3. Sonntag B

3. Sonntag im Jahreskreis B

Sonntag, 24. Januar 2021

1. Lesung: (Jona 3,1-5.10) Jonas Ruf und die Umwendung Ninives …
2. Lesung: (1 Kor 7,29-31) Umwendung der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes …
Evangelium: (Mk 1,14-20) Eine Umwendung des Lebens im Glauben an Christus …

Liturgische Texte zum 3. Sonntag i.J. B

Eröffnungsvers (Ps 96,1.6)
Singet dem HERRN ein neues Lied, singt dem HERRN, alle Lande!
Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht,
Macht und Glanz in seinem Heiligtum!

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
dass wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Jona 3,1-5.10 
Die Leute von Ninive wandten sich von ihren bösen Taten ab

Antwortpsalm: Psalm 25,4-5.6-7.8-9
Zeige mir, HERR, deine Wege,
lehre mich deine Pfad
e!

2. Lesung: 1 Kor 7,29-31 
Die Gestalt dieser Welt vergeht

Ruf vor dem Evangelium (Mk 1,15)
Halleluja! Halleluja!
Das Reich Gottes ist nahe.
Kehr um, und glaubt an das Evangelium!
Halleluja!

Evangelium: Mk 1,14-20 
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Evangelientext (Mk 1,14-20)Studienübersetzung von G. M. Ehlert

Evangelium von der königlichen Herrschaft Gottes

1,14 Nachdem aber überliefert worden war der Johannes
(= nachdem Herodes Antipas ihn ins Gefängnis hatte werfen lassen)
kam der Jesus hinein nach dem Galiläa
verkündigend die Heilsbotschaft der königlichen Herrschaft des Gottes.

15 Und sagend (folgendes):
Vervollständigt (ist) die (rechte) Zeit
und es ist nahe gekommen die königliche Herrschaft des Gottes.
Kehrt um* und glaubt an das Evangelium.“

*Μετανοεῖτε = denket nach u. denket um u. ändert euren Sinn
= eine vollständige Umänderung des Herzens
und der Seele, des Lebens und der Handlungen

Berufung zum Menschenfischer

16 Umhergehend aber bei dem galiläischen Meer
er sah Simon und Andreas, den Bruder von ihm
auswerfend Rundnetze in das Meer –
sie waren nämlich Fischer (wörtl. Besalzer)

17 Und es sprach zu ihnen der Jesus
„Herbei, folget mir
und ich werde machen,
dass ihr ausgebildet werdet
zu Menschen-Fischern“.

18 Und geradewegs verlassen habend die Netze
folgten sie ihm.

19 Und vorangeschritten von dort ein wenig
sah er Jakobus den (Sohn) des Zebedäus und Johannes, den Bruder von ihm
und sie, sie (waren) in dem Schiff herrichtend ihre Netze.

20 Und geradewegs rief er sie
und verlassen habend den Vater von ihnen – Zebedäus
in dem Boot mit den Lohnarbeitern
gingen sie fort mit ihm.

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Bild zur Meditation:

„Vom Fischer zum Menschen-Fischer“

Menschenfischer-4c
Grafik zu Mt 4,19/ Mk 1,17 von G. M. Ehlert

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Impuls:

Warum ruft Jesus Fischer und keine Straßenbauer?

Ein Fischer an der Atlantikküste im Nordosten Brasiliens stellt beim Bibelgespräch die Frage: „Warum berief Jesus Fischer wie Petrus zu seinen Aposteln?“
Darauf antwortet ein anderer Fischer: „Wer sich zu Lande bewegt, baut Straßen aus Beton und Asphalt. Und er wird immer wieder diesen Weg benutzen. Ein Fischer aber sucht die Fische dort, wo sie sind. Deshalb sucht er jeden Tag einen neuen Weg, um die Fische ausfindig zu machen. Es kann sein, dass der Weg von gestern nicht zu den Fischen von heute führt.“

* * *

Meditation

 „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ (Mk 1,17)

Fischer wissen, was bei diesem Auftrag zu tun ist:

1. Zur rechten Zeit – d.h. nachts, wenn andere schlafen – herausfahren, dorthin wo die Fische sich aufhalten.  d.h. in der Nachfolge Jesu sich dorthin begeben, wo die Menschen gerade sind.

2. Mit Fackeln oder einem Scheinwerferlicht die Fische aus der Tiefe an die Oberfläche locken. – Das erfordert viel Geduld und einen guten Umgang mit der Erfahrung der Vergeblichkeit.
d.h. in der Nachfolge Jesu heißt dies: etwas aufleuchten zu lassen, vom „wahren Licht der Liebe“ mit dem Christus die Menschen aus ihrer Verfinsterung zum Licht des Lebens bringen will.

3. Mit einem Fangnetz die Fische fangen…
d.h. in der Nachfolge Jesu jedoch nicht, mit falschen Verlockungen Menschen umgarnen und verführen und sie für eigene Interessen einfangen, das wäre ein grober Missbrauch des Auftrags Jesu,
sondern es bedeutet, Menschen mit dem „Fangnetz der Liebe“ auffangen,
besonders auch dann, wenn sie durch das soziale Netz der Gesellschaft fallen…
oder wenn sie als Flüchtlinge auf dem Mittelmeer zu ertrinken drohen…
oder wenn sie sich in Schuld(en) verstrickt haben…
oder in einen bodenlosen Abgrund zu versinken drohen,
überall dort ist es gut, wenn es ein Netz von guten Beziehungen gibt, das trägt, das Menschen das Gefühl von Geborgenheit vermittelt. Für solche Menschen ist das Bild von einem Fangnetz, das sie trägt und hält, ein Bild von Rettung und Freiheit.

4. Auf dem trockenen Land angekommen, kommt für die Fischer die Hauptaufgabe: in dem feucht-heißen Klima dafür zu sorgen, dass die gefangenen Fische nicht verderben. Einige wurden frisch verkauft, gebraten und verzehrt. Andere jedoch wurden in Salz gelegt, gepökelt und getrocknet und in Tonkrügen gelagert und konnten so bis nach Jerusalem verkauft werden.
Diese Tätigkeit des Einsalzens hat in der griechischen Sprache den Fischern die Bezeichnung: „alieis“ – „Besalzer“ gegeben.
d.h. „Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, heißt also auch: dafür zu sorgen, dass das Leben der Menschen – mit Erbarmen und Liebe – haltbar gemacht wird und nicht der Fäulnis (der Sünde) verfällt.
Vgl. dazu auch Jesu Wort: „Ihr seid das Salz der Erde…“ (Mt 5,13)
und „Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander“ (Mk 9,50).

Wo immer solche Menschenfischer im Sinne Jesu wirksam sind,
da wird das Reich Gottes mitten unter uns erfahrbar.

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Links:

–> zu den Liturgischen Texten siehe Schott: 3. Sonntag B

Gedanken zu Jona 3:

Gedanken zu 1 Kor 7,29ff

Gedanken zum Evangelium (Mk 1,14-20)

Vom 18. bis 25. Januar wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen.
Thema 2021: „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ (Joh 15,8-9).
Materialen dazu bei der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen):
Gebetswoche Einheit der Christen 2021.

Gedenktage:

– 17. Januar: Antonius der Große = G
– 21. Januar: Agnes = g
– 22. Januar: Vinzenz von Saragossa = g
– 22. Januar: Vinzenz Pallotti = g
– 24. Januar: Franz von Sales = G
– 25. Januar: Bekehrung des Apostels Paulus = F
– 27. Januar: Angela Merici = g
– 31. Januar: Johannes Bosco = G


* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand 22.01.2021

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.