3. Fastensonntag A

3. Fastensonntag A

Sonntag,  15. März 2020

1. Lesung: (Ex 17,3-7) Wasser aus dem Felsen…
2. Lesung: (Röm 5,1-2.5-8) die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen…
Evangelium: (Joh 4,5-42) lebendiges Wasser, das zur sprudelnden Quelle wird… 

Liturgische Texte zum 3. Fastensonntag A

Eröffnungsvers (Psalm 25,15-16)
„Meine Augen schauen stets auf den HERRN;
denn er befreit meine Füße aus dem Netz.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig;
denn ich bin einsam und gebeugt.“

Tagesgebet:
Gott, unser Vater,
du bist die Quelle des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an.
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Ex 17,3-7
Gib uns Wasser zu trinken

Antwortpsalm (Ps 95,1-2.6-7c.7d-9)
Hört auf die Stimme des HERRN,
verhärtet nicht euer Herz!

–> Psalm 95

2. Lesung: Röm 5,1-2.5-8
Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist

–>Röm 5,1-5: Übersetzung G. M. Ehlert;  Gottes-Liebe-ausgegossen

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 4,42.15)
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! –
Herr, du bist der Retter der Welt.
Gib mir lebendiges Wasser, damit mich nie mehr dürstet.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium: Joh 4,5-42
Das Wasser, das ich gebe, wird zur sprudelnden Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt

–> Joh 4,5-42 Gespräch Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen
+ „Begegnung am Jakobsbrunnen“ (Power-Point-Präsentation)

Liturgische Texte – siehe auch Schott: 3. Fastensonntag A

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Evangelientext  (Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert)

Jesu Gespräch mit einer Samaritanerin am Jakobsbrunnen

Er kam nun zu einem Ort der Samariter,
der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag,
das Jakob vermacht hatte seinem Sohn Josef.

Es war dort aber eine Quelle (Brunnen) Jakobs.

Jesus nun – ermüdet von der Reise –
setzte sich also nieder bei der Quelle;
es war um die sechste Stunde.

—–

Es kommt eine Frau von den Samaritern,
um Wasser zu schöpfen.

Sagt Jesus zu ihr:
Gib mir zu trinken!“

Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.

Die samaritische Frau sagte zu ihm:
Wie kannst du als Jude
mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?“

– Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. –

Jesus antwortete ihr:
Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht
und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!,
dann hättest du ihn gebeten,
und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“

—–

Sie sagte zu ihm:
Herr, du hast kein Schöpfgefäß,
und der Brunnen ist tief;
woher hast du also das lebendige Wasser?
Bist du etwa größer als unser Vater Jakob,
der uns den Brunnen gegeben
und selbst daraus getrunken hat,
wie seine Söhne und seine Herden?“ 

Jesus antwortete ihr:
„Wer von diesem Wasser trinkt,
wird wieder Durst bekommen; 

wer aber von dem Wasser trinkt,
das ich ihm geben werde,
wird niemals mehr Durst haben;
vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe,
in ihm zur sprudelnden Quelle werden,
deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ 

—–

Da sagte die Frau zu ihm:
„Herr, gib mir dieses Wasser,
damit ich keinen Durst mehr habe
und nicht mehr hierher kommen muss,
um Wasser zu schöpfen.“

—–

Er sagte zu ihr:
„Geh, ruf deinen Mann,
und komm wieder her!“  

Die Frau antwortete:
„Ich habe keinen Mann.“

Jesus sagte zu ihr:
„Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann.
Denn fünf Männer hast du gehabt,
und der, den du jetzt hast,
ist nicht dein Mann.
Damit hast du die Wahrheit gesagt.“

—–

Die Frau sagte zu ihm:
„Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.

Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet;
ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.“ 

Jesus sprach zu ihr:
„Glaube mir, Frau, die Stunde kommt,
zu der ihr weder auf diesem Berg
noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 

Ihr betet an, was ihr nicht kennt,
wir beten an, was wir kennen;
denn das Heil kommt von den Juden. 

Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da,
zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden
im Geist und in der Wahrheit;
denn so will der Vater angebetet werden. 

Gott ist Geist,
und alle, die ihn anbeten,
müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ 

—–

Die Frau sagte zu ihm:
„Ich weiß, dass der Messias kommt,

das ist: der Gesalbte (Christus).

Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.“

Da sagte Jesus zu ihr:
ICH BIN’s,
ich, der mit dir spricht.“

—–

Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen.
Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach,
aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr?

Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen,
eilte in den Ort
und sagte zu den Leuten:
Kommt her, seht, da ist ein Mann,
der mir alles gesagt hat, was ich getan habe:
i
st er vielleicht der Messias?“ 

Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus.

(…..)

Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus
auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte:
Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“

Als die Samariter zu ihm kamen,
baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben;
und er blieb dort zwei Tage.

Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn
aufgrund seiner eigenen Worte.

Und zu der Frau sagten sie:
„Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir,
sondern weil wir IHN selbst gehört haben
und nun wissen:
Er ist wirklich der Retter der Welt.“

Johannes 4,5-42:
Gespräch Jesu mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen

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Bild zur Meditation:

„…wer aber von dem Wasser trinkt,
das ich ihm geben werde…

Jakobsbrunnen-5

Begegnung am Jakobsbrunnen – Grafik zu Joh 4,4-42 von G. M. Ehlert, 10.03.2020

Bildlegende:

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Impuls:

Tabubruch am Jakobsbrunnen

Leben zwischen Vereinsamung und Beziehung

Stellen Sie sich Menschen vor, die von uns Katholiken, die sonntags zur Kirche gehen im Allgemeinen gemieden – ja, wegen ihrer Lebensweise verachtet werden…

– vielleicht Menschen, die einer merkwürdigen Sekte angehören…
– oder Menschen, die in bestimmten Stadtvierteln wohnen…
– oder Verwandte, die aufgrund von alten Streitereien gemieden werden…

Solch ein Mensch war damals für fromme Juden ein Samaritaner. Und wenn mittags um 12 Uhr in der größten Mittagshitze eine Samaritanerin aus dem Ort zu einem 1 km entfernten Brunnen kommt, dann muss sie wohl eine Frau sein, die aufgrund ihres Lebenswandels von allen gemieden wird.

Durst:

– Durst nach Wasser
– Durst nach Leben und Liebe
– Durst Jesu nach dem Glauben der Menschen

Hindernisse auf dem Weg zur Quelle:

Manchmal braucht es Skandale, um Menschen die Augen zu öffnen. Was Jesus tut am Jakobsbrunnen, ist skandalös: „So eine“, eine Samariterin, bittet er um Wasser. Obwohl man doch mit „so einer“ nicht spricht!

– Jesus setzt sich über die Konvention hinweg und bricht verkrustete Strukturen auf. Barrieren zwischen jüd. Rabbi u. samaritischen Frau (sozial, religiös, ethisch)

– Die Frau zeigt weitere Hindernisse auf: Tiefe des Brunnens, kein Schöpfgefäß…

– Jesus versucht, das entscheidende Hindernis zu überwinden: verschlossenes Herz

Der Weg zum Quellgrund:

Der durstige Jesus kommt an einem heißen Wüstentag zum Brunnen und erbittet von ihr Wasser zum Trinken – und spricht dann auf einer anderen Ebene vom „lebendigen Wasser“, das den Charakter der „Gabe Gottes“ hat. –

(Ein Wechsel in der Sprach- und Denkebene, wie er bei Johannes in den Dialogen immer wieder vorkommt.)

Jesu Bitte: „Gib mir zu trinken.“ hat unabsehbare Folgen:

Im Gespräch mit der Frau steigt Jesus mit ihr immer tiefer in den Brunnen ihres Lebens hinab. Die Frau erkennt immer klarer, wer Jesus ist:

  1. Erstaunen: Wie kannst du, als Jude, mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?
  2. Interessiertes Nachfragen: „Herr, du hast kein Schöpfgefäß,… woher hast du also das lebendige Wasser?“
  3. Betroffenheit: „Bist du etwa größer als unser Vater Jakob…
  4. Sehnsucht: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.
  5. Bekenntnis: „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
  6. Ich weiß, dass der Messias kommt!“
  7. Jesu Offenbarung: „ICH BIN ES!“

Die neu aufsprudelnde Quelle des Lebens

– sie verkündet es den Bewohnern des Ortes
– sie erschließt somit für Jesus Zugang zu den Samaritanern
– mit dem Fazit: Bekenntnis der Samariter:
Er ist wirklich der Retter der Welt.“

Gib mir zu trinken!“ – Jesus überspringt mit dieser Bitte alle Konventionen seiner Zeit und tut, was dem Leben dient. Wo die Quelle des Lebens sprudelt, da hören die Trennungen auf. Da beginnt ein gemeinsames Leben, ein wechselseitiges Geben und Nehmen, das aus der Quelle des Lebens fließt.

„Gib mir zu trinken!“ – So unscheinbar kann eine Begegnung beginnen und ins sprudelnde Leben führen. 

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 Gebet:

Gib mir zu trinken!“ – Jesus, mit dieser Bitte überspringst du alle Konventionen deiner Zeit und tust, was dem Leben dient.
Wo die Quelle des Lebens sprudelt, da hören die Trennungen auf.
Da beginnt ein gemeinsames Leben,
ein wechselseitiges Geben und Nehmen,
das aus der Quelle des Lebens fließt.

„Gib mir zu trinken!“ –
So unscheinbar kann eine Begegnung beginnen
auch zwischen dir und mir
und ins sprudelnde Leben führen.

Links:

–> Liturgische Texte – siehe auch Schott: 3. Fastensonntag A

Predigtreihe in der Fastenzeit 2020:
„Gottes Licht – gebrochen in den Farben des Lebens“
1. Fastensonntag:
Violett – geheimnisvoller Weg der Umkehr und Erneuerung
2. Fastensonntag:
Blau – unser Glaube: blauäugig oder voller Einsicht
3. Fastensonntag:
Grün – durstig nach Leben und hoffend auf Wachstum

Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / österliche Bußzeit/ Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit – (1. März 2020)
2. Fastensonntag: Reminiscere – (8. März 2020)
3. Fastensonntag: Oculi – (15. März 2020)
4. Fastensonntag: Laetare – (22. März 2020)
5. Fastensonntag: Iudica – (29. März 2020)
Palmsonntag: Palmarum – (5. April 2020)

Ein Merkvers: „In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

siehe auch:
1. Fastensonntag A (Mt 4,1-11): Versuchungen Jesu in der Wüste
2. Fastensonntag A (Mt 17,1-9): Verklärung Jesu auf dem Berg
3. Fastensonntag A (Joh 4,5-42): Lebensquelle
4. Fastensonntag A (Joh 9,1-41): Licht des Lebens
5. Fastensonntag A (Joh 11,1-45): Auferweckung des Lazarus
Palmsonntag A: Passion Jesu
Die Heilige Woche
und die Karwoche-(Palmsonntag – Ostern)

–> Gedenktage:

– 17. März: Patrick = g
– 19. März: Josef = Hochfest

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 15. März 2020

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