Christkönigssonntag C

34. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 24. November 2019
Christkönigssonntag

1. Lesung: (2 Sam 5,1-3) Die Stämme Israels salbten David zu ihrem König.
2. Lesung: (Kol 1,12-20) Gott hat uns aufgenommen in das Reich Christi…
Evangelium: (Lk 23,35-43) Jesus, denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst.

Liturgische Texte zum Christkönigssonntag (C)

Eröffnungsvers (Offb 5,12; 1,6)
„Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre.
Ihm sei die Herrlichkeit und die Herrschermacht in Ewigkeit.“

Tagesgebet:
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen,
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung aus dem 2. Buch Samuel (2 Sam 5,1-3)
Sie salbten David zum König von Israel

Antwortpsalm: Psalm 122,1-3.4-5
Zum Haus des HERRN wollen wir pilgern

2. Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolósser (Kol 1,12-20)
„Gott hat uns aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes“

Ruf vor dem Evangelium (Mk 11,9-10)
Halleluja. Halleluja.
Gesegnet sei, der kommt im Namen des HERRN!
Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt.
Halleluja.

Evangelium aus dem Lukasevangelium: Lk 23,35-43
„Jesus, denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst“

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Lukasevangelium 23,32.35-43 (eine wortgetreue Übersetzung):

Lk 23,32 Es wurden geführt aber zwei andere der Übeltäter
mit ihm (= Jesus) hingerichtet zu werden.

35 Und hinzugestellt das Volk schauend
es verspotteten (ihn) aber auch die Anführer, sagend:

„Andere rettete er,
er rette sich selbst,
wenn dieser ist der Christus des Gottes,
der Auserwählte.“

36 Es verhöhnten aber ihn auch die Soldaten, herangekommen (seiend)
Essig bringend zu ihm
37 und sagend:

„Wenn du bist der König der Juden,
rette dich selbst.“

38 Es war aber auch eine Aufschrift über ihm:

‚Der König der Juden (ist) dieser.‘

39 Einer aber der gehängten Übeltäter lästerte ihn, sagend:

„Bist du nicht der Christus?
Rette dich selbst und uns.“

40 Antwortend aber der andere – ihm vorwerfend – sprach er:

„Nicht einmal du fürchtest den Gott,
da du in demselben Urteil bist?
41 Und wir zwar gerechterweise,
Gleichwertiges nämlich (zu dem) was wir getan haben
empfangen wir;
dieser aber nichts Ungehöriges hat er getan.“

42 Und er sagte:

„Jesus, werde an mich erinnert,
wenn du kommst in deiner Königsherrschaft.“

43 Und ER sprach zu ihm:

„Amen, dir sage ich,
Heute wirst du mit mir sein in dem Paradies.“

* * *

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Bild zur Meditation

zum Sonntagsevangelium (Lk 23,35-43)

schacher-kreuz-12ba

Bildlegende:
Die beiden Schächer und in der Mitte Jesus am Kreuz. Im Hintergrund die Stadt Jerusalem mit einem verschlossenen Tor. Das Geschehen der Kreuzigung – draußen vor der Stadt.
Über dem Kreuz Jesu – die Krone, an der Stelle, wo sonst die Kreuzesinschrift steht.
Links – von Jesus aus ! – der lästernde Schächer. Er wendet sich ab von Jesus und schaut in das Dunkle.
Rechts – von Jesus aus! Der reuevolle Schächer. Er schaut zu Jesus hin und bittet ihn um Erbarmen in letzter Stunde.
Im Zwischenraum der beiden ein Herz – darin die geöffnete Tür zum himmlischen Jerusalem. Das am Kreuz durchbohrte Herz hat uns den Zugang zum Himmel erschlossen.
Über dem reuevollen Schächer leuchtet der Regenbogen – das Bundeszeichen Gottes, darunter die schützende, segnende Gotteshand.

* * *

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HEUTE noch wirst du mit mir
im Paradies sein

Wir feiern Christus, der kommt, uns den Zugang zum Himmelreich aufzuschließen.

Das Evangelium (= Lk 23,35-43), das am letzten Sonntag im Kirchenjah C  vorgelesen wird, ist eine echte Herausforderung:

Da hängt Jesus wie ein Verbrecher am Kreuz, neben ihm zwei Verbrecher.
Über ihm ein Schild mit dem Grund für dieses Todesurteil der Römer:
Das ist der König der Juden(alle Juden, die es lasen, mussten dies als eine Verhöhnung verstehen).
Der eine Verbrecher am Kreuz höhnt wie einige von den jüdischen Hohepriestern und den römischen Soldaten: „Wenn Du wirklich der Messias bist, dann hilf Dir doch selbst und auch uns!“
Doch der andere Verbrecher, der ebenso gerne gerettet würde, argumentiert auf einer anderen Ebene: Er glaubt, dass dieser Jesus, der da neben ihm am Kreuz hängt der Messias ist.
So wagt er es in seiner Sterbestunde zu bitten:
„Jesus, denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst.“
Dadurch verändert sich für ihn alles.

Er erhält das Versprechen von Christus, dem König:
Heute noch wirst Du mit mir im Paradies sein!“

Dieses „HEUTE
hat im Lukasevangelium eine besondere heilsgeschichtliche Bedeutung.

1. „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren,
er ist der Messias, der Herr.“
Botschaft der Engel von der Geburt Jesu an die Hirten (Lk 2,11)

2. „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“
Jesus bei seiner 1. Predigt in Nazaret (Lk 4,21)

3. „Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen“
nach der Heilung eines Gelähmten
als Zeichen Jesu zur Vollmacht zur Sündenvergebung (Lk, 5,26)

4. „Heute muss ich in deinem Haus zu Gast sein“
u. 5. „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden…“
Jesu Wort zum Zöllner Zachäus (Lk 19,5 u. 9)

6. „Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht,
wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen.“
Jesu Wort an Petrus (Lk 22,34) – und dessen Reuetränen (Lk 22,61f)

7. „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
Wort Jesu an den reumütigen Schächer in der Sterbestunde am Kreuz (Lk 23,43)

Die Macht und Herrlichkeit Christi, des Sohnes Gottes, bekundet sich vor allem in der Autorität, mit der er dem Menschen die Schuld vergibt und in der Verheißung der Teilnahme an seiner Herrschaft.

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weitere Impulse zum Christkönigsfest:

Im Markusevangelium heißt es nach der Schilderung der künftigen Not:
Wenn ihr all dieses geschehen seht, dann sollt ihr sehen:
Er?/Sie?/Es? ist nahe vor der Tür.“ (Mk 13,29)*

*Er/ Sie/ Es ist nahe vor der Tür.

ES = das Ende, der Tod
so heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in vielen Kalendern: TOTENSONNTAG

SIE = die Vollendung, die Ewigkeit
so heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in der evangelischen Tradition:
EWIGKEITSSONNTAG.

ER = Christus, der König der Herrlichkeit
so feiern die Katholiken (seit der Liturgiereform 1969) am letzten Sonntag im Kirchenjahr das Hochfest:
CHRISTKÖNIG.

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Links:
–> zur 1. Lesung: –
–> zum Antwortpsalm: Psalm 122: Erbittet Frieden für Jerusalem
–> zur 2. Lesung: christushymnus-kol-1-12-20
–> zum Evangelium: Lk 23,35-43  und: Jesu Tod am Kreuz

–> Liturgische Texte siehe Schott: Christkönigssonntag C

–> zum Christkönigssonntag: Christus – König
siehe auch: „Christkönigsfest“

–> verschiedene Bezeichnungen für den letzten Sonntag im Kirchenjahr:
Tod-Christus-Ewigkeit

Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 18. Nov. 2019

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