Fronleichnam C

Fronleichnam 

Donnerstag, 16. Juni 2022

1. Lesung: (Gen 14,18-20) Melchisedek brachte Brot und Wein zum Dankopfer…
2. Lesung: (1 Kor 11,23-26) Paulus überliefert uns das Abendmahlsgeschehen…
Evangelium: (Lk 9,11b-17) Die Speisung der Fünftausend…

„Der Leib Christi – und wir“ 

Liturgische Texte zu Fronleichnam (C)

Fronleichnam (von „vrone“ = „Herr“ u. „licham“ = „lebendiger Leib“)

Das Hochfest vom „lebendigen Leib des Herrn“

fronleichnam-2a

Fronleichnamsprozession, Grafik von G. M. Ehlert, 2018

ist ein sog. Ideenfest jeweils am zweiten Donnerstag nach Pfingsten.
Die mittelalterliche Eucharistiefrömmigkeit ist der Ursprung dieses Hochfestes.
Die Betonung der realen Gegenwart Christi (= Realpräsenz) unter den Gestalten von Brot und Wein
führte zur Eucharistischen Anbetung
und zur Prozession mit dem „Leib des Herrn“,
der in einer Monstranz (= kostbares Zeigegerät)
unter einem Baldachin (= Tragehimmel)
durch die Gemeinde getragen wird.

Eröffnungsvers: (vgl. Ps 81,17)
Er hat uns mit bestem Weizen genährt
und mit Honig aus dem Felsen gesättigt.

Tagesgebet:
Herr Jesus Christus,
im wunderbaren Sakrament des Altares
hast du uns das Gedächtnis deines Leidens
und deiner Auferstehung hinterlassen.
Gib uns die Gnade,
die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes
so zu verehren,
dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird.
Der du in der Einheit des Heiligen Geistes
mit Gott dem Vater lebst und herrschest in alle Ewigkeit.

1. Lesungaus dem Buch Genesis (Gen 14,18-20)
Melchisedek brachte Brot und Wein dar

Antwortpsalm: Ps 110,1-2.3.4-5
Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks

–> Psalm 110: Christus = Priesterkönig auf ewig

2. Lesung: aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 11,23-26)
Sooft ihr esst und trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn

Sequenz:

Deinem Heiland, deinem Lehrer, /
deinem Hirten und Ernährer, /
Sion, stimm ein Loblied an!

Preis nach Kräften seine Würde, /
da kein Lobspruch, keine Zierde /
seinem Ruhm genügen kann.

Dieses Brot sollst du erheben, /
welches lebt und gibt das Leben, /
das man heut‘ den Christen weist.

Dieses Brot, mit dem im Saale /
Christus bei dem Abendmahle /
die zwölf Jünger hat gespeist.

Laut soll unser Lob erschallen /
und das Herz in Freude wallen, /
denn der Tag hat sich genaht,

da der Herr zum Tisch der Gnaden /
uns zum ersten Mal und geladen /
und dies Mahl gestiftet hat.

Neuer König, neue Zeiten, /
neue Ostern, neue Freuden, /
neues Opfer allzumal!

Vor der Wahrheit muss das Zeichen, /
vor dem Licht der Schatten weichen, /
hell erglänzt des Tages Strahl.

Was von Christus dort geschehen, /
sollen wir fortan begehen, /
seiner eingedenk zu sein.

Treu dem heiligen Befehle /
wandeln wir zum Heil der Seele /
in sein Opfer Brot und Wein.

Doch wie uns der Glaube kündet, /
der Gestalten Wesen schwindet, /
Fleisch und Blut wird Brot und Wein.

Was das Auge nicht kann sehen, /
der Verstand nicht kann verstehen, /
sieht der feste Glaube ein.

Unter beiderlei Gestalten /
hohe Dinge sind enthalten, /
in den Zeichen tief verhüllt.

Blut ist Trank, und Fleisch ist Speise, /
doch der Herr bleibt gleicherweise /
ungeteilt in beider Bild.

Wer ihm nahet voll Verlangen, /
darf ihn unversehrt empfangen, /
ungemindert, wunderbar.

Einer kommt, und tausend kommen, /
doch so viele ihn genommen, /
er bleibt immer, der er war.

Gute kommen, Böse kommen, /
alle haben ihn genommen, /
die zum Leben, die zum Tod.

Bösen wird er Tod und Hölle, /
Guten ihres Lebens Quelle, /
wie verschieden wirkt dies Brot!

Wird die Hostie auch gespalten, /
zweifle nicht an Gottes Walten, /
dass die Teile das enthalten, /
was das ganze Brot enthält.

Niemals kann das Wesen weichen, /
teilen lässt sich nur das Zeichen, /
Sach‘ und Wesen sind die gleichen, /
beide bleiben unentstellt.

*Seht das Brot, die Engelspeise! /
Auf des Lebens Pilgerreise /
nehmt es nach der Kinder Weise, /
nicht den Hunden werft es hin!

Lang im Bild war‘s vorbereitet: /
Isaak, der zum Opfer schreitet; /
Osterlamm, zum Mahl bereitet; /
Manna nach der Väter Sinn.

Guter Hirt, du wahre Speise, /
Jesus, gnädig dich erweise! /
Nähre uns auf deinen Auen, /
lass uns deine Wonnen schauen /
in des Lebens ewigem Reich!

Du, der alles weiß und leitet, /
uns im Tal des Todes weidet, /
lass an deinem Tisch uns weilen, /
deine Herrlichkeit uns teilen. /
Deinen Seligen mach uns gleich!

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 6,51)
Halleluja. Halleluja!
(So spricht der Herr:)
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.
Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
Halleluja!

Evangeliumnach Lukas (Lk 9,11b-17)
Alle aßen und wurden satt

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–> zu den liturgischen Texten dieses Hochfestes siehe auch: Schott Fronleichnam C

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Evangelientext (Lk 9,10-17) 

(Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert)

Lk 9,10-17 Speisung der fünftausend Männer

10 Und – zurückgekehrt – die – Abgesandten (= Apostel)
erzählten sie – ihm selbst – was alles/ wie großes/ wie viel – sie gemacht hatten –
und übernehmend/ mitnehmend – jene –
zog er sich zurück – ins – Eigene –
hinein in – eine Stadt – genannt – Bethsaida (= Haus des Fanges).

11 Die – aber – (Volks-)Menge – erkannt habend – folgten sie – ihm –
und – aufnehmend – jene – sprach er – zu ihnen – über – die – Königsherrschaft – des – Gottes –
und – diejenigen – notwendig – habende – (der) Therapie – heilte er.

12 Der – aber – Tag – er begann – sich zu neigen –
Hinzukommend – aber – die – Zwölf – sprachen sie – zu ihm:
löse los/ entlass – die – (Volks-)Menge –
damit – (als) weggeschickt wordene – hinein in – die – ringsum (befindlichen) – Dörfer –
und – Äcker – sie einkehren mögen – und – antreffen mögen – Verpflegung –
denn – hier – in – öder – Gegend – sind wir.

13 Er sprach – aber – zu ihnen –
gebt! – ihnen – ihr selbst – zu essen! –
Die – aber – sprachen: –
nicht – sind – uns – mehr – der – Brote – (als) fünf –
und – (der) Fische – zwei –

wenn nicht etwa – (als) weggeschickt wordene – wir kaufen mögen
hin zu – den – vielen – des – Volkes – dieses – (die) Speise.

14 Es waren – nämlich – ungefähr – (der) Männer – fünftausend

Er sprach – aber – zu – den – Jüngern – von ihm –
lasst niederlagern – diese – (nach) Lagergemeinschaften – zu je – fünfzig.

15 Und – sie machten – es so – und – sie lagerten sich nieder – allesamt.

16 (An-)nehmend – aber – die – fünf – Brote – und – die – zwei – Fische –
blickte er hinauf – hinein in – den – Himmel
er gutwortete/ pries/ segnete – sie –
und – zerbrach sie –
und – gab sie – den – Jüngern – vorzusetzen/ anzuvertrauen – der – (Volks-)Menge.

17 Und – sie aßen –
und – sie wurden gesättigt – alle –
und – es wurden aufgehoben – die – übriggebliebenen – von den – Bruchstücken – Tragkörbe – zwölf.

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Bild zur Meditation:

„Wir gehen über in das, was wir empfangen“
(Papst Leo der Große)

Fronleichnam 2021-2ba

Sammlung + Stärkung + Sendung, Grafik von G. M. Ehlert, zu Fronleichnam 2021

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Impulse

VERWANDLUNG

„Wir gehen über in das, was wir empfangen“
(Papst Leo der Große)

„…was wir empfangen“:

Meine Augen sehen nur Brot –
glaubend erkenne ich jedoch: „Es ist der Herr!“

Meine Ohren hören nur das deutende Wort –
glaubend gehorche ich dem, zu dem auch ich gehöre.

Meine Nase riecht kaum den Duft –
glaubend jedoch spüre ich die göttliche Atmosphäre hier.

Meine Hände empfangen ein kleines Stück Brot –
glaubend begreife ich: das ist SEIN Leben, für mich dahingegeben.

Mein Mund kostet und schmeckt –
glaubend bekomme ich so Geschmack an Seiner Liebesgabe.

Während mein Magen die Speise verdaut –
fügt sich in meinem Herzen das Empfangene
zu etwas ganz Neuem zusammen.

„Was wir empfangen, in das gehen wir über…“:

Meine Augen werden sehen –
wie ER Gott und die Menschen sieht.

Meine Ohren werden hören –
worauf ER hört und wem ER Gehör schenkt.

Meine Nase wird riechen –
welchen Duft ER verbreitet und was in der Luft liegt.

Meine Hände werden berühren –
mit wem ER in Berührung kommt.

Mein Mund wird reden –
wovon ER gesprochen hat.

Mit meinem Fleisch und Blut werde ich leben,
wofür ER gelebt hat.

Ich werde eins mit IHM, den ich empfangen habe,
als Brot für andere Menschen –
als ein Glied am Leib Christi. Amen

Georg Michael Ehlert, 19. August 2000

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Gebet/ Meditation:

Im Anschauen deines Bildes
da werden wir verwandelt
in dein Bild.

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Links:

–> zur 1. Lesung –
–> zum Antwortpsalm: Psalm 110: Christus = Priesterkönig auf ewig 
–> 2. Lesung: –
–> Evangelium:

–> zu den Liturgischen Texten dieses Hochfestes: Schott Fronleichnam C

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 16. Juni 2022

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