12. Sonntag B

12. Sonntag im Jahreskreis B

Sonntag, 20. Juni 2021

1. Lesung: (Ijob 38,1.8-11) Gott, der Herr über die Chaosmächte…
2. Lesung: (2 Kor 5,14-17) Im Leben mit Christus eine neue Schöpfung werden…
Evangelium: (Mk 4,35-41) Wer ist dieser, dass ihm sogar Wind und Wasser gehorchen…

Herr aller Mächte und Gewalten

Liturgische Texte zum 12. Sonntag i. J. B

Eröffnungsvers: (Ps 28,8-9)
Der HERR ist die Stärke seines Volkes,
er ist Schutz und heil für seinen Gesalbten.
HERR, hilf deinem Volk und segne dein Erbe,
führe und trage es in Ewigkeit.

Tagesgebet:
Heiliger Gott,
gib, dass wir deinen Namen allezeit fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Ijob (Ijob 38,1.8-11)
Hier muss sich legen deiner Wogen Stolz 

Antwortpsalm: Ps 107,23-24.26-31
Danken sollen alle dem HERRN;
denn seine Huld währt ewig.

–> Psalm 107: Gott zu bekennen – ist gut für die Erlösten

2. Lesung: 2. Korintherbrief (2 Kor 5,14-17)
Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung 

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Lk 7,16)
Halleluja. Halleluja!
Ein großer Prophet trat unter uns auf:
Gott nahm sich seines Volkes an.
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 4,35-41)
Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen? 

 * * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Evangelientext – Studienübersetzung G. M. Ehlert

Die Stillung des Seesturmes (Mk 4,35-41)

.

4,35 Und – er (= Jesus) sagt – (zu) ihnen – in – jenem – [dem] – Tag
(als es) Abend – geworden
/ entstanden –  (war):
durchkommen sollten wir (=fahren wir hinüber)hinein in – das – jenseitige (Ufer).

36 Und entlassen habend – die – (Volks-)Menge – 
nehmen sie beiseite – ihn –  wie – er war – in – dem – Boot,
und – andere – Boote – waren – mit – ihm.

37 Und – es wird/ entsteht –  ein Wirbel – groß – (des) Windes – 
und – die – Wogen – warf er auf – hinein in – das – Boot,
so dass – folglich begann – gefüllt zu werden – das – Boot (mit Wasser).

38 Und – er selbst – er war – in – dem – Hinterdeck –
auf – dem – Kopfpolster – herabrastend (= schlafend).

Und – sie erwecken – ihn
und – sie sagen – (zu) ihm:

‚O Lehrer – nicht – bekümmert es – dich – (folgendes):
wir werden weggelöst/ (= wir gehen zugrunde)?

39 Und – aufgeweckt/ aufgerichtet worden – drohte er – dem – Wind –
und – er sprach – (zu) dem – Meer/ See: – Schweige! – Verstumme!

Und – es ermüdete – der – Wind –
und es wurde/ entstand – (eine) Windstille – groß.

40 Und – er sprach – (zu) ihnen:
Wie – Furchtsame – seid ihr?
noch nicht – habt ihr – Glauben?

41 Und – sie wurden fürchten gemacht, – (eine) Furcht – groß.
Und – sie sagten – dazu – zueinander:
Wer – folglich – dieser – ist – (folgendes):
und/ sogar – der – Wind – und – das – Meer – sie gehorchen  IHM?

5,1 Und – sie kamen – hinein in – das – jenseitige (Ufer) – des – Meeres/ Sees –
hinein in – die – Gegend – der – Gerasener.

 * * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Bild zur Meditation:

Im Meer der Zeit nicht untergeh’n...“

Sturm auf dem See - (c) G. M. Ehlert

Sturm auf dem See – Grafik zu Mk 4,35-41 von G. M. Ehlert


 * * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Gedanken zu Mk 4,35-41

A. Zur geschichtlich/ inhaltlichen Dimension der Perikope: 
– „das Jenseitige“ = das Ostufer des Sees von Galiläa = heidnisches (!) Gebiet;
– plötzlich auftauchender Sturmwind = Fallwinde, die am Spätnachmittag/ Abend am See von Galiläa durchaus Fischerboote zum Kentern bringen können;

B. Zur theologischen Dimension: 
das historische Geschehen von der Stillung des Sturmes auf dem „galiläischen Meer“ hat auch eine symbolische Bedeutung:
– das Boot = Symbol für die Kirche (= Schifflein Petri)
– der See = Symbol für das Unterwegssein im Meer der Zeit…
– Jesus schläft im Boot der Jünger – Erfahrung der Christen auch zur Zeit des Evangelisten Markus, dass er zwar mit im Boot ist, aber nicht aktiv einzugreifen scheint, wenn es drunter und drüber geht;
– der Seesturm = Symbol für die Chaosmächte, die als Gegenkräfte im Wege sind;
– die Stillung des Sturms durch das Machtwort Jesu = die Glaubensüberzeugung, dass Christus – wie Gott selbst – der Herr aller Mächte und Gewalten ist.

C. Zur eschatologischen Dimension 
d.h. das „Hinaufführende“ – es zeigt auf, worauf hin du dich im Glauben ausrichten darfst:
dass Christus auch in deinen Lebensstürmen a) dabei ist und b) rettend eingreift, wenn du seiner Hilfe bedarfst.

D. Zur moralischen Dimension
Die kritische Frage Jesu nach dem Glauben – ein Appell an den Einzelnen und an die Kirche und damit verbunden: mehr Gelassenheit und Gottvertrauen im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens:
– die Überfahrt zum „Jenseitigen“ ist ein Aufbruch/ ein Wagnis in Unbekanntes…
– die erfahrenen Widerstände führen oft in eine Krise, die nach der Errettung zur Stärkung des Gottvertrauens führen kann.

Die Perikope (Mk 4,35-41) im Aufbau des Evangeliums nach Markus: 

Vor der Hinüberfahrt: Jesu lehrt in Gleichnissen vom Reich Gottes (Mk 4,1-34)

  1. Die Erfahrung: Stürme auf dem Meer des Lebens, mit denen wir allein nicht fertig werden.
  2. Der angstvolle Vorwurf: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
  3. Das antwortende Geschehen: Jesus lässt durch sein machtvolles Wort Meer und Sturm verstummen.
  4. Die Frage Jesu an uns: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
  5. Die Veränderung bei den Jüngern: Aus Furcht vor dämonischen Gewalten der Natur wird (Ehr)furcht vor dem Herrn.

Nach der Hinüberfahrt: Jesus befreit im heidnischen Gebiet einen Besessenen von Dämonen (Mk 5,1-20)

Meditation: Jesus – Herr aller Mächte und Gewalten

Mit den Engeln singen wir:

Heilig, heilig, heilig ist Gott,
der Herr aller Mächte und Gewalten;
erfüllt sind Himmel und Erde von seiner Herrlichkeit“

Diese Wirklichkeit des Himmels
beginnt schon hier auf Erden – senfkorngroß.
Davon hast du – Jesus – vor den Menschen in Gleichnissen geredet.

Einen solchen „senfkorngroßen Glauben“
willst du nun deinen Jüngern einpflanzen:

Daher forderst du sie auf:
hinüberzufahren übers Meer zum Jenseitigen – Grenzen überschreitend.

Erfüllt sind Himmel und Erde… von deiner Herrlichkeit (?)

Mitten auf dem Meer
zeigen die Mächte und Gewalten des Sturmes und des Meeres
ihre bedrohliche Kraft.

Du aber liegst auf einem Kissen und schläfst.
Du schläfst den Schlaf des Gerechten in aller Unruhe,
weil du ganz „im Schutz des Höchsten wohnst“ (Ps 91)

Doch wir – wir sind in großer Angst,
wenn Unglück über uns hereinbricht.
Rütteln dich wach
und schreien aus tiefer Not zu dir:

Hosianna! – Ach, so hilf doch, Herr! – in der Höhe.

Aus einem großen Sturm wird – durch DEIN machtvolles Wort –
eine große Stille und eine große Furcht der Jünger.

Zuvor hatten sie eine „Heidenangst“ vor dämonischen Mächten der Natur,
nun fürchten sie eine große Furcht vor dir, dem HERRN,
dem sogar Wind und Meer gehorchen.

Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.

Du, Jesus Christus, bist gekommen im Namen Gottes, des Herrn
und wir erkannten dich nicht.

Du bist mit uns im Boot –
und wir vertrauten so wenig darauf.

Hosianna in der Höhe! – Ach, so hilfst du doch, Herr!

Solange DU schläfst – toben Wind und Wellen,
wenn DU auferweckt ein Machtwort sprichst –
ermüden Wind und Wellen werden still.

Georg Michael Ehlert, 23. Juni 2003

 * * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Impuls/ Gebet:

Gott gebe dir
für jeden Sturm einen Regenbogen,
für jede Träne ein Lachen,
für jede Sorge eine Aussicht
und eine Hilfe in jeder Schwierigkeit.
Für jedes Problem, das das Leben schickt,
einen Freund, es zu teilen,
für jeden Seufzer ein schönes Lied
und eine Antwort auf jedes Gebet.

Altirischer Segenswunsch

 * * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Links:

Gedenktage: 

 * * *

Pfeil-obenzum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 19.06.2021

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.