30. Sonntag A

30. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 25. Oktober 2020
Sonntag der Weltmission

1. Lesung: (Ex 22,20-26) Von der Liebe zum Schwachen...
2. Lesung: (1 Thess 1,5c-10) Von der Bekehrung zum lebendigen Gott…
Evangelium: (Mt 22,34-40) Vom großen Ziel aller Gebote…

Liturgische Texte zum 30. Sonntag A

Eröffnungsvers (Ps 105,3-4)
Freuen sollen sich alle, die den HERRN suchen.
Sucht den HERRN und seine Macht, sucht sein Antlitz allezeit.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
mehre in uns den Glauben,
die Hoffnung und die Liebe.
Gib uns die Gnade,
zu lieben, was du gebietest,
damit wir erlangen, was du verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

Erste Lesung: aus dem Buch Exodus (Ex 20-26)
Wenn ihr Witwen und Waisen ausnützt, so wird mein Zorn gegen euch entbrennen

Antwortpsalm: Ps 18,2-3.4 u. 47.51 u. 50
Ich will dich lieben, HERR, meine Stärke.

–> Psalm 18: Danklied des Königs David für Rettung und Ermächtigung

Zweite Lesung: aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki (1 Thess 1,5c-10)
Ihr habt euch von den Götzen zu Gott bekehrt, um dem wahren Gott zu dienen und seinen Sohn zu erwarten

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 14,23)
Halleluja! Halleluja!
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort.
Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen.
Halleluja!

Evangelium: nach Matthäus (Mt 22,34-40)
Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben,;
deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst

–> siehe auch Mt 22,34-40: Ziel: lieben! (30. S.i.J. A)

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Evangelientext (Mt 22,34-40) (Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert)

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot

Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte,
kamen sie (bei ihm) zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn:
.
Frage:

Lehrer, welche große Zielsetzung (ist) in dem (göttlichen) Grund-Gesetz* ?

(*= die Tora, die Sammlung der Lebensweisungen Gottes)?“
.

Die klare Antwort Jesu:

Liebe erweisen wirst du
dem HERRN*, deinem Gott

*(= JHWH = Name des Gottes, der befreiend und heilend da ist)

mit deinem ganzen Herzen
und mit deiner ganzen Seele
und mit deinem ganzen Durchdenken.“ (= Zitat von Dtn 6,5)

Diese ist die große und vorrangige Zielsetzung.

„(Ein) Folgende aber (ist) gleich derselben:

„Liebe erweisen wirst du
deinem Nächsten
wie dich selbst.(= Zitat von Lev 19,18)

Darin – in diesen beiden Zielsetzugen –
das
(göttliche) Grund- Gesetz hängt
und die Propheten.“
(Mt 22,34-40)

  • mit eigenen Worten: und du wirst/ sollst Liebe erweisen dem, der dir im Leben zur Seite gestellt wird (dem Verwandten, dem Nachbarn, dem Fremden – ja auch dem Feind), denn er ist wie du – ein Geschöpf und Ebenbild Gottes.
    „Ich bin’s“ sagt unser Gott, der bei uns ist, um Gutes zu bewirken.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Das Doppelgebot der Liebe“

Das Innenziel der Bibel: Gott Liebe erweisen –
indem wir dem Nächsten Liebe erweisenMt-22.34-40a

Das Innenziel der Bibel: Gott u. den Nächsten lieben – Grafik von G. M. Ehlert, Okt. 2017

Bildlegende:

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Impuls:

Aus dem Geometrieunterricht kennen manche noch den „Satz des Pythagoras:

a2 + b2 = c2

Mit Hilfe dieser Formel lässt mit Hilfe der beiden

bekannten Seitenlängen von a und b die unbekannte

Größe von c berechnen.

.

Angewandt auf den Bereich des christlichen Lebens:

Die wirkliche Größe der Liebe zu Gott (c2) Zwei Herzkammern der Gottes- u. Nächstenliebe

ist gleich zu setzten (=)

der Liebe zum Nächsten (a2) in Verbindung (+) mit der Liebe zu mir selbst (b²).

Oder mit anderen Worten:

Ob du Gott wirklich liebst,

erkennst du daran,

wie du mit deinem Nächsten umgehst.

.

.

Der Apostel Johannes sagt das so:

„Wer seinen/ ihren Bruder / seine/ ihre Schwester nicht liebt, den er/ sie sieht, kann Gott nicht lieben, den er/ sie nicht sieht.“

(1 Joh 4,20)

.

Und der Apostel Paulus sagt dies so:

„Darauf kommt es im christlichen Leben an:

einen solchen Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.“

(vgl. Brief an die Galater 5,6)

.

„Erweise Liebe deinem Nächsten – dir gleich – ICH bin(s) – der ICH BIN DA!“

(Lev 19,18)

.

„Die Beziehung zu Gott dem Vater
bezeugen wir nicht nur dadurch, dass wir ihn so nennen,
sondern dadurch, dass wir uns den Anderen gegenüber wie zu unseren Brüdern und Schwestern verhalten.

Die Beziehung zu Gott dem Schöpfer
bezeugen wir nicht nur mit unseren Ansichten über die Entstehung der Welt,
sondern wesentlicher durch unsere Beziehung zur Natur.

Die Beziehung zum Geheimnis der Menschwerdung
bezeugen wir nicht nur mit jenem Vers im Credo, den wir mit einer Verneigung beim Gottesdienst rezitieren,
sondern vor allem dadurch, wie wir mit unserem eigenen Menschsein und dem Menschsein der anderen Menschen umgehen.“

(aus: Tomáš Halík, Berühre die Wunden, S. 222f)

Die Begegnung mit dem nächst besten Menschen, der meinen Lebensweg heute oder Morgen kreuzt, kann zum Schlüssel werden
Gott, den Nächsten und sich selbst Liebe zu erweisen.

Von diesem Glauben zeugt auch ein Spruch im „Warschauer Ghetto“ aus der NS-Zeit:

„Ich suchte Gott, und er entzog sich mir;
ich suchte meine Seele und fand sie nicht;
ich suchte meinen Bruder und fand sie alle drei.“

Gebet:

Komm Heiliger Geist,
du Geist der Freude und der Zuversicht.
Herr, lass mich Licht sehen,
wo andere nur Finsternis erblicken.
Lass mich den Mut finden zu reden,
wo andere angstvoll schweigen.
Lass mich Freude bringen,
wo andere betrübt sind.
Lass mich voll Zuversicht sein,
wo andere verzweifeln.
Zeige mir den Weg,
wo alles ausweglos erscheint.
Komm Heiliger Geist,
wirke du in mir,
dass du durch mich für andere erfahrbar wirst,
dass die Welt deine Kraft entdeckt
und immer mehr Menschen erfüllt werden
von der Freude und Zuversicht, die du schenkst.
Amen. 

Links:

–> Liturgische Texte – siehe Schott: 30. Sonntag im Jahreskreis (A)

–> Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 19.10.2020

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