Aschermittwoch

Aschermittwoch –
Beginn der österlichen Bußzeit

Mittwoch, 26. Februar 2020

1. Lesung: (Joel 2,12-18) Kehrt um zum HERRN mit ganzem Herzen
2. Lesung: (2 Kor 5,20 – 6,2) Lasst euch mit Gott versöhnen…
Evangelium: (Mt 6,1-6.16-18) solidarisch handeln, beten u. fasten… 

Liturgische Texte zu Aschermittwoch (Lesejahr A/B/C)

Eröffnungsvers (Weish 11,24-25.27)
„Du erbarmst dich aller, o HERR,
und hast Nachsicht mit den Sünden der Menschen,
damit sie sich bekehren;
denn du bist der HERR, unser Gott.“

Tagesgebet:
Getreuer Gott,
im Vertrauen auf dich
beginnen wir die vierzig Tage der Umkehr und Buße.
Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,
damit wir dem Bösen absagen
und mit Entschiedenheit das Gute tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Joel 2,12-18
Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider!

Antwortpsalm (Ps 51,3-4.5-6b.12-13.14 u. 17)
Erbarme dich unser, o HERR, denn wir haben gesündigt!

–> Psalm 51: (nicht nur) Davids Bitte um Vergebung u. Neuschaffung

2. Lesung: 2 Korinther 5,20 – 6,2
Lasst euch mit Gott versöhnen! Jetzt ist die Zeit der Gnade

Ruf vor dem Evangelium: (Ps 95,7d.8a)
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! –
Wenn ihr heute seine Stimme hört,
verhärtet nicht euer Herz!
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium: Mt 6,1-6.16-18
Dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Evangelientext  (Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert)

Die guten Werke – drei evangelische Räte (6,1-18)

Der Grundsatz: Gerechtigkeit vor Gott (6,1)

6,1 Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun,
um von ihnen gesehen zu werden,
sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.

  1. Almosen geben (6,2-4)

2 Wenn du Almosen gibst,
posaune es nicht vor dir her,
wie es die Heuchler*
(*wörtl. = Schauspieler) in den Synagogen und auf den Gassen tun,
um von den Leuten gelobt zu werden.

Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

3 Wenn du Almosen gibst,
soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
4 damit dein Almosen im Verborgenen bleibt;
und dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird es dir vergelten.

  1. Beten (6,5-15)

5 Wenn ihr betet,
macht es nicht wie die Heuchler*!
Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken,
damit sie von den Leuten gesehen werden.

Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

6 Du aber wenn du betest,
geh in deine Kammer, schließ die Tür zu;
dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

7 Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden,
die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

8 Macht es nicht wie sie;
denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.

9 Folgendermaßen nun betet ihr – ja ihr:

Vater unser
der in den Himmeln;
geheiligt werde der Name dein;
10 es komme die Regentschaft dein;
es werde gemacht der Wille dein,
wie im Himmel
so auch auf (der) Erde;

11 das Brot unser
das darauf-seiende*           (*=für den morgigen Tag,
oder: das eucharistische Brot)

gib uns heute;
12 und erlasse uns die Schulden unser,
wie auch wir – ja wir
erlassen haben den Schuldnern unser;
13 und nicht hinein bringe uns
in Erprobung/ Versuchung,
sondern birg* uns weg
von dem Bösen.

14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt,
dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.

15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt,
dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

  1. Fasten (6,16-18)

16 Wenn ihr fastet,
macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler*!
Sie geben sich ein trübseliges Aussehen,
damit die Leute merken, dass sie fasten.

Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

17 Du aber, wenn du fastest,
salbe dein Haar und wasche dein Gesicht,
18 damit die Leute nicht merken, dass du fastest,
sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist,
und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Bild zur Meditation:

„Das Asche+kreuzAschermittwoch

Mit Aschermittwoch beginnt die „Quadragesima“ – die 40-tägige Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt, eine Zeit der Besinnung auf die Passion Christi und Umkehr zum Leben aus dem Glauben.

(Wer genau nachrechnet, kommt jedoch von Aschermittwoch bis Karsamstag auf 4 + (6×7) = 46 Tage. Da jedoch die Sonntage keine Tage des Fastens sind, ergeben sich die 40 Tage.)

Am Aschermittwoch wird Christen beim Gottesdienst mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet – das „Aschekreuz“.

Bildlegende: 

Asche:
Asche ist Zeichen der Vergänglichkeit und Todesverfallenheit:
Alles, was du tust, ist vergänglich.
Heute oder morgen wird es zerfallen.
Und auch du wirst sterben und zur Erde zurückkehren (oder zu Asche verbrannt werden).

Asche ist aber auch Zeichen neuen Lebens.
In früheren Zeiten wurde mit Asche gewaschen:
Asche hat reinigende Kraft.
Auf den Feldern werden bis heute die Stoppeln verbrannt:
Asche schafft die Voraussetzungen für neues Wachsen.
Asche wird seit frühen Zeiten Sündern als Zeichen ihrer Bußbereitschaft auf das Haupt gestreut:
Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Mensch von Schuld gereinigt
und mit Kraft zu neuem Leben erfüllt werden möge.

Kreuz:
Die Asche für die Spendung des Aschenkreuzes
wird aus den Palmzweigen des Vorjahres bereitet, die verbrannt und gesegnet werden.
Dies erinnert an den Beginn des Passionsweges Jesu
mit dem feierlichen Einzug an Palmsonntag in Jerusalem.
Den begeisterten Hosianna-Rufen der Menge folgten schon bald die Rufe: „Kreuzige ihn!“
Jesu Tod am Kreuz zu unserem Heil und seine Auferstehung am Ostermorgen sind die Quelle neuen Lebens.
Jesus hat am Kreuz alles Unzulängliche, alles Vergängliche, alles Endliche durchkreuzt.
Selbst den Tod.

Aschenkreuz:
Wer sich am Aschermittwoch mit Asche ein Kreuz – als Zeichen des Heils –
auf die Stirn zeichnen lässt,
stellt sich hinein in die Gemeinschaft derer,
die bereit sind angesichts der Vergänglichkeit dieses irdischen Lebens
umzukehren und dem Evangelium Jesu Christi zu vertrauen:
damit neues Leben aufblühen kann.

Dies kommt auch in den zwei Sätzen zum Ausdruck, mit denen das Aschekreuz gespendet wird:

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist
und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ (vgl. Gen 3,19)

oder:

„Bekehre dich und glaube an das Evangelium“ (vgl. Mk 1,15)

Grau:

Grau ist die Farbe der Asche und des Aschekreuzes:
Gleichmäßig aus Schwarz und Weiß gemischt, deutet diese Farbe in der christlichen Symbolik auf die Auferstehung der Toten. Christus als der Totengräber trägt auf mittelalterlichen Darstellungen einen grauen Mantel.

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Impuls:  

Fasten + Beten + Almosen geben

(Gedanken zu Matthäus 6,1-18
= Evangelium am Aschermittwoch als eine „Zielvorgabe“
für die Gestaltung der Heiligen 40 Tage)

fasten + beten + freudig geben (c) G. M. Ehlert

fasten + beten + freudig geben Grafik von G. M. Ehlert, 22.03.2017

Drei geistliche Übungen, die in vielen Religionen
eingeübt werden.

Was können diese – heute für viele verstaubten
– Worte für uns heute bedeuten?


  • Fasten – selbstdiszipliniert leben

Wer seinem Körper wirklich etwas Gutes tun will,

der soll fasten,

d.h. bewusster Umgang mit all dem, was wir in uns aufnehmen
an: Nahrung, Getränken, Geräuschen; Lärm, Gerede… –

Angesagt ist hier: Verzicht auf Überflüssiges.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu uns selbst in Unordnung geraten ist.

Wenn wir falsche Abhängigkeiten an Irdisches aufgeben,
werden wir wahrhaft frei.

Fasten = Selbstdisziplin, die zur inneren Freiheit
führt.


  • Beten – spirituell leben

Wer seinem Geist wirklich etwas Gutes tun will,

der soll beten,

d.h. sein Leben, mit all dem, was einen innerlich bewegt,
in Verbindung zu Gott neu sehen lernen, all das Gute und Schöne, aber
auch Leid, Schuld und Tod…

Angesagt ist hier: Verzicht auf Zerstreuung und Ablenkung.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu Gott in Unordnung geraten ist.

Wenn wir den verführerischen Götzen unserer
Zeit eine klare Absage erteilen, dann können wir mehr und mehr aus
einem tiefen Gottvertrauen leben.

Beten = Spiritualität, ein Leben in der Kraft
des Geistes Gottes.


  • Almosen geben – solidarisch leben

Wer seinem Herzen wirklich etwas Gutes tun will,

der soll „Almosen geben“,

d.h. der soll es lernen, in guter, versöhnter Beziehung
zu den Menschen zu leben, und bereit sein, die Lebensgüter mit anderen
zu teilen. „Geben ist seliger als nehmen!“

Angesagt ist hier: Verzicht auf Neid, Habgier und Geiz.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu Mitmenschen in Unordnung geraten ist.

Wenn wir „egoistisches Verhalten“ überwinden durch
die Haltung des „Mitgefühls“, dann werden wir mehr und mehr aus den
Beziehungen zu dem Menschen Kraft schöpfen können.

Almosen geben = Solidarität mit den Menschen,
durch das ein friedvolles Zusammenleben möglich wird.


Für Menschen, die nach einem tragfähigen Sinn
für ihr Leben suchen, sei folgendes gesagt:

„Ich suchte mich selbst – und ich fand mich nicht.
Ich suchte meinen Gott – und ich fand ihn nicht.
Ich suchte meinen Nächsten – und ich fand sie alle drei!“


 

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Links:

–> Liturgische Texte – siehe auch Schott: Aschermittwoch

Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / österliche Bußzeit/ Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit – (1. März 2020)
2. Fastensonntag: Reminiscere – (8. März 2020)
3. Fastensonntag: Oculi – (15. März 2020)
4. Fastensonntag: Laetare – (22. März 2020)
5. Fastensonntag: Iudica – (29. März 2020)
Palmsonntag: Palmarum – (5. April 2020)

Ein Merkvers: „In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

siehe auch:
1. Fastensonntag A (Mt 4,1-11): Versuchungen Jesu in der Wüste
2. Fastensonntag A (Mt 17,1-9): Verklärung Jesu auf dem Berg
3. Fastensonntag A (Joh 4,5-42): Lebensquelle
4. Fastensonntag A (Joh 9,1-41): Licht des Lebens
5. Fastensonntag A (Joh 11,1-45): Auferweckung des Lazarus
Palmsonntag A: Passion Jesu
Die Heilige Woche
und die Karwoche-(Palmsonntag – Ostern)

–> Gedenktage: –

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 25. Februar 2020

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.