25. Sonntag C

25. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 22. September 2019

1. Lesung: (Am 8,4-7) Alles zu Geld machen – auf Kosten der Armen?
2. Lesung: (1 Tim 2,1-8) Christus hat sich als Lösegeld hingegeben – um alle zu retten
Evangelium: (Lk 16,1-13 ) Eingesetzt als Verwalter über das Vermögen meines Herrn

Liturgische Texte zum 25. Sonntag (C)

Eröffnungsvers ()
„Das Heil des Volkes bin ich – so spricht der HERR.
In jeder Not, aus der sie zu mir rufen, will ich sie erhören.
Ich will ihr HERR sein für alle Zeit.“

Tagesgebet
Heiliger Gott,
du hast uns das Gebot der Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen
als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.
Gib uns die Kraft,
dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir das ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung aus dem Buch Amos (Am 8,4-7)
„Hört dieses Wort, die ihr sagt: ‚Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen'“

Antwortpsalm: Ps 113,1-2.4-5.6-7.8-9
Lobet den HERRN, der den Armen erhöht

2. Lesung aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an Timótheus (1 Tim 2,1-8)
„Ich fordere auf zu Bitten und Gebeten für alle Menschen, denn Gott will, dass alle gerettet werden“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. 2 Kor 8,9)
Halleluja! Halleluja!
Jesus Christus, der reich war,
wurde aus Liebe arm.
Und durch seine Armut hat er uns reich gemacht.

Halleluja!

Evangelium nach Lukas (Lk 16,1-13)
„Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“

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Lukasevangelium, Kapitel 16,1-13: (wortgetreue Übersetzung)

ER (= Jesus) sagte aber zu den Lernenden/ (= Jüngern):

Ein Mensch – irgendeiner – er war reich;
jener hatte einen Ökonom/ Hausverwalter
und diesem wurde vorgeworfen:
er selbst – gleichsam zerstreuend/ ausstreuend (wie Samen)
die Besitztümer von ihm.

Und (herbei-)rufend ihn sprach er zu ihm:Lk-16.1a1
was (ist) das, (was) ich höre über dich?
gebe ab das Wort (= Rechenschaftsbericht)
deiner Verwaltung,
nicht nämlich vermagst du noch
Ökonom zu sein.

Lk-16.1a4Es sprach aber in/ zu sich selbst der Ökonom:
was werde ich machen,
da mein Herr entzieht die Verwaltung von mir?
zu graben (= Feldarbeit) bin ich nicht stark,
– (und) zu betteln schäme ich mich.
Ich weiß/ erkenne, was ich machen werde,
wenn ich gleichsam abgesetzt werde
aus der Verwaltung,
damit sie mich aufnehmen in ihre Häuser.

Und herrufend einen jeglichen SchuldnerLk-16.1a2
seines Herren
sagte er zu dem ersten:
wieviel schuldest du meinem Herrn?
Der aber sprach: Hundert Bat (= Fass) Öl.
Der aber sprach zu ihm:
(hier) nehme dein Geschriebenes (= Schuldschein)
und setz dich hin – schnell – schreibe:
fünfzig.
Darauf zu einem anderen sprach er:
Du aber, wie viel schuldest du?
Der aber sprach: Hundert Kor (= Sack)
Weizen.
[Der aber] sprach zu ihm:
(hier) nehme dein Geschriebenes
und schreibe: achtzig.

Und es lobte/ anerkannte der Herr
(= a) der Reiche? oder b) Christus)
den Ökonom der Ungerechtigkeit,
     (oder: den ungerechten Ökonom?)
dass er klüger/ clever es gemacht hat.

[Daher sage ich euch folgendes]:
‚die Söhne der Weltzeit sind –
in
(Bezug auf) ihresgleichen – einsichtig/ cleverer
über die Söhne des Lichts (hinaus).

Und ich, ich sage euch:Lk-16.1a3
ihr selbst, macht euch Freunde
aus dem Mammon (= (unredlich erworbener) Geldgewinn) der Ungerechtigkeit,
damit gleichsam, wenn es aus ist,
sie euch empfangen in die ewigen Zelte hinein.

Der Treue/ Zuverlässige im Geringsten –
auch treu/ zuverlässig im Vielen ist;
der im Geringsten Ungerechte –
auch im Vielen ungerecht ist.
Wenn nun ihr in (Bezug auf) den ungerechten
Mammon nicht Treue/ Zuverlässige geworden
seid:
das Wahre/ Wahrhaftige – wer wird es euch anvertrauen?
Und wenn ihr in (Bezug auf) den fremden Besitz
nicht Treue/ Zuverlässige geworden seid,
das Eure – wer wird es euch geben?

Nicht ein (= kein) Hausbediensteter vermag es
zwei Herren zu dienen;
wenn nämlich den einen er hassen
(= vernachlässigen) wird,
so wird er den anderen lieben (= bevorzugen);
wenn er für den einen eintreten wird,
so wird er den anderen verachten;
nicht vermögt ihr,
Gott zu dienen und (dem) Mammon.

siehe auch: Lk 16,1-13 (Übersetzung G. M. Ehlert u. Kommentar)

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Bild zur Meditation

zum Sonntagsevangelium (Lk 16,1-13)

„Ihr könnt nicht beiden dienen,
GOTT und dem MAMMON“

Lk-16.1a

Grafik zu Lk 16,1-13 von G. M. Ehlert

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Impulse

Vom lobenswerten Umgang mit ungerechtem Besitz

Wer oder was ist im Gleichnis Jesu ungerecht? –
Der reiche Mann, der seinen Verwalter entlässt
oder der Verwalter, der das Vermögen des Reichen verschleudert
oder das ausbeuterische System, das Arme in die Verschuldung führt?

Das Gleichnis im 16. Kapitel des Lukasevangeliums ist provozierend.
Wir kennen es vielleicht als das Gleichnis vom ungerechten Verwalter. Wie kann der ein Vorbild sein?
Hören wir es heute aber einmal als Gleichnis vom Verwalter der Ungerechtigkeit. Lenken wir den Blick von der Person auf das Wirtschaftssystem, in dem sie lebt und handelt. Was, wenn es ungerecht ist und Leben zerstört? Wie verhalten wir uns in einem solchen System?

Ich habe einmal versucht, das Evangelium, das Jesus seinen Jüngern zur Zeit der römischen Besatzung erzählt hat, in unsere Zeit zu übertragen, wo in vielen Bereichen immer weniger soziales Denken, sondern mehr und mehr die kapitalistischen Gesetze des Geldes herrschen:

Übertragung von Lk 16,1-9:

Der Inhaber einer Firma – „Mammon u. Co KG“ – war durch ausbeuterische Machenschaften zu großem Reichtum gekommen. Der Geschäftsführer dieser Firma wurde eines Tages beschuldigt, er schädige die Firma, weil er geradezu verschwenderisch zu Ungunsten der Firma handle. Der Inhaber zitierte ihn zu sich und kündigte den Arbeitsvertrag mit ihm nach Abgabe des fälligen Rechenschaftsberichtes.
Der Geschäftsführer sah klar, dass seine Situation in dieser ausbeuterischen Firma aussichtslos ist;

er überlegte daraufhin, was er nun tun könne:
– ein ordentliches Handwerk hatte er nie gelernt,
– und im Rahmen von Harz IV nur von Sozialhilfe leben zu müssen, war ihm zu peinlich.

Da hatte er folgende Idee und setzte sie sofort in die Tat um:
Er ließ einen Schuldner der Firma nach dem anderen einzeln in sein Büro kommen und machte mit ihnen folgenden Deal:
Er holte aus seinem Aktenschrank die unterschriebenen Zahlungsverpflichtungen hervor – die teilweise einen Betrag von 3 Monatslöhnen überschritten, vernichtete sie und ließ vom Schuldner sofort neue Zahlungsverpflichtungen unterschreiben, die bis zu 50% günstiger für den Geschäftskunden waren.
Dabei erhoffte er sich, dass diese ihm weiterhelfen werden, wenn er aus der ausbeuterischen Firma „Mammon & Co. KG“ entlassen sei.
.

Ungerecht – clever oder gar vorbildlich?

Ganz schön clever gedacht – das meinte Jesus auch als er sein Gleichnis vom cleveren Verwalter damals seinen Jüngern erzählte.

Statt weitere Ausbeutung – soziale Hilfeleistung

Ob der kluge Verwalter wirklich ungerecht war, hängt davon ab, wie man den Teilerlass der Schulden interpretiert:

ob der Verwalter manipuliert und so seinem Herrn schadet –

oder als Zinserlass, zu dem der Hausverwalter auf dem Hintergrund orientalischer Geschäftspraxis ermächtigt war. –
Dann brauchte der Geschäftsführer dieser ungerechten Firma sich selbst dabei nichts vorzuwerfen, da er bei dem Schuldenerlass den Geschäftskunden jeweils den Betrag erlassen hatte, der ihm als Provision zugestanden hätte.

In den Augen des profitgierigen Inhabers der Firma war sein bisheriger Geschäftsführer ein untreuer Verwalter seines Vermögens.

In den Augen der Schuldner dieser Firma jedoch war der gefeuerte Geschäftsführer durch seinen teilweisen Schuldenerlass zum geschätzten Wohltäter geworden.

Und Jesus lobt das Verhalten dieses Geschäftsführers und wünschte sich, dass auch wir im Hinblick darauf, in die himmlischen Wohnungen aufgenommen zu werden, genau so clever handeln würden, wie der Geschäftsführer im Hinblick auf die Aufnahme in die Wohnungen der bisherigen Geschäftskunden, denen er zum Wohltäter geworden war.

“Jetzt die richtige Vorsorge treffen“

Der clevere Geschäftsführer sorgt vor. Er verschafft sich eine tragfähige Zukunftsvorsorge, indem er für einen Schuldenerlass sorgt und auf die Dankbarkeit der Begünstigten hofft.

Im Sinne des Evangeliums verschaffen wir uns eine tragfähige Zukunftsvorsorge für unsere Zukunft im Reiche Gottes, wenn wir unser Vermögen in den Dienst der Benachteiligten stellen.
Denn Jesus sagt: „Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ – Er wird es uns im Himmelreich bis zu 100fach vergelten.

„Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“

Das Evangelium des heutigen Sonntags spricht das Thema der Vorsorge für die Zukunft an und ruft dazu auf, sich zu entscheiden, lieber in der „Mammon & Co. KG“ oder in der „Reich-Gottes GmbH“ mitzuarbeiten.

In der „Mammon & Co. KG“ heißt die Überschrift: „Geld regiert die Welt“ und oberstes Ziel ist die Gewinnmaximierung – die Benachteiligung anderer wird dabei in Kauf genommen.

In der „Reich-Gottes GmbH“ heißt die Prämisse: „Gottes Barmherzigkeit geht über alles“ und oberstes Ziel ist es, „gute Lebensmöglichkeiten für alle“ zu schaffen.

Haben Sie schon die rechte Vorsorge getroffen
für die Aufnahme in die Wohnungen im Reich Gottes?

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Links:
–> zur 1. Lesung: –
–> zum Antwortpsalm: zu Psalm 113: Halleluja! – Lobt, ihr Knechte des HERRN, den HERRN
–> zur 2. Lesung: –
–> zum Evangelium: Lk 16,1-13 (Übersetzung G. M. Ehlert u. Kommentar)

–> zu den Liturgischen Texten: Schott 25. Sonntag im Jahreskreis C

Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 18. Sept. 2019

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