6. Sonntag A

6. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 16. Februar 2020

1. Lesung: (Sir 15,15-20) Gottes Lebensweisungen
2. Lesung: (1 Kor 2,6-10)  Das Große, das Gott den Liebenden bereitet hat...
Evangelium: (Mt 5,17-37) Superthesen Jesu 

Liturgische Texte zum 6. Sonntag (Lesejahr A) 

Eröffnungsvers (Psalm 31,3b-4)
„Sei mir ein schützender Fels,
ein festes Haus, mich zu retten!
Denn du bist mein Fels und meine Festung;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.“

Tagesgebet
Gott,
du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Jesus Sirach (Sir 15,15-20)
Keinem gebietet Gott zu sündigen

Antwortpsalm (Ps 119,1-2.4-5.17-18)
Selig die Menschen, die leben nach der Weisung des HERRN

–> Psalm 119: Psalm-119-hebr-deutsch;
Grafik zu-Ps-119;
Ps 119 – das goldene ABC

2. Lesung: aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 2,6-10)
Wir verkündigen die Weisheit, die Gott vorausbestimmt hat
zu unserer Verherrlichung

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Mt 11,25)
Halleluja! Halleluja!
Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;
du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.
Halleluja!

Evangelium nach Matthäus (Mt 5,17-37)
Zu den Alten ist gesagt worden – ich aber sage euch

* * *

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Evangelientext  (eine Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert)

Der Buchstabe des Gesetzes tötet –
der Geist ist es, der lebendig macht
.
– Kernpunkte der “Berglehre Jesu” (Mt 5,17-48)
– Evangelium des 6. Sonntages im Jahreskreis A (Mt 5,17-37)
+ Evangelium des 7. Sonntages im Jahreskreis A (Mt 5,38-48)

Die „Super“-Thesen Jesu in seiner Berglehre
Mt 5,17-48

Nicht Aufhebung,      sondern Erfüllung
des Gesetzes

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
5,17 Denkt nicht,
ich sei gekommen,
um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.

Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben,
sondern um zu erfüllen.

18 Amen, das sage ich euch:
Bis Himmel und Erde vergehen,
wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen,
bevor nicht alles geschehen ist.

19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt
und die Menschen entsprechend lehrt,
der wird im Himmelreich der Kleinste sein.

Wer sie aber hält und halten lehrt,
der wird groß sein im Himmelreich.

20 Darum sage ich euch:
Wenn eure Gerechtigkeit nicht überfließt,
mehr als die der Schriftgelehrten und Pharisäer,
werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Verdeutlichung an 6 Beispielen

„Ihr habt gehört,
dass zu den Alten gesagt wurde“

Ich aber sage euch“

statt „alte“ Gesetzesmoral      überfließende Gerechtigkeit

nicht erst      sondern schon
der Mord           die innere Ablehnung
→ radikale Bejahung

21 Ihr habt gehört,
dass zu den Alten gesagt worden ist:
Du sollst nicht töten;
wer aber jemand tötet,
soll dem Gericht verfallen sein.

22 Ich, ja ich sage euch (darüber hinaus):
Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt,
soll dem Gericht verfallen sein;

und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!,
soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein;

wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!,
soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

23 Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst
und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen;
geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder (deiner Schwester),
dann komm
und opfere deine Gabe.

25 Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner,
so lange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.
Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen,
und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben,
und du wirst ins Gefängnis geworfen.

26 Amen, das sage ich dir:
Du kommst von dort nicht heraus,
bis du den letzten Cent bezahlt hast.

nicht erst      sondern schon
der Ehebruch      der lüsterne Blick
→ radikale Zuwendung

27 Ihr habt gehört,
dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.

28 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht,
hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

29 Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt,
dann reiß es aus und wirf es weg!
Denn es ist besser für dich,
dass eines deiner Glieder verloren geht,
als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

30 Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt,
dann hau sie ab und wirf sie weg!
Denn es ist besser für dich,
dass eines deiner Glieder verloren geht,
als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.

nicht erst                          sondern schon
die ungesetzliche Scheidung      jede Scheidung
→ radikale Verantwortung

31 Ferner ist gesagt worden:
Wer seine Frau aus der Ehe entlässt,
muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.

32 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
Wer seine Frau entlässt,
obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt,

liefert sie dem Ehebruch aus;
und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist,
begeht Ehebruch.

nicht erst      sondern schon
der Meineid      das „Jein“/der Schwur
→ radikale Wahrhaftigkeit

33 Ihr habt gehört.
dass zu den Alten gesagt worden ist:
Du sollst keinen Meineid schwören,
und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.

34 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
Schwört überhaupt nicht,
weder beim Himmel,
denn er ist Gottes Thron,

35 noch bei der Erde,
denn sie ist der Schemel für seine Füße,
noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.

36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören;
denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.

37 Euer Ja sei ein Ja,
euer Nein ein Nein;
alles andere stammt vom Bösen.

Evangelium des 7. Sonntages im Jahreskreis A (Mt 5,38-48)

nicht erst                     sondern schon
die willkürliche Vergeltung      die „Retourkutsche“/ der Schlagabtausch
→ radikale Versöhnungsbereitschaft

38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist:
ein Auge anstelle eines Auges
und ein Zahn anstelle eines Zahnes.

39 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
dem, der euch etwas Böses antut, stellt euch nicht entgegen,
sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt,
dann halt ihm auch die andere hin.

40 Und wenn dich einer vor Gericht bringen will,
um dir das Hemd wegzunehmen,
dann schenke ihm auch den Mantel.

41 Und wenn dich einer zwingen will,
eine Meile mit ihm zu gehen,
dann geh zwei mit ihm.

42 Wer dich bittet, dem gib,
und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

nicht erst                sondern schon
der Hass der Freunde      der Feindeshass
→ grenzenlose Liebe

43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist:
Du sollst deinen Nächsten lieben
und deinen Feind hassen.

44 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
Liebt eure Feinde
und betet für die, die euch verfolgen,
45 damit ihr Söhne und Töchter eures Vaters im Himmel werdet;
denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten,
und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben,
welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten?
Tun das nicht auch die Zöllner?

47 Und wenn ihr nur eure Brüder (und Schwestern) grüßt,
was tut ihr damit Besonderes?
Tun das nicht auch die Heiden?

48 Ihr werdet/ sollt also sein
zum Ziel gelangt/ vollendet/ volljährig/ erwachsen/ vollkommen

wie der Vater von euch – der in den Himmeln
zum Ziel gelangt/ vollendet/ vollkommen ist.

* * *

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Bild zur Meditation:

Der Buchstabe des Gesetzes tötet –
der Geist ist es, der lebendig macht.“

Das Gesetz im Geist Jesu erfüllen, (c) G. M. Ehlert

Bildlegende:
„Gesetz und Propheten“ bilden einen Rahmen,
der im Geiste Jesu mit Werken der Liebe erfüllt werden soll.“
Die „größere Gerechtigkeit“ ist die von Liebe zu allen überfließende Gerechtigkeit.

„Ama, et fac, quod vis“ (Augustinus)
= „Liebe, und dann tu, was du willst!“

* * *

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Impuls:  

Der Buchstabe des Gesetzes tötet
                      der Geist ist es, der lebendig macht

Nicht erst der Mord,
sondern schon das Zürnen
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes
Versöhnung hat Vorrang vor liturgischem Opfer
rechtzeitiger Friedensschluss bewahrt vor Verurteilung durch ein weltliches Gericht

Nicht erst der vollzogene Ehebruch,
sondern schon der begehrende Blick
widerspricht dem Geist des Weisungen Gottes

Nicht erst eine ungesetzliche Scheidung,
sondern jede Scheidung
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

Nicht erst ein Meineid und ein Eidesbruch,
sondern schon jeder Schwur
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes
Jedes eurer Worte sei wahrhaftig

Nicht erst eine willkürliche Vergeltung,
sondern schon jeder Gedanke an Vergeltung
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes
vielmehr soll Böses mit Gutem vergolten werden

Nicht erst ein Hass gegenüber dem Nächsten
sondern schon mangelnde Liebe gegenüber dem Feind
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

Nicht erst das Tun des Bösen,
sondern schon das Unterlassen des Guten
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes
 

Eure Liebe soll Gottes Weisungen gemäß alle umfassen,
so wie seine Liebe grenzenlos ist.

 * * *

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Links:

–> Liturgische Texte – Schott: 6. Sonntag im Jahreskreis A

–> Berglehre Jesu – 4. – 9. Sonntag i.J. A (Überblick)
–> siehe: grenzenlose Gerechtigkeit

–> Gedenktage:

– 14. Februar: Valentin = g

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 12. Februar 2020

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