14. Sonntag C

14. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 7. Juli 2019

1. Ein Strom des Friedens… (Jes 66,10-14c)
2. Eine neue Schöpfung in Christus… (Gal 6,14-18)
3. Friede diesem Haus… (Lk 10,1-12.17-20)

Liturgische Texte zum 14. Sonntag (C)

Eröffnungsvers (Ps 48,10-11)
„Deiner Huld, o Gott, gedenken wir in deinem heiligen Tempel.
Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.“

Tagesgebet
Gott, unser Vater,
du hast uns in der Taufe
zu Kindern des Lichtes gemacht.
Lass nicht zu,
dass die Finsternis des Irrtums
über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns,
im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 66,10-14c)
„Wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr“

Antwortpsalm: Ps 66,1-3.4-5.6-7.16.20
„Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!“

2. Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinden in Galatien Gal 6.14-18
„Ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib“

Ruf vor dem Evangelium (1 Sam 3,9; Joh 6,68c)
Halleluja. Halleluja.
Rede, HERR, dein Diener hört.
Du hast Worte des ewigen Lebens.
Halleluja!

Evangelium nach Lukas (Lk 10,1-12.17-20)
„Der Friede, den ihr dem Haus wünscht, wird auf ihm ruhen“  

* * *

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Arbeits-Übersetzung Ehlert: Lk 10,1-12 + 16 + 17-20

10,1 Nach aber diesen (= Worten Jesu über die Nachfolge)
ausschaute der HERR* andere (zweiund)siebzig,
und schickte diese aus – je zwei –
vor seinem Angesicht
hinein in jede Stadt und (in jeden) Ort,
wohin zu kommen er selbst sich anschickte.

2 Er sagte aber zu ihnen:
die Ernte (ist) zahlreich
die aber Wirker/ Arbeiter (sind) wenige:
bittet nun den Herrn der Ernte,
auf dass er Wirker/ Arbeiter ausschicke in seine Ernte.

3 Geht fort!
Siehe, ich schicke euch wie Lämmer
in (die) Mitte der Wölfe.

4 Nicht tragt einen Geldbeutel,
nicht eine Tasche,
nicht Sandalen
und nicht einen entlang des Weges grüßt!

5 In welches Haus auch immer ihr hineingeht,
als Erstes sagt: Friede diesem Haus!

6 Und wenn dort ist ein Sohn/ Kind (des) Friedens,
wird ruhen auf ihm euer Friede;
wenn aber nicht, wird er auf euch zurückkehren.

7 In diesem Haus selbst aber bleibt,
essend und trinkend das von ihnen;
denn wert ist der Wirker seines Lohnes.
Wechselt nicht von Haus zu Haus!

8 Und in welche Stadt immer ihr hineingeht
und sie euch aufnehmen,
esst das euch Vorgesetzte,

9 und therapiert
(=heilt) die in ihr Geschwächten (= Kranken)
und sagt ihnen:
„Nahegekommen ist auf euch
die Königsherrschaft  des Gottes.“

10 In welche Stadt auch immer ihr hineinkommt
und nicht sie empfangen euch,
hinausgehend auf der Straße (= Breite) von ihnen,
sprecht:

11Auch den uns anhaftenden Staub aus eurer Stadt
an den Füßen wischen wir weg vor euch,
doch erkennet (folgendes):

Nahegekommen ist die Königsherrschaft des Gottes.“

12 Ich sage euch (folgendes):
Sodom wird es an jenem Tag erträglicher sein
als jener Stadt.

(Verse 13 – 15 = Weherufe Jesu
über die Städte Chorazin, Betsaida u. Kapharnaum)

16 Der (auf) euch Hörende – hört (auf) mich;
und der euch Ablehnende – lehnt mich ab,
aber der mich Ablehnende – lehnt den mich Schickenden (= Gott, den Vater) ab.

17 Es kehrten zurück aber die (Zweiund)Siebzig mit Freude sagend:
HERR – auch/ sogar die Dämonen wurden unterworfen uns in dem Namen von dir.

18 Er sprach aber (zu) ihnen:
Ich schaute an den Satan/ Widersacher/ Versucher wie (einen) Blitz/ hellen Schein aus dem Himmel fallen.

19 Siehe!, ich habe gegeben euch die Vollmacht, zu treten oben auf Schlangen und Skorpione
und über all die Kraft/ Macht des Feindlichen/ Feindes
und gar nichts möge euch – gewiss nicht – schädigen.

20 Indessen/ außer/ aber in diesem nicht freuet euch,
dass die Winde/ Geister euch untergeordnet werden/ gehorchen,
freuet euch aber, dass die Namen von euch
eingeschrieben worden sind in den Himmeln.

Erläuterungen zum Text:

(V1) „der Herr“:
Der griechische Titel „Kyrios“ = Herr bezieht sich im Neuen Testament häufig auf Gott. Dieser Sprachgebrauch knüpft an einen auch im Frühjudentum nachweisbaren Brauch an, den Gottesnamen Jahwe durch den Titel „HERR“ zu ersetzen.
Die Urkirche verwendet diesen Titel für Jesus. Der auferstandene Jesus wurde Gott gleichgestellt. Zugleich bedeutete die Anrede des Auferstandenen als Kyrios auch eine bewusste Abgrenzung von der Verehrung anderer „Herren“, insbesondere des römischen Kaisers.
Die Macht des Kyrios Jesus des Christus ist einzig die Macht der Liebe.

(V1a) „Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus“:
Statt „zweiundsiebzig“ haben zahlreiche alte Textzeugen „siebzig“. 70 bzw. 72 ist nach Genesis 10 die Anzahl aller Völker auf der Erde. Die Zahl 70 (= 7 x 10) ist nach jüdischer Auffassung zudem die Zahl der Vollständigkeit, der Ganzheit und Fülle, ist die universelle Zahl für Personengruppen und ein Sinnbild der ganzen Welt.

(V1b) „und sandte sie zu zweit voraus“:
Sie werden bewusst zu zweit ausgesendet, da dies das jüdische Zeugenrecht so vorsieht, und zudem zwei Personen sich gegenseitig unterstützen können.

(V1c) „sandte sie vor sich her“:
Die Ausgesandten sind Boten Jesu. Sie verweisen nicht auf sich, sondern auf ihn. Sie verkündigen nicht sich selbst, sondern Jesus und sein Evangelium.

(V2a) „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter“:
Lukas denkt an die überwältigenden Aufgaben der frühchristlichen Glaubensverkündigung in der ganzen damals bekannten Welt.

(V2b) „Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“:
Die Aussendung erfolgt durch Gott, den „Herrn der Ernte“. Menschen können Gott darum bitten.

(V3) „geht! siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.
„siehe“: das ist griechische Ausdrucksweise, Aufmerksamkeit zu wecken, wenn Wichtiges kommt.
Die Botschaft vom Reich Gottes trifft nicht überall auf offene Ohren und Herzen, sondern auch auf Ablehnung und Widerspruch.

(V4ab) „Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe!“:
Die von Jesus Ausgesandten sollen unterwegs ihr ganzes Vertrauen auf Gottes Vorsehung setzen und aus ihrem Wirken keinen Vorteil für sich selber herausschlagen. Schuhe = Symbol der Machthaber.

(V4c) „Grüßt niemand unterwegs!“
Das ist keine Anleitung zu Unhöflichkeit und Unfreundlichkeit, sondern Auftrag, sich nicht aufhalten und ablenken zu lassen. Denn die Verkündigung des Reiches Gottes darf nicht verzögert werden. Da bleibt für ausführliche orientalische Begrüßungsrituale keine Zeit.

(V5) „Friede diesem Haus!“:
Schalom (= Friede) ist jüdischer Gruß. Schalom bedeutet Unversehrtheit, Segen, Heil, Frieden, Befreiung von jedem Unheil und Unglück, Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit und Ruhe.

(V6) „Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt“:
Sohn des Friedens ist der Mensch, der Frieden in seinem Herzen hat, der Gedanken des Friedens denkt und Worte des Friedens spricht und der den Frieden ausströmt, lebt und hinausträgt.

(V7c) „Zieht nicht von einem Haus in ein anderes“:
Die Ausgesandten ziehen nicht von Haus zu Haus, um sich die schönsten, behaglichsten und alle Annehmlichkeiten bietenden Unterkünfte zu suchen.

(V8): „esst das euch Vorgesetzte!“
= die Jünger brauchen nicht darauf zu auchten, ob die Speisen den jüdischen Reinheitsvorschriften entsprechen

(V9a) „Heilt die Kranken, die dort sind“:
Wortgetreue Übersetzung: Heilt die in ihr (= in der Stadt, Anm.) Kranken.
Das griechische Wort, das oft mit „heilen“ übersetzt ist, heißt „therapeu-e-in“ und hat auch die Bedeutungen: Diener sein, bedienen, freundlich behandeln, für jemanden gut sorgen, pflegen, sorgsam umgehen mit jemandem, heilen. Im Wort „therapeu-e-in“ steckt das Wort „theré-in“ und das heißt „wärmen“.
Das griechische Wort, das hier mit „die Kranken“ übersetzt ist, hat auch die Bedeutungen: die Schwachen, die Kraftlosen, die Entkräfteten, die Unvermögenden, die Armen, die Unbedeutenden, die Machtlosen.

(V9b) und sagt ihnen: Nahegekommen ist auf (über) euch das Königtum (das Königreich, die Königsherrschaft, die Königsmacht) Gottes.
„Königtum Gottes“ bedeutet Gott, dessen Macht die unendlich große Liebe ist.

(V11) Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück.
keinen Dreck, Ärger oder Groll nehmen wir mit – nicht nachtragend sein.

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Bild zur Meditation

Paarweise Aussendung der 72 Jünger

Aussendung der 72 Jünger durch Jesus, (c) G. M. Ehlert

Jesus sendet 72 Jünger aus zur Verkündigung; G. M. Ehlert

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Impulse

„Ite! – Missa est!“

= „Geht! – Es ist (nun eure) Sendung!“
(Mit diesen Worten des Priesters endet die lateinische Messfeier)

Von der Kommunion zur Mission

Der HERR sucht aus – bildet aus – sendet aus:
–> für die Sendboten gilt:
im Gebet mit Gott verbunden bleiben;
und von IHM her den Sendungsauftrag mit Leben erfüllen!

Geht! „Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe“
– in eurer Wehrlosigkeit liegt eure Chance!

Euer erstes Wort soll eine Zusage Gottes sein:
– „Schalom“ = Gottes Friede gilt diesem Haus…

Das zweite ist: „Communio“ = Gemeinschaft:
– das Geschenk der Gastfreundschaft dankbar annehmen

Das dritte ist: Gottes Wirken ist heilsam:
– euer Wirken soll heilsam (= therapeutisch) sein

In all dem zeigt sich das Ziel der Mission (=Sendung der Christen):
„Das Reich Gottes ist euch nahe!“

In den Sendboten zeigt sich das Angesicht des Aussendenden:
„Wer euch hört, der hört mich,
und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab;
wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.“
(Lk 10,16)

„Ite! – Missa est!“
= „Geht! – (eure) Sendung ist jetzt!“

Bild und Text zu Lk 10,1-11: G. M. Ehlert, 28.06.2010

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Links:
–> zur 1. Lesung: Jes 66,10-13: Wie eine Mutter – so tröstet Gott
–> zum Antwortpsalm: Psalm 66: Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren
–> zur 2. Lesung:
–> zum Evangelium:

–> zu den Liturgischen Texten: siehe Schott: 14. Sonntag i.J.C

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 1. Juli 2019

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