Archiv des Autors: Georg Michael Ehlert

Bösartiges abtrennen (26.B)

„Bösartiges abtrennen“

Sonntag, 30. September 2018

Liturgische Texte zum 26. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (vgl. Dan 3,31.29.30.43.42)
Alles, was du uns getan hast, o HERR,
das hast du nach deiner gerechten Entscheidung getan,
denn wir haben gesündigt, wir haben dein Gesetz übertreten
Verherrliche deinen Namen und rette uns
nach der Fülle deines Erbarmens.

Tagesgebet
Großer Gott,
du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen.
Darum nimm uns in Gnaden auf,
wenn uns auch Schuld belastet.
Gib, dass wir unseren Lauf vollenden
und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Numeri (Num 11,25-29)
Wenn nur das ganze Volk zu Propheten würde“

Antwortpsalm: Psalm 19,8.10.12-13.14
Die Befehle des HERRn sind richtig – sie erfreuen das Herz

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 5,1-6)
Euer Reichtum verfault…

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja.
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 9,38-48)
Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab! 

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 9,38-48 (= Evangelium vom 26. Sonntag im Jahreskreis B) + Mk 9,49-50

38 Es berichtete/ erklärte ihm (= Jesus) der Johannes:
„Lehrer, wir sahen jemanden in dem Namen von dir hinauswerfend Dämonen
und wir hinderten ihn, weil er nicht nachfolgt uns.“

39 Der aber Jesus sprach:
„nicht hindert ihn;
nicht einer nämlich ist es,
welcher
(etwas) tun können wird (in Bezug) auf den Namen mein
und können wird schnell Schlechtes reden
(über) mich.

40 Wer nämlich nicht ist gegen uns – für uns/ zum Vorteil von uns/ an Stelle von uns ist er.

41 Wer nämlich etwa zu trinken gäbe euch das Trinkgefäß/ Becher (des) Wassers im Namen (dessen), dass ihr (des) Christus seid,
amen/ wahrlich ich sage euch (folgendes):
nicht – gewiss nicht – würde er gänzlich loslösen/ verlieren/ zugrunde richten den Lohn von ihm.

42 Und jeder, welcher etwa zur Falle dient/ Anstoß zur Sünde gäbe einem der Kleinen/ Geringsten, – derer, die glaubend sind an mich,
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser ist es ihm/ für ihn selbst mehr,
wenn es liegt herum ein Mühl(stein) der Esel auf dem Hals von ihm

und er hinausgeworfen worden ist in das Meer.

43 Und wenn zur Falle dient/ Anstoß zur Sünde gäbe dir die Hand von dir,
schneide dieselbe ab;

gut/ erfreulich/ wünschenswert/ besser ist es für dich – verstümmelt hineinzugehen in das Leben
als – die zwei Hände habend – wegzugehen in die Gehenna
* (= Hölle)
in das Feuer – das unauslöschliche;
((44 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.))

*Gehenna = aus „ge hinnom“ = Tal (der Söhne) Hinnoms,
eine Talschlucht südlich von Jerusalem,
die Müllkippe der Stadt, in welcher der „Biomüll“ des Tempels und der Stadt
entsorgt, d.h. verbrannt wurde.
= „die Hölle“

45 Und wenn der Fuß von dir zur Falle dient/Anstoß zur Sünde gäbe dir –
scheide ab denselben;
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser ist es für dich hineinzugehen in das Leben lahm
als – die beiden Füße habend – hinausgeworfen zu werden in die Gehenna*
(= Hölle)
((46 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.))

47 Und wenn das Auge von dir Anstoß zur Sünde gäbe dir –
wirf heraus das selbige;
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser für dich ist es einäugig hineinzugehen in die Königsherrschaft des Gottes
als – zwei Augen habend – hinausgeworfen zu werden in die Gehenna
* (= Hölle),
48 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.

49 Jeder nämlich – mit Feuer wird er gesalzen werden*.

50 Gut/ erfreulich/ wünschenswert (ist) das Salz.
Wenn aber das Salz nicht-salzend
/ kraftlos sein würde,
in was daselbst – ihr werdet zusammenfügen/ haltbar machen/ würzen?

*Das Feuer beseitigt nicht nur das Verfaulte und das Verdorbene,
sondern macht auch das Gute haltbar –
so wie die in Salz eingelegten Fische so haltbar gemacht wurden.

In der griechischen Sprache ist das Wort für „Fischer“ daher das Wort,
das wörtlich mit „Besalzer“ zu übersetzen ist,
da dies die wichtigste Tätigkeit der Fischer war. –
Und die Apostel sind berufen, Menschenfischer zu werden,
d.h. dafür zu sorgen, dass das Gute im Menschen haltbar gemacht wird.

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Bild zur Meditation:

„Bösartiges abtrennen, um das Leben zu retten“

mk-9.38-48ba

Bösartiges abtrennen – Grafik zu Mk 9,38-48 – (c) G. M. Ehlert, 22.09.2018

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Impuls zum Evangelium (Mk 9,38-48 + 49-50)

Zum Ärgernis wird, wer andere zu Fall bringt

  • Die Verherrlichung Gottes ist der lebendige Mensch…

Im Blick auf Jesus erfahren wir, was nach christlicher Sicht „heilig“ ist, d.h. was nicht angetastet werden darf: jeder Mensch, denn er ist ein Ebenbild Gottes!

  • Am Verhalten zum Kind entscheidet sich Heil oder Unheil

In dem Respekt und der Liebe Kindern gegenüber können wir zum Heil kommen

Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf…
(Mk 9,37 = Evangelium vom 25. Sonntag im Jahreskreis B)

Im skandalösen Verhalten Kindern (und den „Kleinen im Glauben“) gegenüber jedoch können wir zu Fall kommen.

Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt,
für den wäre es besser,
wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

(Mk 9,42 = Warnung des Evangeliums vom 26. Sonntag im Jahreskreis B)

  • Radikale Maßnahmen Jesu – im Dienste des Heils

Wie im Laufe des Jahres die Früchte der Erde geerntet und eingesammelt werden, so sammelt Gott die Früchte unseres Lebens ein.

Und er schaut besorgt darauf, dass nicht verfaulte Stellen die ganze Frucht verderben – oder sogar noch andere Früchte mit ihrer Fäulnis anstecken.

Die mit Fäulnis befallenen Stellen müssen beseitigt werden:

Mit Jesu Worten:

  1. Wenn dich (!) deine Hand (= dein Handeln) zum Bösen verführt, dann hau sie ab. Gemeint ist nicht eine Selbstverstümmelung, sondern dann trenn dich konsequent von einem solchen Handeln! Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen…

Wenn dich dein Fuß (= deine Mobilität) zum Bösen verführt, dann verzichte darauf, Orte und Gelegenheiten aufzusuchen, wo du zu Fall kommen könntest.

Wenn dich dein Auge (= das, was du im Blick hast) zum Bösen verführt, dann mache dich blind gegenüber all dem, was dich aus Neid oder Eifersucht zum Bösen treibt…

Denn es geht schließlich um viel mehr als um die Unversehrtheit an deinem Leib – es geht um dein Leben – dein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott.

Es ist besser für dich, versehrt in das Reich Gottes zu kommen,
als unversehrt in die Hölle geworfen zu werden…

Da, wo die Ursache des Bösen ist, da muss die Therapie ansetzen.
Die Hand (= das Handeln),
der Fuß (= die Mobilität)
oder das Auge (= das, was wir wahrnehmen)
sind jedoch nur Ausführungsorgane dessen, was an Vorsätzen und Entschlüssen im Herzen entstanden ist.
Daher ist eine grundlegende „Herztherapie“ erforderlich.

So spricht der Prophet Ezechiel gegenüber der verbreiteten Herzenshärte der Menschen von der Verheißung einer Herztransplantation durch den besten Herzspezialisten, den es geben kann:

Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz
und lege einen neuen Geist in euch.
Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust
und gebe euch ein Herz von Fleisch.“
(Ezechiel 36,26)

Ziel: die Heilung des ganzen Menschen. – die Teilhabe am ewigen Heil in der Gemeinschaft mit Gott.

  • Die Grenzen der Toleranz Jesu

Jesus ist tolerant, wenn es darum geht, Menschen gewähren zu lassen, die in seinem Namen heilend handeln, auch wenn sie nicht zum Kreis der Jünger gehören.

Er kennt keine Toleranz gegenüber der Intoleranz seiner Jünger, die dem heilsamen Handeln Gottes Grenzen setzen wollen.

Ganz kompromisslos ist Jesus jedoch da, wo andere versuchen die „Kleinen im Glauben“ durch ihr anstößiges Verhalten zu Fall zu bringen / zum Bösen zu verleiten.

Jedoch ruft Jesus keineswegs dazu auf, selbst für Vergeltung zu sorgen. Gott allein soll die Beurteilung und Behandlung solchen Tuns überlassen werden.

Mir ist keine andere Stelle in der Bibel bekannt, wo Jesus so radikal davor warnt, diesen Kleinen zum Ärgernis zu werden. (umso skandalöser ist der Missbrauch von Kindern gerade auch durch Kleriker, da so viel im Leben dieser Kinder zerstört wird).

Umgekehrt jedoch: Wer sich mit all seinen Kräften (mit Herz, mit Auge, Mund, Hand und Fuß) für Kinder einsetzt, der setzt sich für Jesus Christus selbst ein.

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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 19: Wie am Himmel so auf Erden – geschehe dein Wille und Psalm 19

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 26.S.i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 22. Sept. 2018

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wahre Größe (25.B)

„Wahre Größe“

Sonntag, 23. September 2018

Liturgische Texte zum 25. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers:
Das Heil des Volkes bin ich – so spricht der HERR.
In jeder Not, aus der sie zu mir rufen, will ich sie erhören.
Ich will ihr HERR sein für alle Zeit.

Tagesgebet
Heiliger Gott,
du hast uns das Gebot der Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen
als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.
Gib uns die Kraft,
dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir dass ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Weisheit (Weish 2,1a.12.17-20)
Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen – sagen die Frevler

Antwortpsalm: Psalm 54,3-4.5-6.8-9
Gott ist mein Helfer, der HERR beschützt mein Leben

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 3,16 – 4,3)
Wo Frieden herrscht, wird von Gott für die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut  

Ruf vor dem Evangelium (vgl. 2 Thess 2,14)
Halleluja. Halleluja.
Durch das Evangelium hat Gott uns berufen
zur Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 9,30-37)
Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert…
Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 9,30-37 (= Evangelium vom 25. Sonntag im Jahreskreis B)

Zweite Leidensankündigung

30 Und von dort hinausgehend
sie gingen vorüber durch das
(Gebiet) Galiläas
und nicht wünschte er
(= Jesus),
dass irgendeiner es erkenne
31 er lehrte nämlich die Jünger von ihm
und er sagte
(zu) ihnen (folgendes):

„Der Sohn des Menschen (= Menschensohn) werde übergeben/ überliefert
hinein in die Hände von Menschen
und sie werden töten ihn
und getötet-worden-seiend – nach drei Tagen – werde er auferstehen.“

32 Die aber erkannten nicht (den Sinn) des Ausspruches
und
= doch sie scheuten sich ihn zu fragen.

Jesu Wort zum Rangstreit der Jünger (Mk 9,33-37)

33 Und sie kamen hinein nach Kapharnaum
und in das Haus eingetreten seiend
befragte er
(= Jesus) diese:

„Was habt ihr auf dem Weg durchgedacht?“

34 Die aber schwiegen;
sie hatten bei einander nämlich sich
unterredet/ gestritten auf dem Weg,
wer größer/
mächtiger/ hervorragender (sei)

35 Und sich hingesetzt habend
er rief die Zwölf
und er sagt
(zu) ihnen:

„Wenn irgendjemand wünscht/ will Erster zu sein,
werde er aller Letzter/
Unterster
und aller Diener.“

36 Und nehmend ein Kindlein (= spielend Lernendes)
er stellte dieses hin in
(die) Mitte von ihnen
und in-die-Arme-nehmend dieses
sprach er zu ihnen:

37 „Wer wohl ein derartiges Kindlein aufnimmt – wegen meines Namens –
mich nimmt er auf
und wer wohl mich aufnimmt,
nicht
(nur) mich nimmt er auf,
sondern den mich absendenden“
(= Gottvater).

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Bild zur Meditation:

„… und ER stellte ein Kind in ihre Mitte…“

kind-in-mitte

Orientierung am Kind

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Impuls zum Evangelium

„Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:
die Sterne der Nacht,
die Blumen des Tages
und die Augen der Kinder.“
(Alighieri Dante – italienischer Dichter und Philosoph *1265 – +1321)

„Amen, das sage ich euch:
Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind,
der wird nicht hineinkommen.“
(Mk 10,15)

Ein Kind schaut auf
voller Freude – voller Erwartung.

Die Großen schauen herab,
herablassend? – fordernd?

In welche Richtung schaut unser Leben?

Was wir im Auge haben,
das prägt uns,
dahinein werden wir verwandelt.
Und wir kommen,
wohin wir schauen.

Wer aufschaut,
kommt nach oben;
wer auf andere herabschaut,
nach unten.

(nach Heinrich Spaemann: Orientierung am Kinde)

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Links:

–> zum Antwortpsalm: Psalm 54: Bitte um…+ Vertrauen in…+ Dank für Errettung

–> Bildmeditation zu Mk 9,30-37: Während Jesus von der Größe seiner Hingabe spricht – sprechen die Jünger darüber, wer unter ihnen der Größte ist. – Jesus jedoch stellt ein Kind in ihre Mitte: „Orientierung am Kind

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 25.S.i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 16. Sept. 2018

 

Christus-Bekenntnis (24.B)

„Christus-Bekenntnis“

Sonntag, 16. September 2018

Liturgische Texte zum 24. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (vgl. Sir 36,18.21-22)
HERR, gib Frieden denen, die auf dich hoffen,
und erweise deine Propheten als zuverlässig.
Erhöre das Gebt deiner Diener und deines Volkes.

Tagesgebet
Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge,
sieh gnädig auf uns.
Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen dienen
und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 50,5-9a)
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen

Antwortpsalm: Psalm 116,1-2.3-4.5-6.8-9
Ich gehe meinen Weg vor Gott im Land der Lebenden.

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 2,14-18)
Der Glaube für sich allein ist tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat  

Ruf vor dem Evangelium (Gal 6,14)
Halleluja. Halleluja.
Ich will mich allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus rühmen,
durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 8,27-35)
Du bist der Messias. – Der Menschensohn muss vieles erleiden

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 8,27 – 35 (= Evangelium vom 24. Sonntag im Jahreskreis B)

Ihr aber – was sagt ihr, dass ich sei?

Und es kamen heraus der Jesus
und die Lernenden von ihm
in die Dörfer (bei der Stadt) Cäsarea des Philippus*;
     
(= die erst 2/1 v. Chr. gegründete Hauptstadt der Tetrarchie des Herodes Philippus)
und in dem Weg
fragte er die Lernenden von ihm
sagend zu ihnen:
„Was (über) mich sagen die Menschen,
wer ich sei?“

die aber sprachen zu ihm sagend (folgendes):
(für) Johannes den Täufer*,  (z.B. Meinung des Herodes vgl. Mk 6,14)
und andere (für) Elias*,
(= die verbreitete Überzeugung, dass vor dem Messias der Prophet Elia wiederkommen werde vgl. Mk 6,15)

andere aber (folgendes): (für) einen der Propheten*.
(= besonders gedacht wird an einen neuen Mose, vgl. Dtn 18,15)

Und ER fragte sie (selbst):
ihr aber was (über) mich saget ihr, wer ich sei?
antwortend der Petrus sagt er (zu) ihm:
du bist der Gesalbte*
(= Christos = der (von Gott zum König) Gesalbte = der verheißene Messias = der König aus dem Geschlecht Davids)
(der Sohn des lebendigen Gottes).

Und er verwarnte sie
auf dass sie nicht einem (so) sagen sollten
über ihn.

Erste Leidensankündigung Jesu

Und er fing an sie zu lehren (folgendes)
„es ist nötig (für) den Sohn des Menschen
vieles zu (er-)leiden
und hinweggeprüft (= verworfen) zu werden
   von den Ältesten
   und den Hohenpriestern
   und den Schriftgelehrten
und umgebracht zu werden
und nach drei Tagen aufzuerstehen.“

Und in aller Offenheit das Wort sagte er.

Zurechtweisung des Petrus

Und zu-sich-her-nehmend der Petrus ihn
fing er an zu verwarnen ihn.

Der aber, gewendet worden
und gewahrt habend die Lernenden (von) ihm
verwarnte den Petrus
und sagte: Hinweg, hinter mich, Widersacher,
weil du nicht bedacht bist (auf) das des Gottes
sondern (auf) das der Menschen.

Jesu Wort von der Kreuzesnachfolge

Und herzurufend die Menge
samt den Lernenden (von) ihm,
sprach er zu ihnen:
„wenn jemand willens ist, mir nachzufolgen,
verleugne er sich selbst
und nehme auf das Kreuz – sein eigenes
und folge mir nach.

Welcher nämlich sooft er will
seine Seele (Psyche) retten
vernichten wird er sie;
welcher aber gleichsam
vernichten wird seine Seele
um meinet- und des Evangeliums willen,
retten wird er sie.

 

Wen nämlich fördert es,
wenn ein Mensch den ganzen Kosmos gewinnt
und seine Seele verliert?

Wen nämlich könnte geben ein Mensch
als Eintausch für seine Seele?

Welcher nämlich
sooft er beschämt werden sollte
(in Bezug auf) mich
und die von mir kommenden Worte
in der Generation
welche ehebrecherisch und sündhaft (ist)
auch der Sohn des Menschen
wird beschämt werden
(in Bezug auf) ihn
wann er kommt
in der Herrlichkeit seines Vaters
mit den Boten der Himmel.“

Und er sagte zu ihnen:
„Amen ich sage euch (folgendes):
es sind einige der hier Stehenden
welche gewiss nicht schmecken den Tod,
bis sie gewahren
die Königsherrschaft des Gottes,
gekommen seiend in Dynamik.“

(Mk 8,27-35.36-37 u. 9,1)

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Bild zur Meditation:

Jesus = der messianische König + leidender Gottesknecht

Mk 8,27-35

Christus-Bekenntnis u. Zurecht-Weisung – Grafik (c) G. M. Ehlert, 10.09.2018

 

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Impuls zum Evangelium

Das Christusbild des Jesus von Nazaret u. des Simon bar Jona (= Petrus)
oder: Über Selbst- und Fremdeinschätzung

Khalil Gibran (*1883 – +1931) – ein libanesischer Philosoph und Dichter schrieb einmal:

Einmal, alle hundert Jahre, trifft Jesus von Nazareth den Jesus der Christen
in einem Garten zwischen den Hügeln des Libanon.
Und sie sprechen lange,
und jedes Mal geht Jesus von Nazareth fort,
indem er zum Jesus der Christen sagt:
„Mein Freund, ich fürchte, wir werden niemals, niemals übereinstimmen.“

(Aus: Khalil Gibran, Sand und Schaum, Walter-Verlag, Olten u. Freiburg)

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Links:

–> zur 1. Lesung: Jes 50,4-9: – III. Gottesknechtslied

–> zum Antwortpsalm: Psalm 116: Erinnerung u. Dank für die Errettung

–> Bildmeditation zu Mk 8,29-34: Du-Christus

–> Predigt zu Mk 8,27-35: „Du bist der Christus – ein Bekenntnis mit Konsequenzen“

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 24.S.i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 12. Sept. 2018

Effata! – Öffne dich! (23.B)

„Effata! – Öffne dich!“

Sonntag, 9. September 2018

Liturgische Texte zum 23. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Ps 119,137.124)
HERR, du bist gerecht, und deine Entscheide sind richtig.
Handle an deinem Knecht nach deiner Huld.

Tagesgebet
Gütiger Gott,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 35,4-7a)
Die Ohren der Tauben öffnen sich, die Zunge des Stummen jauchzt auf

Antwortpsalm: Psalm 146,6-7.8-9b.9c-10
Lobe den HERRN, meine Seele!

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 2,1-5)
Hat Gott nicht die Armen auserwählt, um sie zu Erben des Königreichs zu machen?

Ruf vor dem Evangelium (Mt 6 4,23b)
Halleluja. Halleluja.
Jesus verkündete das Evangelium vom Reich
und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 7,31-37)
Er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Mk 7,31-37: Heilung eines Taubstummen

Und wiederum – hinausgehend aus dem Grenzgebiet von Tyros –
ging ER (= Jesus) durch Sidon hinein an das Meer (= See) von Galiläa
mitten durch das Grenzgebiet der Dekapolis (= Zehn-Städte).

Und sie bringen zu IHM
einen Stumpfen (= Tauben/ Gehörlosen) und nur Stammelnden
und rufen IHN herbei,
dass ER auflege auf ihn die Hand.

Und beiseitenehmend ihn von der
(Volks-)Menge
warf hinein/ streckte aus ER seine Finger in seine Ohren,
und spuckend heftete/ berührte er seine Zunge.
Und aufblickend in den Himmel
seufzte er,
und sagt zu ihm:
„Effatha!“ – das ist: Werde geöffnet!

Und sogleich ward aufgemacht
seine Ohren/ sein Gehör
und es ward losgelöst die Fessel seiner Zunge,
und er redete richtig.

Und er befahl ihnen/ schärfte ihnen ein,
dass sie es nicht einem sollten sagen;
wie groß = je mehr er es ihnen einschärfte,
desto
größer = mehr verkündeten sie (es).

Und über alle Maßen wurden sie aufgewühlt
sagend:
„Ideal/
gut hat er alles gemacht,
und/ auch die Stumpfen (= Tauben) macht er/ bringt er dazu zu hören
und die verstummten
(= Lallenden) zu sprechen.“

(Mk 7,31-35)

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Bild zur Meditation:

Effata! – Werde geöffnet!

Grafik: Effata! - (c) G. M. Ehlert, 06.09.2009

Grafik: Effata! – (c) G. M. Ehlert, 06.09.2009

„Ideal hat ER alles gemacht;
er macht, dass die Tauben hören
und die Sprachlosen sprechen.
(Mk 7,37)

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Impuls zum Evangelium

Effata – öffne dich!

Kommunikation: genau hinhören, um richtig reden zu können

Ich möchte in meiner Predigt darüber sprechen, was eine Voraussetzung für eine gelungene Kommunikation ist: nämlich das genaue Hinhören!

Leitlinie ist für mich dazu ein Blick auf das heutige Evangelium von der Heilung eines Gehörlosen (frühere Bezeichnung: ‚Taubstummer‘) durch Jesus.

  • Taubstumm = ausgegrenzt aus der Gemeinschaft

Der Gehörlose ist stumm, weil er taub ist.

Ein gehörloser – und infolge dessen nur stammelnder – Mensch  war zur Zeit Jesu gesellschaftlich enorm isoliert. Alle technischen Hilfsmittel der Verständigung – wie sie heute existieren – fehlten. Er konnte sich seiner Umwelt gegenüber kaum ausdrücken und auch Worte etc. an ihn, erreichten ihn nicht. Zumal muss bedacht werden, dass damals ein gehörloser Mensch nicht schreiben und lesen konnte. Gehörlos sein war (und ist oft auch heute noch) eine Behinderung, die Menschen allein sein lässt, sehr isoliert und einsam macht. Ein gehörloser Mensch kann nichts hören und kann nicht mitreden und ist so aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Andererseits: ein Erlebnis im Sommer in der Jugendbildungsstätte auf der Jugendburg in Borken-Gemen, wo eine Gruppe hörgeschädigter Menschen war: Bei ihrer Verständigung mit Händen und Gesichtsmimik – bin ich taub und stumm.

  • sich verschließen… andere ausschließen

Es gibt Menschen, die haben gesunde Ohren – u. hören nicht; sie können reden – und bleiben doch stumm.

Wo verstummen Menschen in meiner Gegenwart, wo können sie mein Reden nicht mehr mit anhören können? oder:

Wo werden Menschen in unserer Gesellschaft mundtot gemacht? oder:

–> Was kann ich nicht mehr mit anhören?
Was macht mich stumm oder sprachlos?

Wer im persönlichen wie im politischen Bereich nicht mehr auf die Menschen und ihre Nöte hören kann oder will, wer nur seine eigene Macht im Auge hat, der kann schließlich nur noch unverständlich reden. Von ihm ist jedoch kein heilsames Wort zu erwarten.

  • Schritte auf dem Weg der Heilung

Im heutigen Evangelium gehen nun die messianischen Verheißungen in Erfüllung, nach denen die Tauben hören und die Stummen jubeln (vgl.: Jes 35,5f). Dies geschieht im heidnischen Gebiet der Dekapolis.

Wie kann auch heute geschehen, dass „die Tauben hören und die Stummen jubeln“?

– „Man bringt einen Taubstummen zu Jesus…“
= Auf die Not anderer aufmerksam (gemacht) werden…

– „Er nimmt ihn beiseite…“
= Sich nicht verschließen, sondern sich dem „Taubstummen“ ganz zuwenden

Menschen mit Schwerhörigkeit brauchen das Gefühl, von ihrer Umgebung verstanden zu werden. Sich Gehör verschaffen ist eine Sache, jemanden zu finden, der zuhört und Zeit zum Zuhören hat, ist in der gut hörenden Welt nicht unbedingt selbstverständlich.

Er legt ihm die Finger in die Ohren u. berührt die Zunge des Mannes mit Speichel
= Eine (Zeichen-)sprache finden, die ihn erreichen kann

Wenn die Verständnisbarriere überwunden ist, was nicht einzuschränken ist auf das akustische Hören, dann ist ein wichtiger Schritt getan auf dem Weg zur Integration von Menschen.

– „Er blickt zum Himmel auf…“
= den Menschen in Verbindung mit Gott bringen. (!)

– „Er seufzt…“
= Verständigung –> Verstehen –> Verständnis für den anderen und seine Not haben u. sie (im Gebet) zum Ausdruck bringen

– „Er sagt zu dem Taubstummen: Effata! – Öffne dich!“
= „Schlüsselworte“ finden, die helfen, eine neue Wirklichkeit „zu erschließen“

Verständigung, Verstehen, Verständnis für einander

Wer sich durch Jesu Wort öffnen lässt, der lebt auf.

Er wird ein heiler Mensch. Als solcher kann er seinerseits andere durch sein Wort und durch sein Tun öffnen.

Effata!“ – Öffne dich!

Welche „Schlüsselworte“ kennen wir, die uns eine neue Wirklichkeit geöffnet haben?

  • Das entscheidende Wort: Effata!

Oft fragen wir danach: Was hat ihn taub werden lassen, was verschlägt dem Menschen die Sprache?

Heilende Fragen gehen in eine andere Richtung:

Für welches Wort ist er hellhörig? Was löst seine Zunge?

  • wer hören kann, kann auch wieder richtig reden…

Kommunikation stärkt Gemeinschaftsfähigkeit

Nur wer richtig hört, kann auch richtig reden. Wer also richtig reden will, muss damit beginnen, richtig hinzuhören.

Dazu muss er ins Abseits – in die Stille gehen.

Dies gilt für alle Menschen, vor allem aber auch für die Verkündiger des Evangeliums. Christen sind vielfach beim Hören behindert und stumm in der Verkündigung.

Doch auch das folgende gilt:

Wer gut hinschaut und hinhört auf das leise Wirken Gottes in unserer Welt, der kann dann wie die Menschen damals laut bekennen:

„Er hat alles gut gemacht;
er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.“

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Links:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 8. Sept. 2018

Gottes Wort beherzigen (22. B)

„Gottes Wort beherzigen“

Sonntag, 2. September 2018

Liturgische Texte zum 22. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Ps 86,3.5)
Sei mir gnädig, o HERR. Den ganzen Tag rufe ich zu dir.
HERR, du bist gütig und bereit, zu verzeihen;
für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
von dir kommt alles Gute.
Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.
Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.
Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Deuteronomium (5 Mose/ Dtn 4,1-2.6-8)
Achtet auf die Gebote des HERRN! Fügt nichts hinzu!

Antwortpsalm: Psalm 15,2-3.4.5
HERR, wer darf Gast sein in deinem Zelt,
wer darf weilen auf deinem heiligen Berg

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 1,17-18.21b-22.27)
Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach! 

Ruf vor dem Evangelium (Joh 10,27)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie, und sie folgen mir.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 7,1-8.14-15.21-23)
Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen


Evangelientext  – Übersetzung G. M. Ehlert

–> Mk 7,1-23: Von Reinheit und Unreinheit (22. S. i. J. B)

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Bild zur Meditation:

rein-unrein-ba

rein oder unrein – Grafik zu Mk 7,1-23 – (c) G. M. Ehlert 29.08.2018

Un-
reine Hände

un-
reines Herz

„Ich wasche meine Hände
in Unschuld“ –
doch aus unreinem Herzen
verurteile ich andere…

oder:
Ich habe zwar schmutzige Hände –
aber ich lebe mit einem lauteren Herzen…

„Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt,
kann ihn unrein machen,
sondern was aus dem Menschen herauskommt,
das macht ihn unrein.“
(Mk 7,15)

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Impuls zum Evangelium

Deutschland ist stolz auf seine über 500-jährige Tradition des Reinheitsgebotes beim Bier. Nichts „unreines“ soll über die Lippen in den Menschen hineinkommen.

Noch viel mehr Reinheitsvorschriften kennt die jüdische und muslimische Religion in Bezug auf Speise und Getränke, deren Verzehr erlaubt oder unerlaubt ist.

Im Evangelium (Mk 7,1-23), das am 2. September im Gottesdienst der katholischen Kirche vorgelesen wird,
geht es auch um die Frage von Reinheit und Unreinheit.

Wichtiger als was über die Lippen in den Menschen hineinkommt, ist für Jesus jedoch, was über die Lippen des Menschen aus seinem Herzen herauskommt: Gutes oder Böses. –

Eugen Roth schrieb dazu einmal folgendes zur „Seelischen Gesundheit“:

Ein Mensch frisst viel in sich hinein:
Missachtung, Ärger, Liebespein.
Und jeder fragt mit stillem Graus:
Was kommt da wohl einmal heraus?
Doch sieh! Nur Güte und Erbauung.
Der Mensch hat prächtige Verdauung.

(Aus: Eugen Roth, Sämtliche Menschen,
Carl Hanser Verlag, München Wien 1983)

In diesem Sinne wünsche ich allen „eine prächtige Verdauung.“

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Gedanken zum Verständnis der Bibel

 Vom vierfachen Schriftsinn

Die Kenntnis der Bibel – der „Heiligen Schrift“ – hat für das Leben aus dem christlichen Glauben eine wichtige Bedeutung:

„Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit,
und wer die Heilige Schrift nicht kennt,
der kennt weder Gottes Kraft noch seine Weisheit:
die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.“

Hieronymus, (347 – 420 n.Chr.) lateinischer Kirchenvater

Doch wie kann man heute die Bibel richtig verstehen?

Ist sie ein Geschichtsbuch? – ein Liebesbrief Gottes? – ein Trost- und Hoffnungsbuch? – eine „Bedienungsanleitung“ für ein gelingendes Leben?

Der Psychologe Friedemann Schulz von Thun hat sich ausführlich mit der menschlichen Kommunikation beschäftigt. 1981 hat er in seinem Buch „Miteinander reden – Störungen und Klärungen“ vier Aspekte einer Äußerung und dementsprechend vier Aspekte, wie ein Empfänger diese Äußerung verstehen kann, aufgezeigt.

Wenn einer etwas von sich gibt = „Äußerung“ – gibt er zugleich viererlei kund:

  1. das, worüber er informiert = „Sachinhalt“;
  2. das, was er dabei von sich selbst kundtut = „Selbstkundgabe“;
  3. in was für einer Beziehung er zu dem Empfänger steht = „Beziehung“
  4. wozu er den Empfänger veranlassen möchte = „Appell“.

Der Empfänger kann das Gehörte mit „vier Ohren“ empfangen:

  1. dem „Sach-Ohr“
  2. dem „Selbstkundgabe-Ohr“
  3. dem „Beziehungs-Ohr“
  4. dem „Appell-Ohr“

Was Friedemann Schulz von Thun 1981 veröffentlicht hat,
das hat im Mittelalter die Theologie im Bezug auf die Bibel – der „Äußerung Gottes“ – in der Lehre vom „vierfachen Schriftsinn“ wie folgt ausgesagt:

„Littera gesta docet,

quid credas allegoria;

moralis quid agas,

quo tendas anagogia.“

frei übersetzt:

  1. Der Buchstabe lehrt das Geschehene, (historische Dimension)
  2. die Verbildlichung zeigt an, was du glauben sollst, (theologische Dimension)
  3. die (darin enthaltene) Moral – was du tun sollst, (moralische Dimension)
  4. das „Hinaufführende“ zeigt an worauf hin du dich ausspannen darfst (eschatologische Dimension)

Die Bibel ((= Äußerung Gottes)) kann gelesen/ gehört werden als

  1. ein Geschichtsbuch ((inhaltlicher Aspekt))
    es zeigt auf, was damals geschehen ist (historische Dim.) und als
  2. ein Liebesbrief Gottes an dich und mich? ((Selbstkundgabe))
    in den Worten und Ereignissen offenbart sich Gott und seine Liebe zu den Menschen – was ich glauben darf! (theologische Dim.) und als
  3. eine Gebrauchsanweisung für ein gelingendes Leben ((Appell))
    in dem Beschriebenen kann ich erkennen, was der Wille Gottes ist – was ich also tun soll! (moralische Dim.) und als
  4. ein Trost- und Hoffnungsbuch ((Beziehungsaspekt)) – das Engagement Gottes zeigt auf, dass er das Leben des Menschen retten und vollenden will – was ich folglich erhoffen darf (eschatologische Dim.)

* * *

Anhand des Tagesgebetes vom 22. Sonntag im Jahreskreis B
lassen sich diese vier Dimensionen des „Wortes des Lebendigen Gottes“ und des „Evangeliums unseres Herrn Jesus Christus“ gut aufzeigen:


Allmächtiger Gott,

von dir kommt alles Gute.

Die Bibel ((= Äußerung Gottes))
– ein Geschichtsbuch ((inhaltlicher Aspekt))
– was damals geschehen ist (historische Dim.)
 1. Lesung: „Das Wort Gottes aufmerksam/freudig hören:
„Hört – und ihr werdet leben!“

Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.

Die Bibel – ein Liebesbrief Gottes an dich und mich ((Selbstkundgabe))
– Offenbarung Gottes – was ich glauben darf! (theolog. Dim.)
 2. Lesung: „Nehmt das Wort zu Herzen … – das die Macht hat euch zu retten“

Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.

Die Bibel – eine Gebrauchsanweisung ((Appell))
– was ich tun soll! (moralische Dim.)
 2. Lesung: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach!“

Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Die Bibel – ein Trost- und Hoffnungsbuch ((Beziehungsaspekt))
– was ich erhoffen darf (eschatologische Dim.)
 Evangelium: wichtiger als saubere Hände ist ein reines Herz!
„Selig, die ein reines Herz haben, – sie werden Gott schauen!“

* * *
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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 30. Aug. 2018

 

Urlaubszeit (17.-21. B)

Urlaubszeit

Vom 17. bis 21. Sonntag im Jahreskreis B
ist für die sonntäglichen Lesungen aus dem Markusevangelium eine „Urlaubszeit“ – d.h. an diesen Sonntagen wird die große Speisung (Joh 6,1-15) und die Brotrede Jesu in der Synagoge in Kafarnaum (Joh 6,24-69) aus dem Johannesevangelium eingefügt.

  • Mk 6,30-34 = (16. S.i.J. B) = 22.07.2018
    Die Rückkehr der Apostel – Ruhezeit
    .
  • Joh 6,1-15 (17. S.i.J. B) = 29.07.2018
    Die wunderbare Speisung einer Volksmenge am See von Tiberias
    .
  • Joh 6,24-33 (18. S.i.J. B) = 05.08.2018
    Die Rede über das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum I
    .
  • Joh 6,41-51 (19. S.i.J. B) = 12.08.2018
    Die Rede über das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum II
    .
  • Joh 6,51-58 (20. S.i.J. B) = 19.08.2018
    Die Rede über das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum III
    .
  • Joh 6,60-69 (21. S.i.J. B) = 26.08.2018
    Spaltung unter den Jüngern aufgrund der Rede Jesu über das Himmelsbrot
    .

Der Text: Joh 06,1-71 (Übersetzung G. M. Ehlert)

Joh 6,1-71 Aufbau: „Prolog“ – „Dialog“ – „Epilog“

Bild-Meditation über Jesu Vermächtnis

Das Brot des Lebens

Das Brot des Lebens – (c) G. M. Ehlert

(Un-)Erhörtes Gebet

Du gehst zu Gott mit deiner Not
und bittest ihn ums tägliche Brot.

Gott schaut auf dich in deiner Not
er hört dich an
und gibt dir gleich dreifach das notwendende Brot:
das Brot des Ackers für deinen Leib
das Brot des Wortes für deinen Geist
das Brot des Lebens für dein seelisches Heil.

Gott kommt nun zu dir mit seiner Not
auch andere brauchen das tägliche Brot:
das Brot des Ackerns für den Hunger im Leib
das Brot des Wortes für die Suche im Geist
das Brot des Lebens für ihr seelisches Heil.

Schaust du auf Gott in seiner Not?
Hörst du ihn an?
Teilst auch du mit andern dein tägliches Brot?

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

 

(Stand: 14.07.2018)

 

Mach mal Pause (16.B)

„Mach mal Pause“

Sonntag, 22. Juli 2018

Liturgische Texte zum 16. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Ps 54,6.8)
Gott ist mein Helfer, der HERR beschützt mein Leben.
Freudig bringe ich dir mein Opfer dar
und lobe deinen Namen, HERR,
denn du bist gütig.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
sieh gnädig auf alle, die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

ERSTE Lesung aus dem Buch Jeremia (Jer 23,1-6)
Ich sammle den Rest meiner Schafe und bestelle Hirten für sie

Antwortpsalm: Psalm 23, 1-3.4.5.6
Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen

zu Psalm 23: JHWH – mein Wegbegleiter + Mahlbereiter + Heimatgeber ;
u. Psalm 23: JHWH – mein Hirt 

ZWEITE Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser (Eph 2,13-18)
Christus ist unser Friede: Er vereinigte Juden und Heiden 

Ruf vor dem Evangelium (Joh 10,27)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie, und sie folgen mir.
Halleluja.

Evangelium Mk 6,30-34
Sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben

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Bild zur Meditation:

heute-schon-gelebt-3a

Heute schon/schön gelebt/geliebt/gelobt? – (c) G. M. Ehlert

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Evangelientext Mk 6,30-34 – Übersetzung G. M. Ehlert

–> Mk 6,30-34: Rückkehr der Apostel – Ruhezeit (16. S.i.J. B)

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Gedanken zum Evangelium

Mach mal Pause!

Die 12 Apostel, die Jesus zu einem „Berufspraktikum“ ausgesandt hatte, (vgl. –> Mk 6,7-13: Berufspraktikum ) kehren nun zu Jesus zurück.

Jesus lädt sie ein, in seiner Gegenwart „zu pausieren“.
Das Evangelium zeigt aber auch, dass es gar nicht so einfach ist, ungestört ausruhen zu können. (und dabei gab es damals ja noch gar nicht Handys und Internet und die andere Möglichkeiten, ständig erreichbar zu sein…).

Nicht nur in der Musik gehören die Pausen zum Musikstück dazu.
Auch im Alltag werden wir kurzatmig, wenn wir nur Aufnahme und Abgabe – ein und aus kennen.

Auch im religiösen Bereich gilt es, das „ora et labora“ – „bete und arbeite“ durch ein drittes Element zu ergänzen: und „mach mal Pause“.

Aller guten Dinge sind schließlich drei:

Atemrhythmus:

Einatmen – ausatmen – warten können…

Tagesrhythmus:

Beten – arbeiten – sich erholen können…

Wochenrhythmus:

Sonntag – Arbeitstage – Wochenende

Jahresrhythmus:

Feiertage – Arbeitstage – Ferientage

***

in Gottes Hand sind meine Zeiten
zu Psalm 31,16

Urlaub
ein altes Wort
vom Verb erlauben
eigentlich Erlaubnis wegzugehen
Urlaub
grundsätzliche Erlaubnis also:
einmal alles hinter sich lassen
aus dem gesunden Abstand heraus
das gewohnte Alte neu sehen können.

Ferien
aus dem lateinischen feriae
bei den alten Römern die Tage
an denen zu Ehren bestimmter Götter
die Arbeit – besonders die Rechtspflege – ruhte
mit dem Wort Feier verwandt
Ferien
Feier-Tage also:
freie Tage
Ruhe-Tage
Fest-Tage
kostbare Atempause
um Leib und Seele zu spüren

Vacances
leere Tage
sagen die Franzosen
auch aus dem Lateinischen
leer, ledig, frei sein
Vacances
Muße-Tage also:
langsam leer werden können
die Tage einmal frei halten von allem
was sonst bedrängt und umtreibt

Holidays
heilige Tage, gottgefällige Tage
sagen die Engländer
Holidays
geweihte Tage also:
innehalten und nachspüren
im Fließen und Zerrinnen der Zeit
neu entdecken können:

Gott, „in DEINER Hand sind meine Zeiten.”
(vgl. Ps 31,16)

(c) G. M. Ehlert

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 14. Juli 2018