Nähe vergisst, auf sich selbst und seine Sorgen und Ängste zu achten, dass ein solcher Mensch schon jetzt teilhat am wahren Leben.

4. Wer euch aufnimmt, weil ihr Christen seid, der nimmt mich auf…
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• Wichtig ist auch, wo und wie ich aufgenommen werde…

Wer bei einem Freund einkehrt, der wird freudig aufgenommen, weil er dessen Freund ist;
wer in einem Wirtshaus einkehrt, der wird gerne aufgenommen, weil er ein zahlungskräftiger Kunde ist;
wer aber irgendwo aufgenommen wird, weil er als Christ erkannt wird, der verhilft dem Gastgeber zu himmlischem Lohn.

Also liegt es an uns, dass ein anderer himmlischen Lohn bekommen kann,
indem wir uns als Christen zu erkennen geben
und es liegt am Gastgeber, sich diesem Lohn zu öffnen, indem er uns deswegen aufnimmt.
Denn „wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf“ – sagt Christus, und „wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“

5. … das wahre Leben finden
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben…

Wie können wir also das wahre Leben finden, das Jesus denen verheißt, die ihm im Glauben nachfolgen?
Im Blick auf das heutige Evangelium über die Nachfolgebedingungen für die Jünger heißt das:
– die Fixierung auf das, was das Leben in der Vergangenheit prägte – Vater und Mutter – loslassen,
– die Fixierung auf Sohn und Tochter, d.h. auf seine Zukunft loslassen,
– das gegenwärtige Leben mit all seinen Vorzügen und Belastungen auf sich nehmen und einzusetzen für Christus und seine Botschaft,
das führt zu einem erfüllten Leben.

Wer mit seinen Lebensmöglichkeiten umgeht, als würde es sich um Geld handeln, also um etwas, das man einsetzen muss, mit dem man arbeiten muss, und von dem man nur dann wirklichen Gewinn hat, wenn man es letztlich weitergibt,
wer mit seinem Leben auf diese Art und Weise verfährt,
der wird seinen Hunger nach erfülltem Leben stillen.

Wer aber sein Leben – so wie es ist – bewahren möchte,
der wird am Ende gar nichts davon haben.

Nur wer sein Leben einsetzt, der gewinnt
bei Gott – bestimmt. Amen.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Sorgen (8. A) + Karneval

8. Sonntag im Jahreskreis A

(26. Februar 2017)

Eröffnungsvers (Psalm 18,19-20)
„Der HERR wurde mein Halt.
Er führte mich hinaus ins Weite,
er befreite mich, denn er hat an mir Gefallen.“

1. Lesung: Jesaja 49,14-15
Ich vergesse dich nicht

Antwortpsalm (Ps 62,2-3.6-7.8-9)

2. Lesung: 1 Korinther 4,1-5
Der HERR wird die Absichten der Herzen aufdecken

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Hebr 4,12)
Halleluja. Halleluja.
Lebendig ist das Wort Gottes und kraftvoll.
Es richtet über die Regungen und Gedanken der Herzen.
Halleluja

Evangelium: Mt 6,24-34
Sorgt euch nicht um morgen

eine wortgetreue Übersetzung:
Mt 6,22-34: Was wahrhaft wichtig ist im Blick auf das Leben mit Gott

Liturgische Texte – siehe auch Schott: 8. Sonntag im Jahreskreis A

 

Gedanken zu Karneval:

Karneval – Fasnacht

"Bischof - Clown" - zu Karneval, (c) Georg Michael Ehlert, 22.02.2017

„Bischof-Clown“ – Karneval (c) G. M. Ehlert, 22. Februar 2017

Hallelu-Ja! = „Lobet Gott!“ – Helau! = „Die Höll‘ ist auf!“

Die Kirche = das „Schifflein Petri“ – Karneval – das Narrenschiff

im Kirchenjahr: Hallelu-JA! = „Lobet Gott!“

– an Karneval: Alaaf! = „all‘ Affen an Bord!“

die göttliche Dreifaltigkeit: Gott Vater, Sohn u. Heiliger Geist

– das närrische Dreigestirn: Prinz, Jungfrau, Bauer

die zwölf Apostel – der 11-er Rat

die 7 Tage der göttlichen Schöpfung

– die 6 Tage der Narretei (von Weiberfasnacht bis Veilchendienstag)

Das weiße Taufkleid Christi  – das bunte Narrenkleid 

.

weitere Gedanken zu Karneval:

Christkönigsfest (C)


Christkönigssonntag

= letzter Sonntag im Kirchenjahr
(= Totensonntag, = Ewigkeitssonntag)
20. November 2016

Im Markusevangelium heißt es nach der Schilderung der künftigen Not:
Wenn ihr all dieses geschehen seht, dann sollt ihr sehen:
Er?/Sie?/Es? ist nahe vor der Tür.“ (Mk 13,29)*

*Er/ Sie/ Es ist nahe vor der Tür.

ES = das Ende, der Tod
so heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in vielen Kalendern: TOTENSONNTAG

SIE = die Vollendung, die Ewigkeit
so heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in der evangelischen Tradition:
EWIGKEITSSONNTAG.

ER = Christus, der König der Herrlichkeit
so feiern die Katholiken (seit der Liturgiereform 1969) am letzten Sonntag im Kirchenjahr das Hochfest:
CHRISTKÖNIG.
–> zum Christkönigssonntag: Christus – König

–> verschiedene Bezeichnungen für den letzten Sonntag im Kirchenjahr:
Tod-Christus-Ewigkeit

Christkönigssonntag im Lesejahr C (= 20. November 2016)

Eröffnungsvers (Offb 5,12; 1,6)
Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist, Macht zu empfangen,
Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre.
Ihm sei die Herrlichkeit und die Herrschermacht in Ewigkeit.

(Lesejahr A)
1. Lesung: Ez 34, 11-12.15-17
Ihr, meine Herde, ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken

2. Lesung: 1 Kor 15, 2026.28
Christus wird seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergeben, damit Gott herrscht über alles und in allem

Evangelium: Mt 25, 3146
Der Menschensohn wird sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen, und er wird die Menschen voneinander scheiden

zu Mt 26,31-46: Jesu Rede vom Weltgericht

Liturgische Texte siehe auch Schott: Christkönigssonntag A

(Lesejahr B) – 25. November 2012
1. Lesung: Dan 7, 2a.13b-14
Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft

2. Lesung: Offb 1, 5b-8
Der Herrscher über die Könige der Erde hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott

Evangelium: Joh 18, 33b-37
Du sagst es, ich bin ein König

siehe auch zum Christkönigssonntag 2009

Liturgische Texte siehe auch Schott: Christkönigssonntag B

(Lesejahr C) – 20. November 2016
1. Lesung: 2 Samuel 5,1-3
Sie salbten David zum König von Israel

2. Lesung: Kol 1,12-20
Er hat uns aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes

siehe auch Übersetzung (Kol 1,12-20) u. Bild-Meditation:
christushymnus-kol-1-12-20

Evangelium: Lk 23,35-43
Jesus, denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst

siehe auch: Lk 23,35-43
und: Lk 23,32-49 Jesu Tod am Kreuz

Liturgische Texte siehe auch Schott: Christkönigssonntag C

 Evangelium vom Christkönigssonntag C (in eigener, wortgetreuer Übersetzung):

Lk 23,32 Es wurden geführt aber zwei andere der Übeltäter
mit ihm (= Jesus) hingerichtet zu werden.

3 5 Und hinzugestellt das Volk schauend
es verspotteten (ihn) aber auch die Anführer, sagend:

„Andere rettete er,
er rette sich selbst,
wenn dieser ist der Christus des Gottes,
der Auserwählte.“

36 Es verhöhnten aber ihn auch die Soldaten, herangekommen (seiend)
Essig bringend zu ihm
37 und sagend:

„Wenn du bist der König der Juden,
rette dich selbst.“

38 Es war aber auch eine Aufschrift über ihm:

‚Der König der Juden (ist) dieser.‘

39 Einer aber der gehängten Übeltäter lästerte ihn, sagend:

„Bist du nicht der Christus?
Rette dich selbst und uns.“

40 Antwortend aber der andere ihm vorwerfend, sprach er:

„Nicht einmal du fürchtest den Gott,
da du in demselben Urteil bist?
41 Und wir zwar gerechterweise,
Gleichwertiges nämlich (zu dem) was wir getan haben
empfangen wir;
dieser aber nichts Ungehöriges hat er getan.“

42 Und er sagte:

„Jesus, werde an mich erinnert,
wenn du kommst in deiner Königsherrschaft.“

43 Und ER sprach zu ihm:

„Amen, dir sage ich,
Heute wirst du mit mir sein in dem Paradies.“

schacher-kreuz-12ba

Wir feiern Christus, der kommt, uns den Zugang zum Himmelreich aufzuschließen.

Das Evangelium (= Lk 23,35-43), das am letzten Sonntag im Kirchenjahr (C) vorgelesen wird, ist eine echte Herausforderung:

Da hängt Jesus wie ein Verbrecher am Kreuz, neben ihm zwei Verbrecher.
Über ihm ein Schild mit dem Grund für dieses Todesurteil der Römer:
„Das ist der König der Juden“ (alle Juden, die dies lasen, mussten dies als eine Verhöhnung verstehen).
Der eine  Verbrecher am Kreuz höhnt wie einige von den jüdischen Hohepriestern und den römischen Soldaten: „Wenn Du wirklich der Messias bist, dann hilf Dir doch selbst und auch uns!“
Doch der andere Verbrecher, der ebenso gerne gerettet würde, argumentiert auf einer anderen Ebene: Er glaubt, dass dieser Jesus, der da neben ihm am Kreuz hängt der Messias ist.
So wagt er es in seiner Sterbestunde zu bitten:
„Jesus, denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst.“
Dadurch verändert sich für ihn alles.

Er erhält das Versprechen von Christus, dem König:
Heute noch wirst Du mit mir im Paradies sein!“

Dieses „HEUTE“
hat im Lukasevangelium eine besondere heilsgeschichtliche Bedeutung
.

1. „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren,
er ist der Messias, der Herr.“
Botschaft der Engel von der Geburt Jesu an die Hirten (Lk 2,11)

2. „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“
Jesus bei seiner 1. Predigt in Nazaret (Lk 4,21)

3. „Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen“
nach der Heilung eines Gelähmten
als Zeichen Jesu zur Vollmacht zur Sündenvergebung (Lk, 5,26)

4. „Heute muss ich in deinem Haus zu Gast sein“
u. 5. „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden…“
Jesu Wort zum Zöllner Zachäus (Lk 19,5 u. 9)

6. „Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht,
wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen.“
Jesu Wort an Petrus (Lk 22,34) – und dessen Reuetränen (Lk 22,61f)

7. „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
Wort Jesu an den reumütigen Schächer in der Sterbestunde am Kreuz (Lk 23,43)

Die Macht und Herrlichkeit Christi, des Sohnes Gottes, bekundet sich vor allem in der Autorität, mit der er dem Menschen die Schuld vergibt und in der Verheißung der Teilnahme an seiner Herrschaft.

siehe auch: „Christkönigsfest“

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

standhaft bleiben – (33. C)

33. Sonntag im Jahreskreis C

(= 13. November 2016
Volkstrauertag)

Eröffnungsvers (vgl. Jer 29, 11.12.14)
„So spricht der HERR:
Ich sinne Gedanken des Friedens und nicht des Unheils.
Wenn ihr mich anruft, so werde ich euch erhören
und euch aus der Gefangenschaft von allen Orten zusammenführen.“

1. Lesung: Mal 3, 19-20b  
„Für euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen“

Antwortpsalm: Psalm 98, 5-6.7-8.9

2. Lesung: 2. Thessalonicherbrief 3, 7-12 
„Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“

Ruf vor dem Evangelium (Lk 21,28)
Halleluja. Halleluja.
Richtet euch auf, und erhebt euer Haupt;
denn eure Erlösung ist nahe.
Halleluja.

Evangelium: Lukas 21, 5-19:
Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen

Liturgische Texte – siehe auch Schott 33. Sonntag i.J. C

lk-21-5-19a

„Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“ –
Grafik zu Lk 21,5-19; (c) G. M. Ehlert, 09.11.2016

aus dem Lukasevangelium 21,5-19 (eine wortgetreue Übersetzung):

Jesu Rede über die Endzeit:                                                            Lukas 21,5-36
            Die Ankündigung der Zerstörung des Tempels:     V 5-6
            Vom Anfang der Not:                                                        V 7-19
            Vom Gericht über Jerusalem:                                       V 20-24
            Vom Kommen des Menschensohnes:                        V 25-28
            Mahnungen im Hinblick auf das Ende:                     V 29-36

5 Und einige sagend über das Heiligtum (folgendes):
„(es ist) mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt
er (= Jesus) sprach:

6 „Was ihr da schaut – es werden kommen Tage
an denen nicht zurückbleiben wird Stein auf Stein –
welcher nicht niedergerissen sein wird
.“

7 Sie fragten aber ihm sagend:
Lehrer, wann nun wird dieses sein?
und was ist das (Vor-)Zeichen, wann zukünftig das geschehen wird?

8 Der aber sprach:
Blickt um euch!,
lasst euch nicht in die Irre führen;
viele nämlich werden auftreten in dem Namen von mir
sagend:

– „ICH, ich bin es!“ und
– „die (rechte) Zeit (= Kairos) hat sich genaht!

Nicht folget hinter ihnen her.

9 Wann aber ihr höret von Kriegen und Krawallen,
nicht lasst euch einschüchtern,
es muss nämlich dieses geschehen zuerst/ als erstes,
aber noch nicht sogleich (ist) das Ende/ die Vollendung/ das Ziel/ der Vollender (= Telos).“


10 Dann sagte er zu ihnen:

„aufgeweckt werden/ sich erheben wird Volk gegen Volk
und Königsherrschaft gegen Königsherrschaft.

11 Erdbeben auch – große/ gewaltige –
und herab durch ganze Bereiche Hungersnöte
und Seuchen/ Pestarten werden kommen,
Fürchterliches auch
und vom Himmel her große/ gewaltige Zeichen werden kommen.

12 Vor aber diesem allem
darauf werfen auf euch werden sich die Hände von ihnen
und sie werden verfolgen (euch),

übergebend/ ausliefernd an die Versammlungen (Synagogen) und die Wachen/ Gefängnisse
überführend (euch) zu Königen und Statthaltern
um meines Namens willen.

13 Es wird weggehen/ fortschreiten /gereichen euch zum Zeugnis (= Martyrium).

14 Stellt nun in euren Herzen (euch darauf ein),
nicht vorher zu bedenken, euch zu verteidigen.

15 ICH, ich selbst nämlich werde geben/ schenken euch Mund und Weisheit
der nicht imstande sein werden alle die Widersacher von euch
sich entgegenzustellen oder zu widersprechen. 

16 Übergeben/ ausgeliefert werdet ihr aber auch
von Eltern und Geschwistern und Verwandten und Freunden
und töten werden sie von euch (manche).

17 Und ihr werdet gehasst werdende sein von allen
um meines Namens willen. 

18 Und (= doch) nicht ein Haar aus eurem Haupt
gewiss nicht wird zugrunde gehen
/ total vernichtet werden/ ins ewige Verderben stürzen!

19 In dem Darunterbleiben/ standhalten/ Ausdauer von euch
erwerbet euer Leben/ eure Seele (=Psyche)! /

werdet ihr erwerben euer Leben.“

Weitere Gedanken zum Evangelium siehe auch: standhaft bleiben

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