19. Sonntag A

 

19. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 9. August 2020

1. Lesung: (1 Kön 19,9a.11-13a) von der neuen Gotteserfahrung des Propheten Elija...
2. Lesung: (Röm 9,1-5) von der Rettung Israels im Glauben an Christus…
Evangelium: (Mt 14,22-33) von der Begegnung Jesu mit den Jüntern auf stürmischer See…

Liturgische Texte zum 19. Sonntag A

Eröffnungsvers (vgl. Ps 74,20.19.22.23)
Blick hin, o HERR, auf deinen Bund
und vergiss das Leben deiner Armen nicht für immer.
Erhebe dich, Gott, und führe deine Sache.
Vergiss nicht das Rufen derer, die dich suchen.

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
wir dürfen dich Vater nennen,
denn du hast uns an Kindes Statt angenommen
und uns den Geist deines Sohnes gesandt.
Gib, dass wir in diesem Geist wachsen
und einst das verheißene Erbe empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

Erste Lesung: aus dem 1. Buch der Könige (1 Kön 19,9a.11-13a)
Komm heraus, und stell dich auf den Berg vor den HERRN!

–> Elija am Gottesberg Horeb

Antwortpsalm: Ps 85,9-10.11-12.13-14
Erweise uns, HERR, deine Huld,
und gewähre uns dein Heil!

–> Psalm 85: Wenn Gerechtigkeit u. Friede aufeinandertreffen

Zweite Lesung: aus dem Römerbrief (Röm 9,1-5)
Ich möchte selber verflucht sein um meiner Brüder und Schwestern willen

Ruf vor dem Evangelium (Ps 130,5)
Halleluja! Halleluja!
Ich hoffe auf den HERRN,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Halleluja!

Evangelium: nach Matthäus (Mt 14,22-33)
Herr, befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Evangelientext (Mt 14,22-34) (Arbeitsübersetzung G. M. Ehlert)

Jesus kommt über das Wasser zu den Jüngern
– und Petrus kommt über das Wasser zu Jesus

(vgl. Mk 6,45-52; Joh 6,15-21)

22 Und sogleich nötigte er (= Jesus) die Jünger/ Lernenden/ Schüler [von ihm] hineinzusteigen in das Boot
und vorauszuführen/ vorauszufahren (vor) ihm zu dem jenseitigen (Ufer),
während/ bis / damit er entlassen haben möge die (Volks-)Mengen.

23 Und entlassen habend die (Volks-)Mengen
stieg er hinauf auf den Berg für sich (allein) um zu beten/ erbitten/ wörtl. hinaufzuwünschen.
Abend aber war es geworden – allein war er dort.  

24 Das Boot aber war schon viele Stadien von dem Land entfernt
geprüft/ untersucht/ erforscht/ verhört/ gefoltert werdend von den Wogen;
es war nämlich gegenwehend/ gegenüber stehend/ entgegengesetzt/ umgekehrt/ im Widerspruch stehend/ feindlich/ widrig/ ungünstig der Wind/ Sturm.

25 Aber in der vierten Wachezeit der Nacht (= kurz vor Sonnenaufgang)
er kam [herab] zu ihnen
umhergehend/ lebend/ wandelnd über/ auf/ durch/ gegen/ auf… los  das Meer.

26 Aber die Jünger/ Lernenden/ Schüler sehend ihn
auf
/ über/ an/ bei/ in/ in der Nähe von/ auf… hin/ des Meeres umhergehend/ lebend/ wandelnd
sie waren bestürzt/ erregt/ erschrocken
sagend (folgendes): „Fantasie/ Traum-/ Trugbild ist es“,
und aus/ von [der] Furcht schrien sie.

27 Sogleich aber redete er [der Jesus] zu ihnen sagend:
„Vertraut!/ Fasset Mut! ICH BIN’s
nicht fürchtet euch!“

28 Antwortend aber ihm der Petrus – er sprach:
„Herr, wenn du (es) bist, befiehl mir zu kommen zu dir
auf/ hinauf/ zu…/ hin/ bis/ bis zu/ über…hin/ durch/ gegen  diesen Wassern.“

29 Der aber sprach: „Komm!“
Und herabgestiegen von dem Boot
[der] Petrus ging umher/ lebte/ wandelte auf/ an/ bei/ in/ in der Nähe von/ auf… hin/ den Wassern
und kam zu dem Jesus.

30 Erblickend aber den Wind [den starken] wurde er fürchtend gemacht,
und der erste seiend/ führend/ beginnend herabzusinken
krächzte/ schrie er, sagend: „Herr, rette mich!“

31 Sogleich aber der Jesus streckte aus die Hand, ergriff ihn und sagte ihm:
„Kleingläubiger, (in Bezug auf) was hin hast du gezweifelt?“

32 Und hinaufgestiegen mit ihm in das Boot ermüdete der Wind/ Sturm.

33 Die aber in dem Boot waren warfen sich (anbetend) nieder (vor) ihm sagend:
wahr/ wirklich/ echt/ wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.“

34 Und hinübergehend/ hindurchgehend/ hinüberfahrend kamen sie auf/…hinauf/ zu…hin/ bis/ über…hin/ durch/ gegen/  bis an das Land/ die Gegend von Genezareth.

–> Mt 14,22-34

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

 

Bild zur Meditation:

„… Herr, rette mich!…“

seewandel-Mt-14

Seewandel Jesu – Grafik zu Mt 14,22-34 von G. M. Ehlert

Bildlegende:

Die Jünger im Boot in stürmischer See –
betend, auf das „Gespenstische“ hinweisend, verängstigt
Petrus einsinkend auf dem Weg zu Jesus, der ihm entgegenkommt, schreit:
„Herr, rette mich!“

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Impuls:

Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? zu Mt 14,22-33

Einstieg: Die Skulptur: „On water“ (Ayse Erkmen; Münsters Hafen, Sommer 2017) machte es jedem möglich, „über das Wasser zu gehen“…

1. Überraschung – die „Epiphanie“ Jesu nachts auf stürmischer See

a) Reaktion der Jünger: Furcht und Angst
b) Intervention Jesu: Fürchtet euch nicht – ICH BIN ES
–> sie brauchen keine Angst haben + er will keine Angst machen + er will von Angst befreien

2. Sehnsucht, bei IHM sein zu wollen

bei den Jüngern im Boot gibt es:
a) Besonnenheit – Trägheit;
b) Spontanität – Impulsivität: Petrus will „aufs Ganze gehen“

3. Zwei Glaubensweisen zeigen sich hier:

a) Absicherung: unerschrockenes Feststehen u. Festhalten an der Überlieferung: „wie ein Fels in der Brandung“ oder

b) Auf SEIN Wort hin, das bisher Halt gebende verlassen: Ungewissheit und Wagnis – nur der erfährt, dessen rettende Kraft.

4. Petrus macht durch sein Wagnis die Erfahrung, was wirklich trägt:

Das unbeirrte Vertrauen auf Gottes Wort an mich trägt jedoch nur so lange, wie Petrus ungeteilt auf Jesus blickt;
als der „Zwei-fel“ ihn ergreift, „wie heftig Sturm und Wellen sind“ – sackt er ab – Schockstarre – (er vergisst sogar, dass er selbst schwimmen kann!) –
doch er sucht wieder den Kontakt zu Jesus – und er zieht ihn empor.

„O Gott komm mir zu Hilfe! – Herr, eile mir zu helfen!“
so beginnt auch jedes kirchliche Stundengebet.

5. Die Ermutigung: Jesu rettende Hand ist da!

mit einer Glaubenserfahrung reicher kehrt Petrus zurück ins Boot =
das „Schiff Petri“ ein Bild der Kirche auf ihrer Fahrt durch das Meer der Zeit!

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Gebet:

Jesus,
du schickst deine Jünger vom diesseitigen zum jenseitigen Ufer.
Vom heimatlichen Ort bis zu den Rändern…
Vom Vertrauten hinein ins Ungewisse…

Du, der Sohn Gottes, selbst ziehst dich zurück auf einen einsamen Berg,
die tragfähige Beziehung zu deinem Vater zu pflegen…

Das Boot ist für deine Jünger vertraut als ein tragfähiger Ort
auf der Fahrt über das unruhige Meer. –
Doch immer wieder kommt unser Boot ins Schwanken.
Immer wieder werfen uns widrige Stürme aus der Bahn.

Du kommst uns entgegen
mitten im Sturm über die tosenden Wasser.
„ICH BIN ES!“ –
mit diesem göttlichen Wort willst du unsere Furcht verwandeln.

Bei Petrus wird aus seiner Furcht gar Über-Mut.
Auf dein Wort hin, wagt er den Schritt aus dem Vertrauten heraus –
Dir entgegen.
Sein Vertrauen trägt, solange er dich im Blick hat.
Doch bevor er im Zweifeln ganz versinkt,
ergreifst du ihn – empor zu dir.

Und kommst mit ihm ins Boot unseres Lebens.
Herr Jesus, lass auch mich erkennen und bekennen:
„Du bist wahrhaftig Gottes Sohn.“

Die Verbundenheit mit dir –
ist auch heute eine tragfähige Beziehung
durch alles Unerträgliche hindurch
bis hin zum jenseitigen Ufer deiner Ewigkeit.

Amen.

Links:

–> Liturgische Texte – siehe Schott: 19. Sonntag im Jahreskreis (A)

–> Im Meer der Zeit nicht untergeh’n
–> Seesturm

–> Gedenktage:

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 10.07.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.