4. Sonntag B

4. Sonntag im Jahreskreis B

Sonntag, 31. Januar 2021

1. Lesung: (Dtn 18,15-20) Von einem Propheten, dem Gott selbst die Worte in den Mund legt …
2. Lesung: (1 Kor 7,32-35) Von Menschen, die sich sorgen um die Sache des Herrn …
Evangelium: (Mk 1,21-28) Von einem, der lehrte mit göttlicher Vollmacht …

Liturgische Texte zum 4. Sonntag i.J. B

Eröffnungsvers (Ps 106,47)
Hilf uns, HERR, unser Gott, führe uns aus den Völkern zusammen!
Wir wollen deinen heiligen Namen preisen,
uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, dass wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Deuteronomium (Dtn 18,15-20)
Einen Propheten wie Mose will Gott dem Volk Israel erstehen lassen und seine Worte in seinen Mund legen – (Christen sehen diese Verheißung in Jesus Christus erfüllt)

Antwortpsalm: Ps 95,1-2.6-7c.7d-9
Hört auf die Stimme des HERRN; verhärtet nicht euer Herz!

–> zu Psalm 95: Aufruf zu Anbetung und Gehorsam gegenüber Gott

2. Lesung: aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1. Kor 7,32-35)
Die Jungfrau sorgt sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein

Ruf vor dem Evangelium (Mt 4,16)
Halleluja. Halleluja.
Das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen;
denen, die im Schattenreich des Todes wohnten,
ist ein Licht erschienen.
Halleluja!

Evangelium: nach Markus (Mk 1,21-28)
Christus lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat

* * *

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Evangelientext (Mk 1,21-28)Studienübersetzung von G. M. Ehlert

Jesu vollmächtiges Wort bewirkt, dass unreine Geister weichen müssen

Und sie (= Jesus und seine Jünger) gingen hinein nach Kapharnaum (= Ort des Trostes)
Und geradewegs an dem Sabbat hineinkommend in die Synagoge (= Versammlung(sort))
lehrte er sie.

Und sie waren aufgewühlt über seine Lehre;
er nämlich war lehrend sie wie Vollmacht habend
und nicht wie die Schriftgelehrten.

Und geradewegs war in der Synagoge daselbst
ein Mann in unreinem Geist
und er krächzte auf:

Sagend: „was (ist zwischen) uns und dir
Jesus aus Nazaret?
Bist du gekommen, wegzulösen (= zu vernichten) uns?

Ich erkenne dich, wer du bist:
der Heilige des Gottes.“

Und es fuhr ihn an (= er befahl aufs Strengste)
der Jesus sagend:
„Maul zu und raus aus ihm!“ (=verstumme und geh heraus aus ihm).

Und umherzerrend ihn der unreine Geist
und laut schreiend mit großer Stimme
ging er heraus aus ihm.

Und sie waren total in Schrecken versetzt
so dass sie untereinander erfragten – einer zum anderen: „was ist das?
Eine neue Lehre mit Vollmacht,

und (= sogar) den unreinen Geistern gebietet er
und sie sind untertan ihm.“

Und es ging heraus das von ihnen Gehörte geradewegs
überallhin in die ganze Nachbarschaft (= Umgegend) Galiläas.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Ich erkenne dich, wer du bist:
der Heilige des Gottes“

mk1.21-28ba

„Eine neue Lehre mit Vollmacht“ – Grafik zu Mk 1,21-28; von  G. M. Ehlert, 21.01.2018

Zur Grafik: Der in Mk 1,21-28 geschilderte Exorzismus wird hier wie ein antiker Götterkampf dargestellt, bei dem die überlegene Macht des Geistes Gottes, die in Jesus wirkt, über dämonische, Menschen versklavende Mächte aus dem Untergrund dargestellt ist. Die Quelle der Kraft Jesu kommt aus der Reinheit seines Herzens. (Dies wird jedoch endgültig erst im Kreuzestod Jesu offenbar werden).

* * *

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Impuls: Die Vollmacht des Wortes Jesu

Jesus Christus ist der Sohn Gottes (Mk 1,1),
dessen Wirken vorgebahnt wurde von Johannes dem Täufer (Mk 1,2f),
nach dessen Taufe im Jordan offenbar wird, dass Gottes Geist auf ihm ruht und Gott bezeugt, dass er sein geliebter Sohn ist, an dem er Wohlgefallen hat (Mk 1,10-11).
Dieser reine u. heilige Geist Gottes treibt Jesus in die Wüste, wo er vom Satan und all seinen unreinen Geistern versucht wird, jedoch rein und gestärkt daraus hervorgeht. (Mk 1,12-13).

Nach der Gefangennahme Johannes des Täufers (Mk 1,14)
kehrt er nach Galiläa zurück und verkündet:
„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe!
Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ (Mk 1,15)

Sein Wort bewirkt, was es besagt:
Er ruft Simon und Andreas, sowie Jakobus und Johannes vom Fischfang weg in seine Nachfolge (Mk 1,16-20).

Mit ihnen geht er nach Kapharnaum und lehrt in der Synagoge.
Die Vollmacht seiner Lehre erweist sich dadurch, dass sogar unreine Geister ihm gehorchen (Mk 1,21-28) –

dieser Exorzismus ist die erste wunderbare Tat Jesu, von welcher der Evangelist Markus berichtet.

Das Dämonische in dieser Welt verliert dort seine Macht,
wo das Evangelium Jesu Christi aufgenommen wird.

* * *

Meditation

Jesu Wort kraftvoll – in der Tat

Mit meinem Denken und Fühlen begebe ich mich nach Kafarnaum – dem Ort des Trostes – in die Synagoge.
Hier hat es begonnen mit Jesus aus Nazaret – an einem Sabbat – sein erster öffentlicher Auftritt.
Sein Herzensanliegen:
die Verkündigung der frohen Botschaft von der nahegekommenen königlichen Herrschaft Gottes.

Was an diesem Sabbat der Textabschnitt war, über den er gesprochen hat – wird uns nicht überliefert.
Was er dazu gesagt hat – wird auch nicht berichtet…
Aber wie seine Verkündigung bei den Menschen dort angekommen ist, das wird geschildert:
die Augen- und Ohrenzeugen waren voll Staunen über seine Lehre…
sie war keine langweilige Sonntagspredigt…
sondern es war zu spüren, hier lebt einer das, was er verkündet.

Und dann dieser Zwischenfall – Widerspruch auf offener Bühne – der Albtraum für einen jeden Redner…
Aus einem – bisher unauffälligen Teilnehmer – bricht es hervor…
es klingt wie ein Angriff: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?“
Doch dies ist ein letztes Aufbäumen zerstörerischer Geister,
die diesen Menschen schon viel zu lange besessen hielten:
all das, was sich an wirren Gedanken, destruktiven Gefühlen, unverheilten Verletzungen…
in ihm angestaut hatte, bricht nun aus ihm hervor.

Und Jesus – er schaut ihn an – mit einem klaren, reinen und reinigenden Blick…
Da zerbricht die Staumauer seines bisherigen Lebens
und all das Angestaute stürzt herab…
der Groll kommt ins Rollen…
die zerstörerische Glut wird zur herabfließenden Flut…

„Maul zu! und verlass ihn!“ höre ich Jesus sagen.
Noch ein Zerren und ein lauter Schrei.
Und dann? – Stille! –
und eine Leere? – Nein: eine Fülle von Frieden, von Heilung und Befreiung.

Als wäre ich dabei gewesen, so fährt auch mir ein heiliger Schrecken in die Glieder.
Die Frage der Beteiligten klingt in mir nach: Wer ist dieser? –
Eine neue Lehre mit göttlicher Kraft.
Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.

(G. M. Ehlert)

 

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Links:

–> zu den Liturgischen Texten:  Schott-Messbuch 4. Sonntag im Jahreskreis B

Gedanken zum Evangelium (Mk 1,21-28)

siehe auch: „Ein Arbeitstag im Leben Jesu – Mk 1,22-39

Gedenktage:

– 25. Januar: Bekehrung des Apostels Paulus = F
– 27. Januar: Angela Merici = g
– 31. Januar: Johannes Bosco = G

– 2. Februar: Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess)
– 3. Februar: Blasius = g


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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand 24.01.2021

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