Archiv des Autors: Georg Michael Ehlert

Darstellung des Herrn – 2. Febr.


Fest der Darstellung des Herrn

2. Februar (= 40 Tage nach Weihnachten)
(da das Fest im Jahr 2020 auf einen Sonntag fällt,
entfällt der 4. Sonntag i. J. A)

Kerzenweihe und Prozession…

„Gott, du Quelle und Ursprung allen Lichtes,
du hast am heutigen Tag
dem greisen Simeon Christus geoffenbart
als da Licht zur Erleuchtung der Heiden.
Segne + die Kerzen,
die wir in unseren Händen tragen
und zu deinem Lob entzünden.
Führe uns auf dem Weg des Glaubens und der Liebe
zu jenem Licht, das nie erlöschen wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.“

Eröffnungsvers (vgl. Psalm 48,10-11)
„Wir haben dein Heil empfangen, o Gott, inmitten deines Tempels.
Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.“

1. Lesung: Maleachi 3,1-4
Dann kommt zu seinem Tempel der HERR, den ihr sucht

Antwortpsalm (Ps  24,7-8.9-10)
Der HERR der Heere, er ist der König der Herrlichkeit.

–> Psalm 24: Einzug des „Königs der Herrlichkeit“ in sein Eigentum

2. Lesung: Hebräer 2,11-12.13c-18
Er musste in allem seinen Brüdern (und Schwestern) gleich sein

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Lk 2,32)
Halleluja. Halleluja.
Ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für das Volk Israel.
Halleluja

Evangelium: Lukas 2,22-40 (oder 2,22-32)
Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast

siehe zum Evangelium des Festtages: Lk 2,22-38 (eine wortgetreue Arbeitsübersetzung)

siehe auch zum Gebet des greisen Simeon: „Nunc dimittis

Liturgische Texte – siehe auch Schott: Fest Darstellung des Herrn

 * * *

Darstellung des Herrn im Tempel - Fest der Begegnung

Darstellung des Herrn im Tempel – Bild von G. M. Ehlert

Ein denk-würdiges Fest, was die Kirche am 2. Februar (= 40 Tage seit der Geburt Christi) seit dem Anfang des 5. Jahrhunderts feiert.

Ein Fest mit unterschiedlichen Namen:

  • – in Jerusalem seit dem 5. Jahrhundert bezeugt als
    Fest der Begegnung.
  • – Offizielle Bezeichnung dieses Festes war in der römischen Kirche bis 1960: „Reinigung Mariens„.
  • – Später verbindet sich mit diesem Tag in Rom Lichterprozession,
    und in Gallien Kerzenweihe; daher die volkstümliche Bezeichnung „(Mariä) Lichmess.
  • – Offizielle Bezeichnung heute:
    Darstellung des Herrn Jesus Christus im Tempel –
    40 Tage nach seiner Geburt (vgl. Lk 2,22-39)
  • – seit 1997 begeht die Kirche an diesem Tag auch den
    Tag des gottgeweihten Lebens.
    .

* * *

Einige Impulse zu den verschiedenen Bezeichnungen dieses Festes:

  • Reinigung Mariens-

Der Name „Februar“ kommt vom römischen Fest der Reinigung, Februa, das zu Ehren des Gottes Lupercus gefeiert wurde. Es war ein Fest spiritueller Reinigung, wenn gleich es auch zu einer Orgie entartete.

Das christliche Fest „Darstellung des Herrn“ (Mariä Lichtmess) hat es ersetzt als Lichterfest. Der ursprüngliche Name dieses christlichen Festes war „Das Fest der Reinigung“.

Wie jede jüdische Mutter kam auch Maria zum Tempel, um – vierzig Tage nach der Geburt ihres Sohnes – rituell gereinigt zu werden, um so wieder am Gottesdienst teilnehmen zu können.

„Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung.“  

Reinigung Mariens (Purificatio)

Diese heute schwer nachvollziehbare Vorstellung gab es auch in unserer Kirche noch bis ins vergangene Jahrhundert – Aussegnung der Mütter bei der Taufe.

  • Lichtmess –

Die tiefe Verankerung der Licht-Symbolik und der Lichterprozession in der liturgischen Feier am 2. Februar hat im deutschen Sprachgebiet die volkstümliche Bezeichnung „Lichtmess“ hervorgebracht

Die Lichterprozession geht auf eine alte heidnische Sühneprozession in Rom zurück, die verdrängt werden sollte.

Das Licht im christlichen Gottesdienst nimmt auf den Evangeliumsbericht Bezug, in dem Jesus von dem greisen Simeon als

„Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung Israels“

begrüßt wird.

Christus = das Licht unseres Lebens. Und auch wir sind berufen, unser Licht am Licht des Wortes Gottes zu entzünden und dann dieses Licht in unsere dunkle Welt zu bringen.

  • Darstellung des Herrn

    – „Aufopferung“ – „zur Verfügung stellen“

Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.“

Bsp. Abraham ist bereit, seinen Erstgeborenen Isaak blutig Gott zu opfern –> (Doch Gott will nie! ein Menschenopfer – daher wird zunächst ein Widder als Ersatzopfer geopfert –> später wurde der Widder bei armen Leuten ersetzt durch ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

„Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf,
um es dem Herrn zu weihen.“

Darstellung des Herrn

Darauf nimmt auch das 4. Geheimnis im freudenreichen Rosenkranz Bezug, in dem es heißt: …gebenedeit ist Frucht deines Leibes – Jesus, den du o Jungfrau im Tempel aufgeopfert hast.

Sein Leben dem Herrn weihen – sich ganz dem Willen Gottes zur Verfügung zu stellen. Wie eine Kerze, die bereit ist sich zu verzehren – nur so kann sie Licht geben!

  • Fest der Begegnung (Hypapante)-

Die orthodoxe Kirche akzentuiert dieses Fest als“Fest der Begegnung des Herrn“

Jesus begegnet in dem greisen Simeon und in der Prophetin Hanna den Vertretern des Gottesvolkes, die die Messiaserwartung weitergetragen haben.

Als die Eltern Jesus hereinbrachten…
nahm Simeon – vom Geist in den Tempel geführt –
das Kind in seine Arme und pries Gott…

Die Begegnung des Herrn mit Simeon, dem gerechten Greis und Anna, der alten Prophetin, ist zugleich:
– Symbol der Begegnung des Heils des Neuen Bundes mit dem Alten Bund, am Ende seiner Jahre.

(Tatsächlich endete mit der Festigung des christlichen Gottesdienstes der Tempeldienst im Jerusalemer Tempel ein für alle mal.)
– Erkenntnis der Begegnung der im Gottessohn wiederhergestellten menschlichen Natur mit der durch Sünden gealterten Menschheit
– Heilbringende Begegnung für die einzelne Menschenseele, der die Hoffnung bereits lange erstorben war, dass sie jetzt das neue Leben empfängt.
In dieser Begegnung wird der menschlichen Natur Erneuerung, Heilung und Wiederherstellung der Teilhabe am göttlichen Leben zuteil.

  • Tag des gottgeweihten Lebens

Der Tag des geweihten Lebens, der seit 1997 am Fest der Darstellung des Herrn weltweit begangen wird, gibt dem Fest einen besonderen Akzent:

das Licht, das Christus selbst ist, spiegelt sich im Leben von geweihten Männern und Frauen wieder.

Christus, der „Gesalbte“, ist der „Gott Geweihte“ schlechthin. In Ihm wurzelt die gemeinsame Grundberufung aller Christen: Wir sind in Jesus Christus Gott geweiht zum Heil der Welt.

Die Mitglieder der Gemeinschaften des geweihten Lebens (Orden, Apostolische Gemeinschaften, Säkularinstitute) leben in einer sichtbaren Ausdrücklichkeit, was die Berufung aller Getauften ist.

Sie sind Menschen, die ihr Leben ganz Gott zur Verfügung stellen, indem sie im Alltag ganz nach den Ratschlägen des Evangeliums leben. So werden sie zum Licht für die Welt.

* * *

Alfred Delp kann uns für die gemeinsame Zukunft die Richtung weisen.
Er, der an Lichtmess 1945 hingerichtet wurde,
leuchtet uns den Weg mit einem sehr schönen Wort:

“Wenn durch einen Menschen
ein wenig mehr Licht in unser Leben und in unsere Welt kam,
dann hat sein Leben einen Sinn gehabt“.

* * *

Gedenktag des Heiligen Bischofs und Martyrers Blasius

Gedenktag: 3. Februar

Zum Blasiussegen

Eine kleine Anekdote: Da kommt einmal ein junger Mann und sagt vor dem Blasiussegen: „Ich brauche den Blasiussegen nicht zu empfangen, ich esse sowieso keinen Fisch.“ Immerhin – er kannte die Legende vom Heiligen Blasius, der vor seinem Martyrium einen Jungen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, durch sein Gebet geheilt hat.  „Ich esse sowieso keinen Fisch, da brauche ich den Blasiussegen nicht.“ Und dann hat ein anderer zu diesem jungen Mann gesagt: „Weißt du, der Blasiussegen ist dafür da, damit alles geheilt wird, woran wir im Leben schwer schlucken müssen.“

Wenn Sie in ihrem Leben etwas haben, woran Sie schwer schlucken müssen, dann ist es gut, den Blasiussegen zu empfangen und mit einem Gott zu rechnen, der Heil und Heilung schenkt.

–> Heiliger Blasius (3. Febr.)

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 26.01.2020

3. Sonntag A

3. Sonntag im Jahreskreis A

„Sonntag des Wortes Gottes“

Sonntag, 26. Januar 2020

1. Lesung: (Jes 8,23b – 9,3) Verheißung: Das Volk… sieht ein helles Licht
2. Lesung: (1 Kor 1,10-13.17)  Sendung: das Evangelium zu verkünden ...
Evangelium: (Mt 4,12-23) Erfüllung: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe  …   

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2. Sonntag A

2. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 19. Januar 2020

1. Lesung: (Jes 49,3.5-6 ) Der Gottesknecht – zum Licht für die Völker …
2. Lesung: (1 Kor 1,1-3) … an die Geheiligten in Christus Jesus …
Evangelium: (Joh 1,29-34 ) Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt …   

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Taufe des Herrn – A

Taufe des Herrn –
1. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 12. Januar 2020

1. Lesung: (Jes 42,5a.1-4.6-7) Ein Bekenntnis Gottes zu seinem Gottesknecht…
2. Lesung: (Apg 10,34-38) Das Bekenntnis des Petrus von Jesus, den Gott gesalbt hat…
Evangelium: (Mt 3,13-17) Das Bekenntnis Gottes zu Jesus, seinem geliebten Sohn…   

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2. Sonntag nach Weihnachten

2. Sonntag nach Weihnachten

Sonntag, 5. Januar 2020

1. Lesung: (Sir 24,1-2.8-12) Die Weisheit Gottes fasste Fuß im auserwählten Volk…
2. Lesung: (Eph 1,3-6.15-18) Gott hat uns vor der Erschaffung der Welt erwählt
Evangelium: (Joh 1,1-18) Im Anfang war der Logos…   

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Neujahr 2020

Neujahr –
Oktavtag von Weihnachten –
Hochfest der Gottesmutter Maria –
Weltfriedenstag

Mittwoch, 1. Januar 2020

Liturgische Texte zum Hochfest der Gottesmutter Maria

Eröffnungsvers: (vgl. Jer 29,11.12.14)
Gruß dir, heilige Mutter, du hast den König geboren,
der in Ewigkeit herrscht über Himmel und Erde.

Tagesgebet
Barmherziger Gott,
durch die Geburt deines Sohnes
aus der Jungfrau Maria
hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt.
Lass uns (auch im neuen Kalenderjahr) immer und überall
die Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren,
die uns den Urheber des Lebens geboren hat,
Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott;
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

ERSTE Lesung aus dem Buch Numeri (Num 6,22-27)
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen

–> zur 1. Lesung: Num 6,22-27 Der Aaronitische Segen

Antwortpsalm: Psalm 67,2-3.5.6 u. 8
Gott sei uns gnädig und segne uns.  

–> zum Psalm 67: Bitte um Gottes Segen – im Blick auf alle Völker

ZWEITE Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater (Gal 4,4-7)
Gott sandte seinen Sohn, geboren von einer Frau, damit wir die Sohnschaft erlangen  

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 21,36)
Halleluja. Halleluja.
Einst hat Gott zu den Vätern gesprochen durch die Propheten;
heute aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.
Halleluja.

Evangelium aus dem Lukasevangelium (Lk 2,16-21)
Als acht Tage vorüber waren, gab man dem Kind den Namen Jesus

–> zum Evangelium:
Lk 2,16-21 Beschneidung u. Namensgebung Jesu (Neujahr ABC)

* * *

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Der 8. Tag nach der Geburt – Beschneidung und Namensgebung Jesu

2,21 Und als erfüllt wurde der achte Tag des Beschneidens* von ihm
und es wurde gerufen sein Name Jesus (= Gott rettet),
der gerufen wurde von dem Engel/ Boten
bevor sie (= Maria) ihn aufgenommen hatte in die Leibeshöhle.

* vgl. Gen 17,9-14: Beschneidung als Bundeszeichen
„Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation. Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch. Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden in jeder eurer Generationen, seien sie im Haus geboren oder um Geld von irgendeinem Fremden erworben, der nicht vor dir abstammt. Beschnitten muss sein der in deinem Haus Geborene und der um Geld Erworbene. So soll mein Bund, dessen Zeichen ihr an eurem Fleisch tragt, ein ewiger Bund sein. Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverband ausgemerzt werden. Er hat meinen Bund gebrochen.“

An diesem geheiligten Ritus (als äußeres Zeichen des Bundes und als ein Akt ritueller Reinigung) hingen die Juden mit ganzer Seele, mehr als an allem andern, mehr als an ihrem Leben, wie man zur Zeit der Makkabäer sah, als sich die jüdischen Mütter lieber töten ließen, als dass sie darauf verzichteten, ihre Söhne beschneiden zu lassen. (vgl. 1 Makk 1,63; 2,46)

–> zur Bedeutung der Beschneidung Jesu

* * *

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Bild zur Meditation:

„Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
geboren von einer Frau und geboren unter dem Gesetz …

Gal4.4-7a

Durch Gottes Sohn – erlangen wir die „Sohnschaft“; Grafik zu Gal 4,4-7 von G. M. Ehlert, 31. Dez. 2018

„… damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen
und damit wir die Sohnschaft erlangen.“
(Gal 4,4-5)

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Impuls zum  1. Januar:

Goodbye 2019 + Welcome 2020

„FÜR DAS VERGANGENE: DANK – FÜR DAS KOMMENDE: JA!“
(Dag Hammarskjöld)

Goodbye – ein „gutes Tschüss“ sagen – im Blick auf das vergangene Jahr 2019:

Was hatten wir für Hoffnungen in das Jahr 2019 gesetzt?

– im Blick auf die noch junge Bewegung „Friday for future“ …
– im Blick auf das „Superwahljahr“ und unsere Demokratie…
– im Blick auf einen Ausweg aus der Krise der Kirche…
– im Blick auf persönlich gesetzte Ziele…

Goodbye sagen – trotz unerfüllter Erwartungen
– im Blick auf die Schöpfung Gottes und ihre Bewahrung…
– im Blick auf die Konflikte in der Welt und das Handeln der Verantwortlichen…
– im Blick auf die Kirche und der Zaghaftigkeit in der Aufarbeitung von Missbräuchen und anstehender Reformen…
– im Blick auf Unerreichtes und persönliches Versagen…

Ein „gutes Tschüss“ sagen können wir,
– wenn wir für persönliches Versagen um Verzeihung bitten können…
– wenn wir das Gewordene mit der Bitte um Vollendung in Gottes Hand zurücklegen können…
– wenn wir für das Gute und Beglückende von ganzem Herzen DANK sagen können…

In diesem Sinne „Goodbye 2019“.

Welcome – ein „Willkommen“ sagen – im Blick auf das kommende Jahr 2020:

Wir können planen und uns Gutes vornehmen…
Wir können viel von anderen erwarten…
Wir können auf viel Glück hoffen…
Können wir auch jeden neuen Augenblick so annehmen, wie er kommt
und darin einen Anruf Gottes entdecken – der auf unsere Antwort wartet?

Erbitten wir Gottes Segen
und sagen wir dann zu dem – wer und was im Jahr 2020 kommen will – ein herzliches „welcome“.

* * *

  • Die meisten feiern am 1. Januar den Beginn eines neuen Kalenderjahres.
  • Am „Oktavtag“ von Weihnachten feierte die katholische Kirche (bis 1960) den Tag der Beschneidung Jesu.
    (siehe auch: Beschneidung-Jesu)
  • Seitdem feiert die katholische Kirche an diesem Tag das Hochfest der Gottesmutter Maria.  (siehe auch: 1. Januar)

Der Festtag der Gottesmutter Maria war wohl das erste Marienfest der römischen Kirche und geht auf die Zeit vor dem Konzil von Ephesus (431) zurück. Im Laufe der Zeit geriet es aber wegen der zunehmenden Bedeutung der Marienfeste am 25. März und am 15. August wieder in den Hintergrund.

  • Seit 1968 ist der erste Tag des Jahres auch der Weltfriedenstag.Die Päpste veröffentlichen jeweils am 8. Dezember eine Botschaft für diesen Tag.

Am 1. Januar 2020 gibt es zum 53.sten Mal diese Friedensbotschaft.

Im Jahr 2020 steht die Botschaft von Papst Franziskus unter dem Thema:

Der Frieden als Weg der Hoffnung:
Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr

(–> die Botschaft des Papstes im Wortlaut)

Jahreslosung 2020:

Ein schöner Brauch ist in der evangelischen Herrnhuter Brüdergemeine vor vielen Jahren entstanden: das Jahr unter einen bestimmten biblischen Gedanken zu stellen, der jeweils ausgelost wird.

Die Jahreslosung für 2020 ist aus dem Markusevangelium aus einer Heilungsgeschichte Jesu entnommen und lautet:

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
(Mk 9,24)

zur Jahreslosung siehe auch: „Jahreslosung 2020

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Links:

–> zu den Liturgischen Texten siehe Schott: Hochfest der Gottesmutter Maria

–> verschiedene Neujahrswünsche

–> Neuer Anfang

–> für die Zeit zwischen Weihnachten und Epiphanie (6. Januar) siehe Bild-Meditation: Zwölf heilige Nächte

–> Gedenktage:

Der heiligste Name Jesu ist seit 2002 ein nicht gebotener Gedenktag, der am 3. Januar gefeiert wird. (siehe: Namen Jesu)

Vor allem in der Ostkirche wird die Anrufung des Namens Jesu gepflegt; im Westen wird er seit dem 15. Jahrhundert verehrt – insbesondere von Franziskanern. Das 1721 eigeführte Fest wurde zunächst an unterschiedlichen Tagen begangen. In der Anrufung des Namens Jesu erbitten Christen die helfende Gegenwart Jesu in den Anliegen unserer Zeit.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 30. Dez. 2019

Jahreslosung 2020

Jahreslosung 2020:

„Ich glaube;
hilf
meinem Unglauben!“
(Mk 9,24)

Aus der evangelischen Tradition stammt der Brauch, das Jahr (oder den Tag) unter ein besonderes biblisches Wort zu stellen.
Die Jahreslosung für das Jahr 2020 stammt aus dem Markusevangelium aus einer Heilungsgeschichte.

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  • Kontext: Markusevangelium 9,14-29

Jesus kommt mit seinen drei Begleitern vom Berg der Verklärung zu den Menschen in der Ebene zurück.

Mk 9,14 Als sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten.
15 Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn.

16 Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen?
17 Einer aus der Menge antwortete ihm:
Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen;
18 immer wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr.
Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu.

19 Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation!
Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir!

20 Und man führte ihn herbei.
Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, sodass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte.

21 Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon?
Der Vater antwortete: Von Kind auf;
22 oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen.
Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns!

23 Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt.
24 Da rief der Vater des Knaben: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

25 Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn und kehr nicht mehr in ihn zurück!
26 Da zerrte der Geist den Knaben hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
Er lag da wie tot, sodass alle Leute sagten: Er ist gestorben.

27 Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf und er erhob sich.
28 Jesus trat in das Haus und seine Jünger fragten ihn, als sie allein waren:
Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben?

29 Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

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  • „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
    (Mk 9,24)
    un-glaube-3a

 

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  • Gedanken zur Jahreslosung 2020

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ –
Mein Leben kennt beides: Glauben und Zweifel;
einen festen Stand haben – und schlotternde Knie;
Erstarrung in Glaubensdogmen – und suchendes Fragen…

Mich erinnert diese zweifache Haltung an den Apostel Thomas vor und bei seiner Ostererfahrung.
1. „Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“ –
2. Als der Auferstandene ihn einlädt: „Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ da antwortet Thomas: „Mein Herr und mein Gott!“
(Joh 20,25.27-28)

Anregungen für meine Grafik bekam ich von dieser Bibelstelle und von einer Skulptur von Ernst Barlach: „Das Wiedersehen“.

Beides gehört für mich zusammen:
die Sicherheit, einen festen Boden unter den Füßen zu haben
und das Wagnis neue Schritte zu gehen…
Im Blick auf mein Vertrauen und auf die Anfechtungen meines Vertrauens ist für mich ein Wort aus der Jahreslosung 2020 zentral: „hilf!“
Mit diesem Hilferuf darf ich jederzeit meine Hände ausstrecken nach Jesus Christus hin, der mir seine rettende Hand reicht – wie er dem sinkenden Petrus seine rettende Hand reichte (vgl. Mt 14,22-32)

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24)

Standfestigkeit – und Wankelmut;
Klarheit – und Eintrübung;
Ausrufezeichen! – und Fragezeichen?
Unglaublich – wem glaube ich was?

Glauben wie Petrus:
felsenfestes Bekenntnis –
und ängstlichem Verleugnen?!

Glauben wie Thomas:
vom Zweifel – zum Bekenntnis?!

Fundamentalismus –
oder Ungewissheit und Wagnis?

Credo! – Ich gebe DIR – o Jesus – mein Herz!
Amen! – Ich mache mich fest in DIR, mein Gott!

(G. M. Ehlert, zur Jahreslosung 2020)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 30. Dez. 2019