23. Sonntag A

23. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 6. September 2020

1. Lesung: (Ez 33,7-9) von der Aufgabe Schuldige zu warnen...
2. Lesung: (Röm 13,8-10) von der „Liebesschuld“…
Evangelium: (Mt 18,15-20) von der geschwisterlichen Zurechtweisung…
Liturgische Texte zum 23. Sonntag A
Eröffnungsvers (Ps 119,137.124) HERR, du bist gerecht und deine Entscheide sind richtig. Handle an deinem Knecht nach deiner Huld.
Tagesgebet: Gütiger Gott, du hast uns durch deinen Sohn erlöst und als deine geliebten Kinder angenommen. Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben, und schenke ihnen die wahre Freiheit und das ewige Erbe. Darum bitten wir durch Jesus Christus…
Erste Lesung: aus dem Buch Ezechiel (Ez 33,7-9) Wenn du den Schuldigen nicht warnst, fordere ich von dir Rechenschaft für sein Blut
Antwortpsalm: Ps 95,1-2.6-7c.7d-9 Hört auf die Stimme des HERRN; verhärtet nicht euer Herz!

–> Psalm 95: Aufruf zu Anbetung und Gehorsam gegenüber Gott


Zweite Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (Röm 13,8-10) Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes
Ruf vor dem Evangelium (vgl. 2 Kor 5,19) Halleluja! Halleluja! Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt und uns das Wort von der Versöhnung anvertraut. Halleluja!
Evangelium: nach Matthäus (Mt 18,15-20) Wenn dein Bruder auf dich hört, so hast du ihn zurückgewonnen

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Evangelientext (Mt 18,15-20) (Arbeitsübersetzung G. M. Ehlert)

Von der Zurückgewinnung eines Sünders

15 Wenn aber sich verfehlt/versündigt* [gegenüber dir] der Bruder dein gehe weg, überführe ihn zwischen dir und ihm allein*; wenn er (auf dich) hört, hast du (zurück-)gewonnen den Bruder dein.
16 Wenn er aber nicht hört, nimm beiseite mit dir selber noch einen oder zwei, auf dass auf (den) Mund zweier oder dreier Zeugen beständigt werde alljede Rede*.
17 Wenn er aber überhört diese, sprich die Herausgerufene* an (*= Ekklesia = Gemeindeversammlung, Bezeichnung für „die Kirche (vor Ort)“) wenn er aber auch die Herausgerufene überhört, so sei er dir ebenso, wie der Nationische (= Heide) und (wie) der Zöllner.
18 Amen, ich sage euch: So vieles, wie ihr bindet auf dem Erdland, wird Gebundenwordenes sein in den Himmeln, und so vieles, wie ihr gleichsam löset auf dem Erdland, wird Gelöstwordenes sein im Himmel.
19 Noch dazu sage ich euch (folgendes): So zwei aus euch auf dem Erdland übereinstimmen werden betreffs alljeder Sache, die sie erbitten, sie wird ihnen werden seitens meines Vaters in den Himmeln.
20 Denn wo zwei oder drei zusammengeführt-wordene sind in (Bezug auf) meinen Namen, dort bin ich in der Mitte von ihnen.

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Bild zur Meditation:

geschwisterliche Zurechtweisung

geschwisterliche Zurechtweisung – Mt 18,15-20; Grafik von G. M. Ehlert

Bildlegende: –> siehe Impuls

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Impuls:

Auch den sündig gewordenen Menschen achten nicht ächten!

Präambel: Direkt vor Mt 18,15-20 steht im Matthäusevangelium das Gleichnis Jesu vom verlorenen Schaf (Mt 18,12-14) mit dem Fazit: „So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.“ Die folgenden Ausführungen wollen zeigen, wie einer, der sich abgesondert hat, wieder zurückgewonnen werden kann:

Jesu Empfehlungen für den Umgang mit Menschen, die sich aus der Gemeinschaft absondern:

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Jesus greift eine Verhaltensregel aus den biblischen Weisungen auf: „Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.“ (Lev 19,17) und er entfaltet sie in fünf Schritten im Geist der Liebe:

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1. Schritt: nicht ihn „herbeizitieren“, sondern zu ihm hingehen (!) und klar aber liebevoll ihn „zu-recht-weisen“ = ihm einen Weg aus dem Fehltritt heraus zeigen – mit dem Ziel: ihn wieder zu gewinnen.

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2. Schritt: Wenn man es allein nicht schafft – vielleicht, weil man nicht den richtigen Ton getroffen hat – ein bis zwei weitere Vertraute mit hinzuziehen (als Zeugen für das Liebesbemühen) um ihn zurückzugewinnen.

3. Schritt: Wenn das nichts hilft „sag es der Gemeinde“ – gemeint: sag es den „Herausgerufenen“ = ein Gremium, das entscheidet, wie es zwischen der Gemeinschaft und dem Betroffenen weitergehen kann.

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4. Schritt: Wenn es auch da zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt, „dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner“ (= Exkommunikation!???) Nein, dann soll er so behandelt werden, wie Jesus mit Heiden und Zöllnern umging = mit zuvorkommender Liebe, um ihn ganz neu für den Weg zum Leben zu gewinnen.

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Jesu Handlungsmaßstab ist also folgender: Wenn ein Mitglied deiner Gemeinde sich verfehlt, dann schau nicht weg, aber kränke ihn auch nicht durch öffentlichen Tadel, sondern gehe in deiner Liebe so weit, dass du in deiner Liebe den Fehltritt vor den Augen der Welt verbirgst und den Bruder – die Schwester – auf den Weg des christlichen Lebens zurück gewinnst.
5. Schritt Wenn selbst das keinen Erfolg hat, miteinander darum beten, dass er einen Weg zur Heilung und zum Heil findet.

Das ist das Herzensanliegen Jesu: „So will auch euer Vater im Himmel nicht, dass einer von den Kleinen verlorengeht“ (Mt 18,14) oder Jesu Gebet im Abendmahlssaal: „Vater ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.“ (Joh 17,24)

Fazit: Wenn sich zwei oder drei – oder mehrere – dieses Herzensanliegen Jesu zu ihrem gemeinsamen Gebet machen, dann – sind sie ganz vereint mit dem Herzensanliegen Jesu, ja dann ist er selbst ganz dabei.

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Gebet:
Herr Jesus, führe uns auf den rechten Weg und hilf uns, die Einheit in der Liebe zu leben, damit deine Gegenwart unter uns sichtbar wird!
Herr, im Anfang hat dein allmächtiges Wort die Welt erschaffen. Wir leben und antworten dir in Anbetung und Dank. Im Gang der Zeiten hast du durch deine Boten gesprochen und deine Wahrheit uns kundgetan. Doch als die Zeit sich erfüllte, kam dein ewiges Wort, Christus, der Herr, und hat deine Liebe geoffenbart. Durch ihn steht nun unsere Hoffnung zu dir für Zeit und Ewigkeit. Gib, dass dein Wort unseren Geist ergreife. Dass wir die heilige Wahrheit lieben und deinem Willen gehorsam seien. Herr, von der Kälte des Herzens erlöse uns. Von Trägheit, Zweifel und Trotz befreie uns. Lass deiner Liebe uns innewerden und deinen Frieden schenke uns! Lehr uns, einander in Ehren zu halten. Deine Gnade sei mächtiger als alles Ärgernis, das wir gegeben haben. Tu unsere Augen auf, dass wir sehen, wo unser Reden und Tun der Einheit im Wege steht. Hilf überwinden, was uns trennt. Am letzten Abend vor seinem Tod hat dein Sohn gebetet, dass alle eins miteinander werden, so wie du eins bist mit ihm, und er mit dir. Gib seiner Bitte Erfüllung, o Vater, denn deiner Gnade ist nichts zu schwer. Amen. (Romano Guardini)
Amen.

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Links: –> –> Liturgische Texte – siehe Schott – 23. Sonntag im Jahreskreis A
–> Mt 18,15-20: Glaubensbrüder zurückgewinnen (Studienübersetzung von G. M. Ehlert) –> „Sünder zurückgewinnen“ – Gedanken zu Mt 18,15-20
Gedenktage: – 04. September: Ida von Herzfeld = g – 05. September: Mutter Teresa von Kalkutta = g – 08. September: Mariä Geburt = F

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 30.08.2020

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