Hochfest Geburt Christi

zu den Liturgischen Texten zum Weihnachtsfest

Zwischen Ochs und Esel

Auf vielen Krippendarstellungen sind auch sie zu finden:
der Ochse und der Esel – neben der Krippe mit dem Jesuskind.

Doch sowohl in der Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium – als auch in der Erscheinungsgeschichte im Matthäusevangelium werden sie nicht erwähnt.
Doch seit den ältesten Krippendarstellungen aus dem 4. Jahrhundert gehören Ochse und Esel unverzichtbar zur Darstellung des Weihnachtsgeschehens. Wieso eigentlich?

Einen Hinweis können wir im Buch Jesaja finden – gleich zu Beginn (Jes 1,3) heißt es dort in einem Spruch Gottes, des Herrn:

„Der Ochse kennt seinen Besitzer
und der Esel die Krippe seines Herrn;
Israel aber hat keine Erkenntnis,
mein Volk hat keine Einsicht.“

Erkennen wir – wie der Ochse an der Krippe – im Blick auf das Kind in der Krippe – Christus, unseren „Besitzer“ – zu dem wir seit der Taufe als Kinder Gottes angehören?

Erkennen wir – wie der Esel – die Futterkrippe unseres Herrn Jesus Christus – ihn selbst im Brot des Lebens, das er uns in der Eucharistie schenkt?

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zwischen Ochs und Esel – Weihnachtskrippe von G. M. Ehlert, 23.12.2016

„… zwischen Ochs und Esel“

Muh! – ich bin der Ochse
behäbig und doch stark:
mich drücken schwere Joche
vom Lasten-ziehen arg.

I-ah! – ich bin der Esel,
demütig und oft still:
i
ch werde schwer beladen,
auch wenn ich das nicht will.

Muh! – ich ziehe Furchen
im stein’gen Acker schwer:
ist’s Leben Ochserei nur –
oder gibt es da noch mehr?                                           

I-ah! – als Packesel beladen
trab‘ ich von Ort zu Ort:
nur manchmal werd‘ ich störrisch,
dann hör‘ ich auf kein Wort.

Muh! – beim Dreschen darf ich naschen
– original Gesetzes-Ton –
denn wer da eifrig schuftet,
hat Recht auf seinen Lohn!  

I-ah! – als Bileam sollt fluchen
da blieb ich Esel stehn:
ich hört‘ den Engel sagen:
Er soll segnend zum Volke geh’n!

Muh! – wie das Volk der Juden
so halt‘ ich, was Gott gebot:
wenn dann der Messias kommet,
wird wenden ER all‘ Not.   

I-ah! – wie weltweit viele Völker
such‘ Gottes Reich ich hier;
wenn einst SEIN König kommet,
wird reiten ER auf mir!

Muh! – in jenen kalten Nächten,
da habe ich gewacht:
wiederkäuend im Stall gelegen
und über vieles nachgedacht.  

I-ah! – so trug ich eines Tages
von Nazaret nach Betlehem:
Maria, die war schwanger –
und dann – dann war’s geschehn.

Im Stalle angekommen
bracht‘ sie ihr Kind zur Welt
und legt es in die Krippe,
den Retter, der erhellt.

Ihr Menschen, die ihr zweifelt
und steht wie’n Ochs‘ vor’m Berg:
wir geben euch ’ne Eselsbrücke:
wohl dem, der die sich merk:

„Der Ochs‘ kennt seinen Besitzer
und der Esel die Krippe seines Herrn!“
Wo wir an Krippen sind zu sehen:
da habet Christus von Herzen gern!   

(G. M. Ehlert)


Am Heiligen Abend: (24. Dezember)

Eröffnungsvers: (vgl. Ex 16,6-7)
„Heute sollt ihr es erfahren:
Der HERR kommt, um uns zu erlösen,
und morgen werdet ihr seine Herrlichkeit schauen.“

1. Lesung: Jes 62,1-5
Der Herr hat an dir seine Freude

2. Lesung: Apg 13,16-17.22-25
Aus Davids Geschlecht hat Gott dem Volk Israel Jesus als Retter geschickt

Evangelium: Mt 1,1-25
Stammbaum Jesu und seine Geburt aus der Jungfrau

In der Heiligen Nacht (Christmette oder Engelamt):

Eröffnungsvers: (Ps 2,7)
„Der HERR sprach zu mir:
Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.“

1. Lesung: Jes 9,1-6
Ein Sohn ist uns geschenkt; man nennt ihn: Fürst des Friedens

2. Lesung: Tit 2,11-14
Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten

Evangelium: Lk 2,1-14
Geburt Jesu in Betlehem u. Botschaft der Engel an die Hirten

Am Morgen (Hirtenamt): (25. Dezember)

Eröffnungsvers (vgl. Jes 9,1.5)
„Ein Licht strahlt heute über uns auf,
denn geboren ist uns der HERR.
Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst,
Vater der kommenden Welt.
Seine Herrschaft wird kein Ende haben.“

1. Lesung: Jes 62,11-12
Sieh her, jetzt kommt deine Rettung

2. Lesung: Tit 3,4-7
Gott hat uns gerettet aufgrund seines Erbarmens 

Evangelium: Lk 2,15-20
Die Hirten an der Krippe

Am Tag (Hochamt): (25. Dezember)

Eröffnungsvers (vgl. Jes 9,5)
„Ein Kind ist uns geboren,
ein Sohn ist uns geschenkt.
Auf seinen Schultern ruht die Herrschaft.“

1. Lesung: Jes 52,7-10
Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes

2. Lesung: Hebr 1,1-6
Gott hat zu uns gesprochen durch den Sohn

Evangelium: Joh 1,1-18 (Wortgetreue Übersetzung)
Meditation zum Johannesprolog 

Zum Fest des Heiligen Märtyrers Stephanus (26. Dezember):
siehe: „den Himmel offen sehen


Weitere Gedanken zum Weihnachtsfest:

„Gloria et Pax“ – ein Weihnachtsbild
Power-Point-Präsentation (5,28 MB)

Woher erlangen Menschen ihr Heil?“

Gottes schönstes Wort

Die geweihte Nacht der Christgeburt

Ein neuer Anfang

Ein Lied vom göttlichen Liebeswort“ (Der Johannesprolog)

Krippe + Kreuz + Krone

Christus kommt – kann er bei uns ankommen?

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

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