Hochzeit zu Kana

zum 2. Sonntag im Jahreskreis (C):
(20. Januar 2013) – Evangelium: Joh 2,1-12

Anfang der Zeichen Jesu bei der Hochzeit zu Kana
– ein Zeichen  wofür?

1. Familiensonntag: Alles im Lot?

– besondere Ausdruckshandlungen stärken die liebende Verbundenheit: z.B. Geschenk einer Rose zwischendurch:

Der Empfänger stellt nicht die Frage: woher kommt sie, oder wie ist sie beschaffen; sondern: wofür ist sie ein Zeichen? –  z.B. Ausdruck der Liebe am Jahrestag der Hochzeit…

2. Jesus verwandelt auf einer Hochzeit Wasser zu Wein

für den gläubigen Hörer des Johannesevangeliums bestand die Frage nicht (wie bei vielen heutigen Menschen) wie hat Jesus das gemacht?

sondern: wofür ist dieses Weinwunder ein Zeichen?

3. Der Symbolgehalt dieser Weinwundererzählung:

am dritten Tag: = jüdische Bezeichnung für den Dienstag;
= den bevorzugten Hochzeitstag, da es in der Schöpfungserzählung von Gott nur am dritten Schöpfungstag gleich 2 x heißt: „und Gott sah, dass es gut war!“ (Gen 1,10.12)

= der dritte Tag = Tag der Wende zum Heil (Hos 6,2);

und für Christen – klingt dabei mit: „am dritten Tage auferstanden von den Toten“

– fand eine Hochzeit statt
= der Lebensbund von Mann und Frau
= ein biblisches Bild für den Bund Gottes mit seinem Volk Israel
= für Christen – klingt dabei an: Christus ist gekommen, mit allen Menschen guten Willens einen neuen Bund zu schließen…

Der Symbolgehalt des Erzählablaufs:

Die Rolle der Gottesmutter Maria:
– sie macht Jesus auf eine Notsituation der Menschen aufmerksam: „Sie haben keinen Wein (mehr)“
– und ohne Wein kein Fest! – und ohne Fest ein missglückter Start ins gemeinsame Eheleben…

Die Reaktion Jesu: „Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen“ (= Einheitsübersetzung)
kann auf verschiedene Weise gehört und interpretiert werden:

(wörtlich übersetzt: „Was – mir und dir – Frau?“)

– Weist Jesus den Wunsch Mariens – ein Wunder zu wirken – zurück und distanziert er sich deutlich von seiner Mutter?

oder:
– „Was ist hier nun mir (dem Gottessohn) und was ist dir (der gebenedeiten Frau) aufgetragen? – Die Stunde meiner Verherrlichung (am Kreuz) ist doch noch gar nicht gekommen“

Die Aufgabe Mariens: die Not der Menschen Christus ans Herz zu legen; d.h. Maria ist unsere beste Fürsprecherin bei Christus: „Bitte für uns, Maria!“

Die Aufgabe Mariens ist es auch: die Menschen dafür vorzubereiten, dass sie das Wort Jesu aufnehmen und beherzigen. Maria wird hier zur „Mutter vom guten Rat!“. Ihr guter Rat – für alle Zeiten – lautet: „Was ER (= Christus) euch sagt (was immer es auch sein mag), das tut auf jeden Fall!

Was tut Jesus, damit das Wunderbare Zeichen geschehen kann – und was tragen die Diener dazu bei?

Jesus sagt zu den Dienern: „Füllt diese 6 steinernen Wasserkrüge (die für die Reinigung bestimmt waren) mit frischem Wasser!

= ein in den Ohren der Diener völlig unsinniger Befehl, da doch schon alle für das Festmahl sich gereinigt haben.

Doch – ohne den Sinn schon verstehen zu können – sie tun es auf Jesu Wort hin!!!

Die zweite Aufforderung Jesu: „Schöpft nun und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist.“ – bei der Befolgung dieses Wortes Jesu könnten sie ihren Job verlieren, wenn sie dem Chef Wasser anstatt Wein brächten. Doch sie tun es allein auf Jesu Wort hin!!!

4. Und so (kann auch heute) aus dem Wasser der köstliche Wein werden.

d.h. zwischen den Zeilen gelesen:

Wo Maria (= Bild für die Kirche) also, wo wir, die Kirche, die Sorgen und Nöte der Menschen Christus vortragen,

wo wir – die Kirche – die Menschen darauf vorbereiten, dem Wort Christi – wie immer es auch lauten mag – bedingungslos zu gehorchen

und wo wir Menschen – wie die Diener – das Wort Jesu, so wie wir es hören, in die Tat umzusetzen, da kann auch heute Wunderbares geschehen, da wird aus dem Wasser des Alltags, der Wein der Festesfreude und noch viel mehr…

da strahlt der Neue Bund auf, den Gott mit uns in Jesus Christus geschlossen hat.

Jesus sprach davon, dass dieses Zeichen ein „Vor-zeichen“ für das ist, was geschieht, wenn „seine Stunde“ = die Stunde der Verherrlichung der Liebe Gottes in seiner Hingabe am Kreuz, sich ereignet.

5. Wozu das Ganze?

„am dritten Tag“ fand eine „Hochzeit“ statt
mit der Auferstehung Jesu „am dritten Tag“ strahlt auf, dass nun mit der Hingabe Jesu bis zum Tod am Kreuz seine Verheißung beim letzten Abendmahl: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut“ geschlossen ist, den wir im Zeichen des Weines immer wieder zu seinem Gedächtnis vollziehen im Hinblick auf das himmlische Hochzeitsmahl, zu dem auch wir geladen sind.

Dem Kirchenvater Hieronymus (347-420) soll ein Spötter mal die Rechnung aufgemacht haben, wie das denn auf der Hochzeit zu Kana gewesen sein könne. Jesus habe da ja wohl über 300 Liter Wasser in einen Spitzenwein verwandelt. Wozu das Ganze? Die Hochzeitsgesellschaft habe doch schon gewiss ausreichend getrunken gehabt. Ob die dann diese ganze Riesenmenge auch noch gekippt hätten? „Nein“, habe Hieronymus dem Spötter geantwortet, „davon trinken wir heute noch“ – in jeder Eucharistiefeier von Neuem, bis Christus wiederkommt in Herrlichkeit.

Anfang der Zeichen Jesu auf der Hochzeit zu Kana - Batik (c) G. M. Ehlert

Anfang der Zeichen Jesu auf der Hochzeit zu Kana – Batik (c) G. M. Ehlert

siehe auch: „Hochzeit zu Kana

Die Magnifikat-Antiphon:
am Hochfest der Erscheinung des Herrn (6. Januar) fasst drei verschiedene Begebenheiten aus dem Leben Jesu zusammen: Die Begnung der Weisen aus dem Morgenland mit dem Jesuskind; die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes (ca. 30 Jahre später) und das Weinwunder Jesu auf einer Hochzeit zu Kana:

„Drei Wunder heiligen diesen Tag:

Heute führte der Stern die Weisen
zum Kind in der Krippe.

Heute wurde Wasser zu Wein
bei der Hochzeit.

Heute wurde Christus im Jordan getauft,
uns zum Heil.

Halleluja.“

siehe dazu: „Offenbarung und Wandlung

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