31. Sonntag B

31. Sonntag im Jahreskreis B

Sonntag, 31. Oktober 2021

1. Lesung: (Deuteronomium 6,2-6) „Höre Israel – der HERR allein ist Gott“…
2. Lesung: (Hebräerbrief 7,23-28) Von dem besonderen Priestertum Jesu…
Evangelium: (Markus 12,28b-34) Vom großen Ziel der Weisungen Gottes…

„Das große Ziel der Gebote“

Sonntag, 31. Oktober 2021

Liturgische Texte: 31. Sonntag im Jahreskreis B  

Eröffnungsvers: (Psalm 38,22-23)
HERR, verlass mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott!
Eile mir zu Hilfe, HERR, du mein Heil.

Tagesgebet
Allmächtiger, barmherziger Gott,
es ist deine Gabe und dein Werk,
wenn das gläubige Volk
dir würdig und aufrichtig dient.
Nimm alles von uns,
was uns auf dem Weg zu dir aufhält,
damit wir ungehindert der Freude entgegeneilen,
die du uns verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Deuteronomium (Dtn 6,2-6)
Höre Israel! Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen

Antwortpsalm: Psalm 18,2-3.4 u. 47.51 u. 50
Ich will dich lieben, HERR, meine Stärke.

–> Psalm 18: Danklied des Königs David für Rettung und Ermächtigung

ZWEITE Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 7,23-28)
Weil Jesus auf ewig bleibt, hat er ein unvergängliches Priestertum

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 14,23)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der HERR)
Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort.
Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 12,28b-34)
Du wirst den HERRN, deinen Gott, lieben;
du wirst deinen Nächsten lieben wie dich selbst

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Evangelientext

Studienübersetzung G. M. Ehlert

Markus 12,28-34 (= Evangelium vom 31. Sonntag im Jahreskreis B)

Die Frage nach dem großen Innenziel der Tora

28 Und hinzugekommen (war) einer der Schriftgelehrten –
anhörend ihre gemeinsamen Unterredungen –
sehend, dass er gut
/ ideal geantwortet hatte ihnen
fragt ihn:
wie beschaffen ist (das) Innenziel/ Gebot – (das) vorrangige/ erste von allen?“

29 Es antwortet der Jesus folgendes:
Das Vorrangige/ erste ist:
höre Israel,
der HERR – der Gott
(von) uns –
der HERR – einer
/ eins ist er

30 und du wirst lieben den HERRN, den Gott von dir
aus
(dem) ganzen des Herzens von dir
und aus
(dem) ganzen der Psyche/ Seele von dir
und aus (dem) ganzen des Durchdenkens von dir
und aus (dem) ganzen der Stärke von dir‘ (Dtn 6,4-5)

31 zweitens/ ein Zweites (ist) dieses:
du wirst lieben den Nächsten von dir wie dich selbst;‘ (Lev 19,18)

größer/ hervorragender (als) diese –
andere Innenziele
/ Gebote nicht sind.“

32 Und es sprach (zu) ihm der Schriftgelehrte:
„gut
/ ideal/ recht so! Meister/ Lehrer! –
gemäß (der) Wahrheit sprachst du, dass
einer/ eins er [=Gott] ist
und nicht ist ein anderer außer ihm

33 und zu lieben ihn
aus
(dem) ganzen des Herzens
und aus
(dem) ganzen der Einsicht
und aus
(dem) ganzen der Stärke –
und
zu lieben den Nächsten wie sich selbst

größer/ wertvoller ist es (als) alle der Brandopfer und Opfergaben.“

34 Und der Jesus – sehend ihn – dass er verständig antwortete, sprach (zu) ihm:
„nicht weit bist du von der Königsherrschaft des Gottes“
und nicht einer – nicht mehr wagte man es – ihn zu befragen.

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Bild zur Meditation:

„Wie beschaffen ist das vorrangige Ziel?…

3-fach-Liebe-a

Dreifache Liebe – Zeichnung von G. M. Ehlert, 02.11.2018

… Du wirst lieben – deinen Gott – deinen Nächsten wie dich selbst.“

Gott lieben…
wie eine Pflanze – dem Licht der Liebe Gottes entgegenwachsen
zur Verherrlichung Gottes…

Den Nächsten lieben…
wie der barmherzige Samariter
dem Menschen, der unter die Räuber gefallen ist, aufhelfen…

Sich selbst lieben…
sich nähren mit dem dreifachen Brot des Lebens:
– dem täglichen Brot – Nahrung für den Leib…
– dem Brot des Wortes Gottes – Nahrung für den Geist…
– dem eucharistischen Brot – Nahrung für die Gemeinschaft der Liebe
mit Gott und dem Nächsten…

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Gedanken zum Evangelium: 

Das große Innenziel jüdischer und christlicher Ethik ist:
Gott zu lieben – auch indem wir ihn im Nächsten lieben!

„Die Beziehung zu Gott dem Vater
bezeugen wir nicht nur dadurch, dass wir ihn so nennen,
sondern dadurch, dass wir uns den Anderen gegenüber wie zu unseren Brüdern und Schwestern verhalten.

Die Beziehung zu Gott dem Schöpfer
bezeugen wir nicht nur mit unseren Ansichten über die Entstehung der Welt,
sondern wesentlicher durch unsere Beziehung zur Natur.

Die Beziehung zum Geheimnis der Menschwerdung
bezeugen wir nicht nur mit jenem Vers im Credo, den wir mit einer Verneigung beim Gottesdienst rezitieren,
sondern vor allem dadurch, wie wir mit unserem eigenen Menschsein und dem Menschsein der anderen Menschen umgehen.“

(aus: Tomáš Halík, Berühre die Wunden, S. 222f)

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Impuls/ Gebet:

Jesus, du hast uns große Worte anvertraut:
Liebe, Wahrheit, Gerechtigkeit.
Dein Reich.
Du hast diese Worte mit Leben, Licht und Liebe gefüllt,
du hast dich selbst in ihnen gegeben.
Du bist die Liebe, die Wahrheit und die Gerechtigkeit.

Hilf uns, füreinander Worte zu finden,
die glücklich machen,
Zwietracht überwinden
und dein freundliches Gesicht zeigen.

Deine Weisung:
„Liebt einander so
wie ich euch geliebt habe“
mögen die Richtschnur für unser Handeln sein.
Schenke uns dazu deinen Segen.

Amen.

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Links:

–> zur 1. Lesung Dtn 6,4-9: Sch’ma Jisrael – Das jüdische Glaubensbekenntnis; Auslegung + Bild zu Dtn 6,4-9
–> zum Gebot der Nächstenliebe: Levitikus 19,18

–> zum Antwortpsalm Psalm 18Danklied des Königs David für Rettung und Ermächtigung

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 31.S.i.J.B

–> Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 29. Okt. 2021

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