Frucht des Herzens (8.C)

8. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 3. März 2019

Liturgische Texte zum 8. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 18,19.20)
Der HERR wurde mein Halt.
Er führte mich hinaus ins Weite,
er befreite mich, denn er hat an mir Gefallen.

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
deine Vorsehung bestimmt den Lauf der Dinge
und das Schicksal der Menschen.
Lenke die Welt in den Bahnen deiner Ordnung,
damit die Kirche
in Frieden deinen Auftrag erfüllen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem 1. Buch Jesus Sirach (Sir 27,4-7)
„Lobe keinen Menschen, ehe du ihn beurteilt hast“

Antwortpsalm: Ps 92,2-3.13-14.15-16
„Wie schön ist es, dem HERRN zu danken.“

2. Lesung: aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 15,54-58)
„Gott hat uns den Sieg geschenkt durch Jesus Christus“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Phil 2,15d.16a)
Halleluja. Halleluja.
Haltet fest am Worte Christi;
dann leuchtet ihr als Lichter in der Welt.
Halleluja!

Evangelium nach Lukas (Lk 6,39-45)
Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund

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EvangelientextLk 6,39-45 (Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert)

39 Er (= Jesus) sprach aber auch in (einer) Parabel zu ihnen

Kann etwa ein Blinder/ Verblendeter – einen Blinden/ Verblendeten führen?
Fallen nicht etwa beide in die Grube/ Zisterne hinein?

40 Nicht ist (der) Jünger/ Schüler über dem Lehrer/ Meister –
„von oben herab vollkommen gemacht“ aber jeder/ = aber jeder, der alles gelernt hat (wird sein) wie sein Lehrer/ Meister.

I. Hören und Sehen – mit einem klaren Blick

41 Was aber erblickst/ beachtest du – das Reisig/ den Splitter
das in dem Auge/ Blickenden deines Nächsten (ist)
aber den Balken, der in dem eigenen Auge/ Blickenden (ist) bemerkst du nicht/ richtest deinen Verstand nicht auf ihn?

42 Wie vermagst du zu sagen zu deinem Bruder (oder zu deiner Schwester):
Bruder (oder Schwester), gestatte, dass ich herausziehe das Reisig/ den Splitter/ das Ausgetrocknete (= karfos)
das in deinem Auge/ Blickenden (ist)
desgleichen, den Balken in deinem Auge/ Blickenden nicht beachtend?

O Heuchler/ Vortäuscher/ Blender!

Werfe heraus zuerst den Balken aus deinem Auge/ Blickenden
und dann wirst/ kannst du um dich blicken den Reisig/ Splitter
der in dem Auge/ Blickenden deines Nächsten (ist) herauszuwerfen.

II. Unterscheiden – im Blick auf die Frucht

43 Nicht nämlich ist (der) Baum – ein schöner/ idealer/ guter –
der macht in Fäulnisübergehende/ verderbliche Frucht; (= karpos)
auch nicht wiederum ein Baum – in Fäulnis übergehend/ verderblicher Baum,
der macht schöne/ ideale/ gute Frucht.

44 Jeden Baum nämlich – an der eigenen Frucht wird er erkannt;
nicht nämlich aus Disteln sammelt man Feigen
nicht aber/ und nicht aus (einem) Dornstrauch – man eine Weintraube erntet.

III. Handlungsoptionen – aus der Fülle des Herzen

45 Der gute/ wohlwollende Mensch bringt zum Vorschein
aus dem guten/ wohlwollenden Schatz des Herzens das Gute/ Wohlwollende

und der Üble* aus dem Üblen* bringt zum Vorschein
das Üble*

nämlich aus dem Übermaß/ Überfließen des Herzens redet sein Mund

* ponäros = a) das moralisch Verwerfliche = das Böse
.                  = b) das objektiv Mühsame u. Schmerzliche

 

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Bild zur Meditation:

„Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“ –
Was lasse ich in mein Herz hinein?

Lk-6-39a

Worauf richte ich meinen Blick? – zu Lk6,39-45; (c) G. M. Ehlert

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Impulse

Der Axtdieb:

Ein Mann fand eines Tages seine Axt nicht mehr.
Er suchte und suchte, aber sie blieb verschwunden.
Er wurde ärgerlich und verdächtigte den Sohn seines Nachbarn,
die Axt gestohlen zu haben.

Er beobachtete den Sohn seines Nachbarn ganz genau.
Und tatsächlich: Der Gang des Jungen war der Gang eines Axtdiebs.
Die Worte, die er sprach, waren die Worte eines Axtdiebs.
Sein ganzes Wesen und sein Verhalten waren die eines Axtdiebs.

Am Abend fand der Mann die Axt unter einem großen Holzstapel.

Am nächsten Morgen sah er den Sohn seines Nachbars erneut.
Sein Gang war nicht der eines Axtdiebes.
Seine Worte waren nicht die eines Axtdiebes
und auch sein Verhalten hatte nichts von einem Axtdieb.

nach Lao Tse

 

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Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

(aus dem Talmud = mündliche Lehre der Gesetze und religiösen Überlieferungen des Judentums nach der Babylonischen Gefangenschaft)

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Links:

–> zur 1. Lesung: –

–> zum Antwortpsalm: Psalm 92: Köstlich ist es, dem HERRN zu danken

–> 2. Lesung:

–> Evangelium: (Arbeitsübersetzung G. M. Ehlert)
siehe auch: „Die Feldrede Jesu im Lukasevangelium

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 8. Sonntag C

Gedenktage:

  • 3. März = Karnevalssonntag, 4. März = Rosenmontag –> Karneval
  • 6. März: Aschermittwoch (= Beginn der 40-tägigen österlichen Bußzeit)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 25. Februar 2019

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