28. Sonntag C

28. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 13. Oktober 2019

1. Lesung: (2 Kön 5,14-17) Der Heide Naaman taucht krank unter – und taucht geheilt als Gottesverehrer wieder auf
2. Lesung: (2 Tim 2,8-13) Wer mit Christus gestorben ist, wird auch mit ihm leben
Evangelium: (Lk 17,11-19) Rein geworden kehrt der Samariter zurück, um Dank zu sagen und Gott zu ehren

Liturgische Texte zum 28. Sonntag (C)

Eröffnungsvers (Ps 130,3-4)
Würdest du, HERR, unsere Sünden beachten,
HERR, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, Gott Israels.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort im Herzen bewahren
und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung aus dem 2.Buch der Könige (2 Kön 5,14-17)
Náaman kehrte zum Gottesmann Elíscha zurück und bekannte sich zum HERRN

Antwortpsalm: Ps 98,1.2-3b.3c-4
Der HERR hat sein Heil enthüllt vor den Augen der Völker!

2. Lesung aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an Timótheus (2 Tim 2,8-13)
„Wenn wir standhaft bleiben, werden wir mit Christus herrschen“ 

Ruf vor dem Evangelium (1 Thess 5,18)
Halleluja! Halleluja!
Dankt für alles; denn das will Gott von euch,
die ihr Christus Jesus gehört. 

Halleluja!

Evangelium nach Lukas (Lk17,11-19)
„Ist keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?

* * *

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Lukasevangelium, Kapitel 17,11-19: (wortgetreue Übersetzung)

Einer von zehn Geheilten dankt – ein Samariter

Lk 17,11 Und es geschah auf dem Hinweg nach Jerusalem
und er selbst kam hindurch
mitten durch Samaria und Galiläa

12 und (als) er selbst hineinkam in ein Dorf
begegneten ihm zehn lepra(kranke)* Männer,
die sich hinstellten von ferne

13 und diese, sie hoben an mit lauter Stimme
sagend zu Jesus:
„Vorsteher/ Meister zeige Mitleid/
erbarme dich unser!“

14 Und (sie) gesehen habend, sprach er zu ihnen:
„(Von hier) weggegangen,
      zeigt euch selbst den Priestern.*“

* Lepröse = Aussätzige;
Aussatz und verschiedene Hautkrankheiten
schlossen vom Zusammenleben mit anderen Menschen aus.
Erst wenn die dafür zuständigen Priester
die Heilung festgestellt hatten,
war die Rückkehr in die alte Lebensgemeinschaft wieder erlaubt.
(vgl. Lev 13 – 14)

Und es geschah in dem sie selbst sich hinwegbegaben
wurden sie gereinigt.

15 Einer aber aus ihnen, gesehen habend,
dass er geheilt worden war,
er wandte sich zurück –
mit sehr großer Stimme verherrlichte er den Gott

16 und er fiel auf’s Angesicht
neben den Füßen von ihm
danksagend ihm –
und dieser war ein Samariter.

17 Antwortend aber – der Jesus sprach:
      „Sind nicht die Zehn gereinigt worden –
      die aber neun (anderen) – wo (sind sie)?

18  Nicht gefunden worden sich zurückwendend
      zu geben Verherrlichung/ Ehre dem Gott
      als nur der anders-volkige/ Fremde – dieser.“

19 Und er sprach zu ihm:
      „Steh auf! – geh hinweg – der Glaube (von) dir
      hat errettet dich.*

*“Dein Glaube hat dich gerettet“ –
diese Zusage Jesu kommt in den Evangelien 7 x vor:
Mt 9,22: Wort Jesu zur geheilten blutflüssigen Frau
Mk 5,34: Wort Jesu zur geheilten blutflüssigen Frau

Mk 10,52: Wort Jesu zum sehend gewordenen Bartimäus
Lk 7,50: Wort Jesu zur Sünderin im Haus des Pharisäers Simon
Lk 8,48: Wort Jesu zur geheilten blutflüssigen Frau

Lk 17,19: Wort Jesu zum dankbaren Samariter
Lk 18,42: Wort Jesu zum sehend gewordenen Bettler bei Jericho

* * *

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Bild zur Meditation

zum Sonntagsevangelium (Lk 17,11-19)

Lk-17.11-19aa

Der dankbare Samariter – Grafik von G. M. Ehlert, 05.10.2019

Zehn werden geheilt –
Neun erfüllen das Gesetz – Einer kehrt um und dankt Jesus

Bildlegende:

Beginnen wir rechts unten:
Da steht in hebräischen Buchstaben das Wort „Thame‘“ – unrein.
Reinheit ist im biblischen Verständnis die Voraussetzung dafür, sich Gott nahen zu können. Unrein Sein schließt aus der sozialen Gemeinschaft und aus der Gemeinschaft mit Gott aus.
Zehn Lepröse = d.h. Menschen, die wegen Aussatzes aus der Gemeinschaft aus-gesetzt worden sind, nahen sich vom rechten Rand her Jesus.
Er verweist sie auf dem Weg nach links oben.
Seine Geste unterstreicht seine Worte: „Geht, zeigt euch den Priestern!“

Links oben:
Da sehen wir ein Dorf. Ein Haus ist gekennzeichnet mit dem Äskulapstab – hier ein Zeichen für das Haus des Priesters, der zugleich die Aufgaben eines heutigen Gesundheitsamtes übernahm. Erst wenn die dafür zuständigen Priester eine Heilung festgestellt hatten, war die Rückkehr von Leprösen in die alte Lebensgemeinschaft wieder erlaubt, wenn sie u.a. zuvor zwei Tauben geopfert hatten.  (vgl. die Gesetzesparagraphen in Lev 14)
Neun von den zehn Männern sind auf direktem Weg dorthin.

Links unten:
Einer der Zehn ist ausgeschert und hat sich nun vor Jesus niedergeworfen.
Darunter steht in griechischen Buchstaben das Wort: „eucharistôn“ = Eucharistie = Danksagung.

Bildmitte:
In der Mitte des Bildes steht Jesus – er hat sich hingewendet zu dem vor ihm knienden Menschen. Seine rechte Hand ist zum Segensgestus erhoben (= genau im Schnittpunkt der beiden Bilddiagonalen). Hinter ihm zwei seiner Jünger als Augenzeugen des Geschehens.

Rechts oben
sehen wir ein Gebäude mit drei Toren – ein Hinweis auf das himmlische Jerusalem…
Darüber steht in griechischen Buchstaben das Wort: „sesôken“ = gerettet.

Durch die Umwendung des geheilten Samariters hin zu Jesus, dem „Soter“ = Retter, um ihm Dank zu sagen und Gott zu loben, erfährt er eine doppelte Frucht: nicht nur die Freude über die Heilung, sondern das Glück der Errettung, die ihm Jesus zusagt.

Zwei Lebenswege sind auf dem Bild erkennbar:
ein erster – von rechts unten nach links oben – der Weg des jüdischen Gesetzes;
und ein zweiter – von links unten nach rechts oben – der Weg der Gnade, den Jesus, der Retter, eröffnet hat.

* * *

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weitere Impulse zum Sonntagsevangelium = Lk 17,11-19

Aussatz – Reinheit – Dankbarkeit

Aussatz:
– Lepra = qualvolles Verfaulen der Glieder
–> damals unheilbare Krankheit
– Lepra = wegen Ansteckungsgefahr
–> Ausgrenzung aus Familie und Dorfgemeinschaft
– Lepra = galt als Strafe Gottes für schwere Sünden
–> Ausstoßung aus der Gemeinschaft mit Gott

Fazit: Lepra = ein aussichtsloser Fall, jedoch diese 10 Menschen, die ihre Not zu einer grenzüberschreitenden Solidargemeinschaft zusammenfügt, wagen Jesus zu bitten:

„Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“ –

Jesus macht die 10 aussätzigen Männer rein,
indem er ihren Glauben auf eine Vertrauensprobe stellt:
sie sollen sich – so wie sie sind – auf den Weg zu den Priestern machen (= damaliges „Gesundheitsamt“), das allein berechtigt war, die erfolgte Heilung festzustellen und sie wieder in die Gemeinschaft mit den Menschen und mit Gott aufzunehmen.

Merkwürdig: Jesus fordert auf: handelt so, als sei die Heilung schon erfolgt noch bevor das Wunder geschehen ist.

Im glaubenden Befolgen dieser Aufforderung Jesu geschieht die Heilung.

Neun geheilte Männer halten sich an die Anweisung Jesu und befolgen das jüdische Gesetz…

Ein geheilter Mensch kehrt um, preist Gott und dankt Jesus. –
Dieser war aus Samarien = (= Anhänger einer von der wahren Glaubensgemeinschaft verachteten Sekte.)

„Wo sind die übrigen neun?“ – fragt Jesus.
Sie sind gehorsam und befolgen die religiösen Vorschriften!

Einer von Zehn Geheilten kommt zur Danksagung (= Eucharistie).
Doch der Glaube an Gott kommt erst in der Umkehr und in der Gemeinschaft mit Jesus Christus zur Vollendung.
Dies erkennt der geheilte Samaritaner.
Aus dankbarer Liebe kehrt er um, um dem Urheber der Heilung zu danken – ihn lobt Jesus und schickt ihn seines Weges mit der Zusage:
„Dein Glaube hat dir nicht nur Heilung, sondern Heil gebracht.“

In Seiner Umkehr und Danksagung erfährt er nicht nur körperliche Heilung, sondern die Teilhabe am endgültigen Heil, das in der Eucharistiegemeinschaft Jesu Christi besteht.

Ausgrenzung – Teilhabe – und Dankbarkeit heute
Was ist der Aussatz unserer Zeit? –
Ausgegrenzt werden… gemobbt werden, aus der Gemeinschaft gestoßen werden…

Jesus will auch heute – durch uns! – Ausgrenzungen jeder Art überwinden,
er macht uns „rein“, d.h. fähig zur Teilnahme an der Gemeinschaft mit Gott, die in der Eucharistiegemeinschaft erfahrbar werden soll.

Die Dankbarkeit über dieses Geschenk lässt uns jetzt schon teilhaben am endgültigen Heil.

Wer Gottes Gaben geschenkt bekommt, der ist aufgerufen, sich beim Geber dieser Gaben zu bedanken – die Eucharistie – Danksagung zu feiern und die Großtaten Gottes zu bezeugen. –

„Ite, missa est“ – „Geht, es ist (eure) Sendung!“ –
mit diesem Aufruf endete früher die katholische Messfeier.
Mit dem Segen Gottes beginnt unsere Sendung, das erfahrene Heil anderen zu bezeugen.

* * *

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Links:
–> zur 1. Lesung:
–> zum Antwortpsalm: Psalm 98: Singt ein neues Lied dem HERRN
–> zur 2. Lesung: –
–> zum Evangelium siehe auch:  

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 28. Sonntag i.J. C

Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 06. Okt. 2019

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