2. Sonntag B

2. Sonntag im Jahreskreis B

Sonntag, 17. Januar 2021

1. Lesung: (1 Sam 3,3b-10.19) Hören – und Gottes Ruf erkennen …
2. Lesung: (1 Kor 6,13c-15a.17-20) Auf den Leib schauen – und dem Geist Gottes darin Raum geben …
Evangelium: (Joh 1,35-42) Jesus aufsuchen – und den Messias finden …

Liturgische Texte zum 2. Sonntag i.J. B

Eröffnungsvers (Ps 66,4)
Alle Welt bete dich an, o Gott, und singe dein Lob,
sie lobsinge deinem Namen, du Allerhöchster.

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: 1 Sam 3,3b-10.19 
Rede, HERR! Dein Diener hört

Antwortpsalm: Psalm 40,2.4ab.7-8.9-10
Mein Gott, ich komme;
deinen Willen zu tun macht mir Freude.

–> Psalm 40: Gottes Lust zu helfen – meine Lust Gottes Willen zu tun

2. Lesung: 1 Kor 6,13c-15a.17-20 
Eure Leiber sind Glieder Christi

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 1,41.17b)
Halleluja! Halleluja!
Wir haben den Messias gefunden, den Gesalbten des HERRN.
Die Gnade und die Wahrheit sind durch ihn gekommen.
Halleluja!

Evangelium: Joh 1,35-42 
Sie folgten Jesus und sahen, wo er wohnte, und blieben bei ihm

* * *

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Evangelientext (Joh 1,35-42)Studienübersetzung von G. M. Ehlert

1,35 (An) dem morgigen/ nächsten (Tag) abermals stand Johannes da und auch zwei seiner Jünger.
36 Und blickend auf Jesus, der vorüberging, sagt er:
„Siehe, das Lamm* des Gottes.“

* amnos = Lamm,
dieses gr. Wort kommt im NT nur an folgenden Stellen vor:
Joh 1,29 u. 36, sowie Apg 8,32ff, dort ein Zitat von Jes 53,7b = aus dem Gottesknechtslied

37 Und es hörten die beiden Jünger ihn (so) reden
und sie folgten Jesus.

38 Es wandte sich aber Jesus um
und sah sie (ihm) folgen –
er sagt zu ihnen:
„Was sucht ihr?“*

* Diese Frage Jesu ist das erste Wort,
das Jesus im Johannesevangelium selbst spricht.

Sie aber sprachen zu ihm:
„Rabbi – was übersetzt bedeutet: Lehrer -, wo ist deine Bleibe?“

39 Er sagt zu ihnen:
„Kommt! und ihr werdet sehen.“

Sie gingen nun (mit)
und sahen, wo seine Bleibe war.

Und sie blieben jenen Tag bei ihm. 
Es war um die zehnte Stunde. *

* Die zehnte Stunde = 16 Uhr;
um diese Zeit wurde im Tempel immer das Lamm für das Abendopfer ausgesucht.
Geschlachtet und dargebracht wurde es einige Stunden später. 
Aber um 16 Uhr wird entschieden, welches Lamm es ist.
Johannes erwähnt diese Uhrzeit als besonderes Zeugnis:
Dieser Mann – er ist das Lamm – und in dieser Stunde begegnen wir ihm – Zufall??? –
Nein! Eine besondere Stunde Gottes.
(so Misn. Pesachim, c. 5. sect. 1,
in: John Gill’s Exposition of the Entire Bible z.St.)

40 Es war Andreas – der Bruder des Simon Petrus – einer von den zweien, die es gehört hatten von Johannes und Ihm gefolgt waren.

41 Es findet dieser zuerst seinen eigenen Bruder Simon
und sagt zu ihm: „Wir haben gefunden den Messias“ – das heißt übersetzt: Christus.
(= der Gesalbte)
42 Er führte ihn hin zu Jesus.

Ihn erblickend sprach Jesus:
„Du bist Simon, der Sohn des Johannes,
du wirst genannt werden Kephas“ – übersetzt: Petrus.
(= der Fels)

siehe auch: Joh 1,29-51 
In diesem Abschnitt werden auch die 7 Titel Jesu in Joh erstmals genannt: 
1. Lamm Gottes; 2. Sohn Gottes; 3. Rabbi (= Lehrer); 4. Messias (= Christus); 5. Jesus… aus Nazaret; 6. König von Israel; 7. „Sohn des Menschen“/ Menschensohn = Selbstbezeichnung Jesu (10x in Joh + 2x als Anfrage der Menge).

Der völlig menschliche (7.) Jesus von Nazaret (5.) ist der messianische (4.) König (6.), der Lehrer (3.) Israels und der Sohn Gottes (2.), der für die Sünden der Welt sterben wird (1.).

* * *

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Bild zur Meditation:

„Meister, wo wohnst du? –
Kommt! und ihr werdet sehen“

Joh-1-35-42a
Grafik zu Joh 1,35-42 von G. M. Ehlert

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Impuls:

Suchen und IHN finden – Gedanken zu Joh 1,35-51 

Am Anfang der Heiligen Schrift – im Buch Genesis – dem Buch vom Ursprung, da ist Gott auf der Suche nach dem Menschen: „Adam, wo bist du?“ (Gen 3,9) –
Das ist die erste Frage, die uns die Heilige Schrift aus dem Munde Gottes überliefert.

Am Anfang des Johannesevangeliums – da blickt sich Jesus um,
und als er die beiden Menschen sieht, die auf der Suche nach Jesus Christus sind,
da fragt ER sie: „Was sucht ihr?“ (Joh 1,38 ) –
Das ist die erste Frage, die uns der Evangelist Johannes aus dem Munde Jesu Christi überliefert.
Die beiden Jünger antworten auf diese Frage mit einer Gegenfrage:
„Rabbi, wo ist deine Bleibe?“ – Wo wohnst du? – Wo ist dein Zuhause?
ER lädt sie ein: „Kommt, und ihr werdet sehen.“
Und sie – sie gehen mit ihm und sahen, wo er wohnte.

Sie haben gesucht. Und haben das Gesuchte gefunden.

Was suchen wir?
Wen suchen wir?
Wo suchen wir?
Bei wem suchen wir den Gesuchten?
Suchen wir Gottes Sohn?
Wo suchen wir IHN?
Bei wem suchen wir IHN?

Was ist unsere erste Frage, wenn wir IHN finden?
Fragen auch wir danach, wo ER wohnt?
„Gott wohnt, wo man IHN einlässt.“
Lassen wir Gott bei uns herein?
Lassen wir uns auf Gott ein?

„Wer sucht, der wird finden!“ (Mt 7,8 )


* * *

Wo wohnt Gott? – Wo finde ich IHN?

Droben, im Himmel?
Drüben, im Tempel?
Nebenan, im Mitmenschen?
In mir, im eigenen Herzen?

– Samuel wird von Gott gerufen, als er im Tempel ist (1 Sam 3,1-19).
– Zwei Jünger des Johannes kommen zu Jesus und sehen, wo er zuhause ist (Joh 1,35-42).
– Paulus erinnert uns daran, dass wir ein Tempel Gottes sind, dass Gottes Geist in uns wohnt (1 Kor 6,19).

Wo findest Du Gott? –
In der Stille der Kirche?,
in der Begegnung mit Christus – in seinem Wort u. Sakrament?;
im Hören auf die leise Stimme des eigenen Herzens?

* * *

Meditation

Jesus, in dem die Fülle der Gottheit wohnt,
ist unsere Wohnung geworden.

Indem er in uns Wohnung nimmt,
können auch wir in ihm Wohnung nehmen.

Indem er sich in unserem Innersten niederlässt,
eröffnet er uns die Möglichkeit, an seiner eigenen Nähe zu Gott teilzuhaben.

Indem er uns als seinen bevorzugten Wohnort wählt,
lädt er uns ein, ihn als unseren bevorzugten Wohnort zu wählen.

Das ist das Geheimnis der Inkarnation, der Menschwerdung Gottes.

(Henri Nouwen)

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Links:

zu Paschalamm + Opferlamm + Osterlamm: “Seht-das-Lamm-Gottes

–> zu den Liturgischen Texten siehe Schott: 2. Sonntag B

Vom 18. bis 25. Januar wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen.
Thema 2021: „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ (Joh 15,8-9).
Materialen dazu bei der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen):
Gebetswoche Einheit der Christen 2021.

–> Gedenktage:

– 17. Januar: Antonius der Große = G
– 21. Januar: Agnes = g
– 22. Januar: Vinzenz von Saragossa = g
– 22. Januar: Vinzenz Pallotti = g
– 24. Januar: Franz von Sales = G


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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand 16.01.2021

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