13. Sonntag A

13. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 28. Juni 2020

1. Lesung: (2 Kön 4,8-11.14-16a) Prophet Elischa zu Gast bei einer vornehmen Frau...
2. Lesung: (Röm 6,3-4.8-11) getauft auf Christi Tod – auferweckt mit ihm zu Gott…
Evangelium: (Mt 10,37-42) durchkreuztes Leben – durchs Kreuz zum Leben…

Liturgische Texte zum 13. Sonntag A

Eröffnungsvers (Ps 47,2)
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände;
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.

Tagesgebet
Gott, unser Vater,
du hast uns in der Taufe
zu Kindern des Lichtes gemacht.
Lass nicht zu,
dass die Finsternis des Irrtums
über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns,
im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

Erste Lesung: 2 Kön 4,8-11.14-16a
Dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ist ein heiliger Gottesmann

Antwortpsalm: Ps 89,2-3,16-17.18-19
Von den Taten deiner Huld, o HERR, will ich ewig singen

–> Psalm 89: Verheißung an David u. Klage über die Verwerfung seines Hauses

Zweite Lesung: Röm 6,3-4.6-11
Wir wurden mit Christus begraben durch die Taufe;
wir sollen als neue Menschen leben

–> siehe Röm 6,1-14 (eine wortgetreue Arbeitsübersetzung)

Ruf vor dem Evangelium (vgl. 1 Petr 2,9)
Halleluja. Halleluja.
Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht,
eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm.
Verkündet die großen Taten Gottes,
der euch in sein wunderbares Licht gerufen hat.
Halleluja.

Evangelium: Mt 10,37-42
Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, ist meiner nicht würdig. –
Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf

* * *

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Evangelientext Mt 10,37-42 (Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert)

10,37 Der Befreundende (= freundschaftlich liebende) Vater oder Mutter über mich (hinaus)
nicht ist er meiner würdig/ wert;*

* = der „passt nicht“ zu mir, wer Vater oder Mutter den Vorrang gibt;

und der Befreundende (= freundschaftlich liebende) Sohn oder Tochter über mich (hinaus)
nicht ist er meiner würdig/ wert.

38 Und wer nicht nimmt (auf sich) den Pfahl/ das Kreuz – sein (eigenes) *
und folgt hinter mir (her)
nicht er ist meiner würdig/ wert.

* nur wer bereit ist, mit all seinen „Macken“ und Begrenztheiten, mit all den Widrigkeiten, welche ein Leben in der Gemeinschaft mit Christus mit sich bringen, auf sich zu nehmen, der „passt“ zur Sendung Jesu.

39 Der gefunden habend die Seele/ das Leben – seine,
er wird verlieren sie

und der verlierend die Seele/ das Leben – seine wegen meiner/ um meinetwillen
der wird finden – sie.

***

40 Der an-/ aufnehmend euch – mich nimmt er an/ auf

und der mich an-/ aufgenommen habende – er nimmt an/ auf den gesandt habenden mich (= den, der mich gesandt hat (= Gott-Vater)).

41 Der an-/ aufgenommen habend einen Propheten
im Namen
eines Propheten (= weil er ein Prophet ist)
(den) Lohn eines Propheten wird er nehmen/ erhalten;

und der an-/ aufgenommen habend einen Gerechten –
im Namen
eines Gerechten
(= weil er ein Gerechter ist)
(den) Lohn eines Gerechten wird er nehmen/ erhalten.

42 Und der wohl zu trinken gäbe einem der Kleinen – (von) diesenein Trinkgefäß/ Becher kühlen (Wassers)
allein im Namen eines Jüngers (= weil er (Jesu) Jünger ist)

Amen – ich sage euch:
nicht – gewiss nicht – würde er verlieren
/ zugrunde richten den Lohn – seinen.

* * *

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Bild zur Meditation:

„durchkreuztes Leben – durchs Kreuz zum Leben“

Nachfolge Christi - zu Mt 10.33-42 (c) G. M. EhlertNachfolge Christi – Grafik zu Mt 10,33-42 von G. M. Ehlert

Bildlegende:

1. Abschied nehmen: blau = Farbe des Glaubens u. der Treue;
das bisherige Haus vertrauensvoller Bindungen verlassen,
das „kräftigere“ Blau verbindet mit dem Segen Gottes
2. sein Kreuz tragen: das Kreuz, das unsere Pläne durchkreuzt
ist gebildet aus dem Schatten, der auf uns auf unserem Lebensweg fällt.
(z.B. die Schmach, die es oft mit sich bringt, wenn einer Christus nachfolgt)
3. Sein Leben einsetzen: violett = Farbe der Umkehr; rot/ dunkelrot = Farbe der liebenden Hingabe… goldgelb = Farbe himmlischer Herrlichkeit –
Christus als Begleiter auf unserem Weg
4. Aufnahme finden u. Aufnahme gewähren: leuchtendes Grün = Farbe der Hoffnung
„Wer sein Leben für andere einsetzt, der gewinnt – bei Gott bestimmt!“

 

* * *

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Impuls:

Wer das Leben gewinnen will…

1. „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich…“
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben…
• zunächst einmal muss er Abschied nehmen…

Manche Kinder, die zum ersten Mal in ein Ferienlager fahren, werden in den ersten Tagen Heimweh haben nach Vater und Mutter, nach Bruder oder Schwester.
Doch je mehr Heimweh einer hat, desto weniger kann er sich auf das Schöne einlassen, das im Lager geboten wird.
Und umgekehrt gilt, je mehr einer beschäftigt ist mit Spiel und Spaß, desto weniger denkt er an Heimweh.

Oder je mehr eine im Gottesdienst an den Sonntagsbraten denkt und dessen Geruch in der Nase spürt, desto weniger kann sie im Gottesdienst aufnehmen. 🙂

So verstehe ich die erste Aussagen aus dem heutigen Evangelium:
Wer mit seinen Gedanken und Gefühlen mehr an Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter zurückdenkt, weil er sie lieb hat, der ist nicht offen für die Gemeinschaft mit Jesus.
Er kann nicht richtig loslassen, um sich auf Neues einlassen zu können.

2. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt…
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• zunächst gilt es, das mitzunehmen, was für diese Reise notwendig ist…

Was packen wir nicht alles ein, damit es eine schöne Reise wird?

Merkwürdig ist, was Jesus uns auf die Reise mit ihm mitnehmen lässt.
„Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt…“
Was ist damit gemeint?

Wir sollen uns das Leben nicht selbst schwer machen.
Jedoch gilt es, das anzunehmen und auf sich zu nehmen, was einem im Leben zugemutet wird; auf Macht, Besitz, Prestige und Gewalt verzichten. Sein Kreuz tragen mussten damals entlaufene Sklaven und politische Rebellen, die zum Tod durch Kreuzigung verurteilt worden waren – d.h. Sein Kreuz tragen bedeutet das Ertragen von Schande und Ehrlosigkeit.
Vor allem ist damit die Bereitschaft gemeint, in der Nachfolge Jesu bereit zu sein, sein Leben einzusetzen, ja in seinem Dienst zu verausgaben.
Es kann auch heißen: Bereit sein für die Konsequenzen, die ein Leben als Christ in dieser Welt mit sich bringen kann, damit wir das wahre Leben finden, das er verheißt.

3. „Wer das Leben um meinetwillen verliert…“
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• Wir wollen durch Erholung mehr Leben gewinnen…

Doch Jesus sagt: „Wer sein Leben gewinnen will (wörtlich: gewonnen hat), wird es verlieren.
Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“

Wie soll das gehen – sein Leben verlieren?
Haben Sie schon einmal versucht, etwas zu verlieren?
Je mehr man es bewusst versucht, desto schwieriger wird es.
Gerade, wenn man etwas nicht verlieren will, verliert man es umso leichter. Man verliert vor allem das, wessen man sich nicht bewusst ist, weil die Gedanken, Gefühle und Erwartungen auf etwas ganz anderes gerichtet sind.

Manche meinen, man verliert sein (egoistisches) Leben, indem man hart mit sich umgeht.
Seine Seele Schmerzen leiden zu lassen, würde jedoch das Gegenteil wirken.
Man ist nie so sehr mit sich selbst beschäftigt, wie wenn man Schmerzen hat. – Denken sie nur daran, wie bewusst Sie sich Ihres Zahnes sind, wenn er Ihnen weh tut. Haben Sie keine Schmerzen, nehmen Sie nicht einmal wahr, dass Sie diesen Zahn haben.
Man konzentriert sich nie so sehr auf sich selbst, wie wenn man deprimiert ist.
Man ist nie so sehr bereit, sich selbst zu vergessen, wie wenn man glücklich ist. –
Schauen Sie nur einmal auf Kinder, die ganz intensiv in ein Spiel versunken sind. Sie vergessen Raum und Zeit und alles um sich herum.

Das spannende Spiel, der Einsatz des Lebens für andere, die Hingabe an eine Aufgabe befreit von quälenden Kreisen um sich selbst. Eigenes Leid dagegen, Schmerz, Verzweiflung und Niedergeschlagenheit können die Aufmerksamkeit fesseln, wenn sie nicht „aufgeopfert“ – d.h. auf Christus hin losgelassen werden.

Vielleicht meint ja Jesus gerade das:
Wer von uns im Blick auf die Bilder der Verheißung, die uns Jesus zeigt, im Hören auf seine ansprechenden Worte und im Gespür für seine Nähe vergisst, auf sich selbst und seine Sorgen und Ängste zu achten, dass ein solcher Mensch schon jetzt teilhat am wahren Leben.

4. Wer euch aufnimmt, weil ihr Christen seid, der nimmt mich auf…
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• Wichtig ist auch, wo und wie ich aufgenommen werde…

Wer bei einem Freund einkehrt, der wird freudig aufgenommen, weil er dessen Freund ist;
wer in einem Wirtshaus einkehrt, der wird gerne aufgenommen, weil er ein zahlungskräftiger Kunde ist;
wer aber irgendwo aufgenommen wird, weil er als Christ erkannt wird, der verhilft dem Gastgeber zu himmlischem Lohn.

Also liegt es an uns, dass ein anderer himmlischen Lohn bekommen kann,
indem wir uns als Christen zu erkennen geben
und es liegt am Gastgeber, sich diesem Lohn zu öffnen, indem er uns deswegen aufnimmt.
Denn „wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf“ – sagt Christus, und „wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“

5. … das wahre Leben finden
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben…

Wie können wir also das wahre Leben finden, das Jesus denen verheißt, die ihm im Glauben nachfolgen?
Im Blick auf das heutige Evangelium über die Nachfolgebedingungen für die Jünger heißt das:
– die Fixierung auf das, was das Leben in der Vergangenheit prägte – Vater und Mutter – loslassen,
– die Fixierung auf Sohn und Tochter, d.h. auf seine Zukunft loslassen,
– das gegenwärtige Leben mit all seinen Vorzügen und Belastungen auf sich nehmen und einzusetzen für Christus und seine Botschaft,
das führt zu einem erfüllten Leben.

Wer mit seinen Lebensmöglichkeiten umgeht, als würde es sich um Geld handeln, also um etwas, das man einsetzen muss, mit dem man arbeiten muss, und von dem man nur dann wirklichen Gewinn hat, wenn man es letztlich weitergibt,
wer mit seinem Leben auf diese Art und Weise verfährt,
der wird seinen Hunger nach erfülltem Leben stillen.

Wer aber sein Leben – so wie es ist – bewahren möchte,
der wird am Ende gar nichts davon haben.

Nur wer sein Leben einsetzt, der gewinnt
bei Gott – bestimmt. Amen.

* * *

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Gebet:

Nimm mich Herr Jesus Christus
und verwandle mich.
Lass mich durchdrungen sein
von deiner Gegenwart.
Lass mich ergriffen sein
von der Kraft des neuen Lebens, das du mir geschenkt hast.
Lehre mich beten,
lehre mich in deiner Gegenwart zu leben,
lehre mich so zu leben,
dass ich der Ehre würdig bin
Kind Gottes zu sein.
Amen.

Links:

–> Liturgische Texte – siehe Schott: 13. Sonntag im Jahreskreis (A)

–> Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 22.06.2020

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