1. Fastensonntag A

1. Fastensonntag A

Sonntag, 1. März 2020

1. Lesung: (Gen 2,7-9; 3,1-7) …ihr werdet sein wie Gott
2. Lesung: (Röm 5,12-19) …durch einen Menschen kam die todbringende Sünde in die Welt…
Evangelium: (Mt 4,1-11) auch Jesus – vom Teufel in Versuchung geführt… 

Liturgische Texte zum 1. Fastensonntag A

Eröffnungsvers (Psalm 91,15-16)
„Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören.
Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.
Ich sättige ihn mit langem Leben und lasse ihn mein Heil schauen.“

Tagesgebet:
Allmächtiger Gott,
du schenkst uns die heiligen vierzig Tage
als eine Zeit der Umkehr und der Buße.
Gib uns durch ihre Feier die Gnade,
dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten
und die Kraft seiner Erlösungstag
durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Gen 2,7-9. 3,1-7
Erschaffung und Sünde der Stammeltern

–> Gen 3,1-24: Übersetzung Ehlert: Sündenfall im Königsgarten

Antwortpsalm (Ps 51,3-4.5-6b.12-13.14 u. 17)
Erbarme dich unser, o HERR,
denn wir haben gesündigt.

–> Psalm 51: (nicht nur) Davids Bitte um Vergebung u. Neuschaffung

2. Lesung: Röm 5,12-19 (oder: Röm 5,12.17-19)
Wo die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden

Ruf vor dem Evangelium: (Ps 95,7d.8a)
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! –
Nicht nur von Brot lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium: Mt 4,1-11
Jesus fastete vierzig Tage und wurde in Versuchung geführt

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Evangelientext  Mt 4,1-11 (Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert)

4,1 Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt
um vom Teufel versucht zu werden.

2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte,
hungerte ihn schließlich.

3 Da trat der Versucher herzu und sprach zu ihm:

Wenn du Gottes Sohn bist,
dann sage, dass die Steine hier zu Broten werden.

4 Er aber entgegnete:
Es steht geschrieben:
«Nicht vom Brot allein lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.» (Dtn 8,3)

5 Dann nimmt ihn der Teufel mit in die Heilige Stadt,
und er stellte ihn auf die Zinne des Tempels.
6 Und er spricht zu ihm:
Wenn du Gottes Sohn bist,
dann stürze dich hinab.

Denn es steht geschrieben:
«Seine Engel ruft er für dich herbei.»
und «sie werden dich auf Händen tragen,
damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.» (Ps 91,11f)

7 Da spricht Jesus zu ihm:
Es steht wiederum geschrieben:
«Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» (Dtn 6,16)

8 Wieder nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg
und zeigt ihm alle Königreiche der Welt und ihre Pracht.
9 Und er sprach zu ihm:
Dies alles werde ich dir geben,
wenn du dich niederwirfst
und mich anbetest.

10 Da spricht Jesus zu ihm:
Fort mit dir, Satan.
Denn es steht geschrieben:
«Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten
und ihm allein dienen.» (Dtn 5,9; 6,13)

11 Da lässt der Teufel von ihm ab.
Und siehe,
Engel traten herzu und dienten ihm.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Jesus – vom Geist Gottes in die Wüste geführt;
dort vom Teufel in Versuchung geführt…
… Engel kamen und dienten ihm.

Versuchung-2

Versuchung Jesu in der Wüste – Grafik von G. M. Ehlert

Bildlegende:
Jesus – in der Mitte:
Seine rechte Hand wehrt die 3 Versuchungen des Versuchers ab:
1. aus Steinen Brot zu machen…
2. sich vom Tempel herabzustürzen…
3. die Herrschaft über die Welt im Dienst des Bösen…
Seine linke Hand weist auf Sein liebendes Wirken hin:
1. das Brot mit anderen teilen…
2. dienend anderen die Füße waschen…
3. siegreich aus dem Grab auferstehen…

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Impuls: 

„und führe uns nicht in Versuchung…“ 

so sprechen wir Christen täglich im Vater-unser-Gebet.
Sicherlich ist es nicht Gott, der uns in Versuchung bringen will, den Weg des Lebens – den Weg Gottes zu verlassen.
„Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung.“ – so schreibt es Jakobus in seinem Brief (Jak 1,12).

„und führe uns, damit wir nicht in Versuchung erliegen…“ 

so könnte man die Vater-unser-Bitte sinngemäß übersetzen.
Denn wir Menschen werden oft von unserer eigenen Begierde in Versuchung geführt. – Seit Anbeginn der Menschheit ist das so.

In der Erzählung vom Sündenfall des Menschen ist die „Schlange“ ein Symbol für das Böse bzw. den Bösen, den gefallenen Engel Gottes, den Teufel, der alles „durcheinanderwirbelt“ und so das Gute in das Böse verkehrt.

Er verführt den Menschen von der verlockenden – aber von Gott verbotenen – Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Und der Mensch in seiner Verführbarkeit erliegt dieser Versuchung und entdeckt als erstes – seine Nacktheit, seine Unzulänglichkeit.

„… sondern erlöse uns von dem Bösen.“ 

Auch Jesus selbst wird direkt nach seiner Taufe im Jordan von Gottes Geist in die Wüste geführt,
um dort vom Bösen in Versuchung geführt zu werden.
Jesus jedoch widersteht einer dreifachen Versuchung, der auch wir ausgesetzt sind:

• Wovon leben wir?
teuflisch geschickt ist die Aufforderung:
mach dir selbst, was immer du auch haben willst:
– aus Steinen mach Brot;
– aus Geld mach Freunde;
– aus medizinischem Wissen mach Gesundheit.
Doch Jesus sagt:
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Mt 4,4)‘

• Wem können wir wirklich vertrauen?
teuflisch geschickt ist der Überzeugungsversuch –
mit Berufung auf die Heilige Schrift:
überprüfe doch auf eigene Faust die Zusagen Gottes,
– dass er dich stets behüte,
– dass dir nichts Böses geschehen kann,
– dass du immer sicher getragen wirst.
Doch Jesus sagt:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“ (Mt 4,7)

• Vor wem gehen wir in die Knie?
teuflisch geschickt ist das Versprechen:
unterwirf dich
– der Macht des Geldes;
– der Macht der allgemeinen Meinung;
– der herrschenden Mode,
dann gehört dir die ganze Welt.
Doch Jesus sagt:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ (Mt 4,10)

Ich wünsche uns allen zu Beginn der österlichen Bußzeit, dass wir erkennen, wo wir in Versuchung geführt werden – und dass wir mit Gottes Hilfe die Versuchung überwinden.

Pastor G. Michael Ehlert

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 Gebet:

Haben – gelten – herrschen wollen…
oder …
verzichten – beten – teilen können

Gott, wir möchten viel besitzen, was unser Leben angenehm macht.
Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen
immer mehr haben zu wollen,
–          an materiellen Gütern
–          an all dem, was unseren Lebenshunger doch nie stillen kann.
Zeige uns im Fasten, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden für das, was du uns geben willst.

Gott, wir wollen gut angesehen sein bei den Menschen oder sogar im Rampenlicht stehen. Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen,
bei den Menschen  als etwas Besonderes gelten zu wollen,
–          indem wir mit unseren Vorzügen prahlen
–          oder indem wir unsere Fähigkeiten zur Schau tragen.
Zeige uns beim Beten, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden für das, was du durch uns wirken willst.

Gott, wir möchten oft Einfluss haben und unseren Willen durchsetzen.
Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen,
über andere bestimmen zu wollen,
–          und andere mit unserer Macht zu beherrschen,
–          oder die Güter der Erde nur für uns zu gebrauchen.
Zeige uns im solidarischen Teilen, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden, damit deine Gerechtigkeit beginnen kann.

Gott, führe du uns,
damit wir nicht der Versuchung erliegen,
sondern erlöse uns von dem Bösen. – Amen.

Links:

–> Liturgische Texte – siehe auch Schott: 1. Fastensonntag A

siehe auch zu Gen 2,7-9; 3,1-7:
Gen 3,1-24: Übersetzung Ehlert: Sündenfall im Königsgarten
und zu Mt 4,1-11: Die drei evangelischen Räte: Armut + Gehorsam + Ehelosigkeit

Predigtreihe in der Fastenzeit 2020:
„Gottes Licht – gebrochen in den Farben des Lebens“
1. Fastensonntag:
Violett – geheimnisvoller Weg der Umkehr und Erneuerung

Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / österliche Bußzeit/ Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit – (1. März 2020)
2. Fastensonntag: Reminiscere – (8. März 2020)
3. Fastensonntag: Oculi – (15. März 2020)
4. Fastensonntag: Laetare – (22. März 2020)
5. Fastensonntag: Iudica – (29. März 2020)
Palmsonntag: Palmarum – (5. April 2020)

Ein Merkvers: „In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

siehe auch:
1. Fastensonntag A (Mt 4,1-11): Versuchungen Jesu in der Wüste
2. Fastensonntag A (Mt 17,1-9): Verklärung Jesu auf dem Berg
3. Fastensonntag A (Joh 4,5-42): Lebensquelle
4. Fastensonntag A (Joh 9,1-41): Licht des Lebens
5. Fastensonntag A (Joh 11,1-45): Auferweckung des Lazarus
Palmsonntag A: Passion Jesu
Die Heilige Woche
und die Karwoche-(Palmsonntag – Ostern)

–> Gedenktage:  –

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 26. Februar 2020

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