Weihnachten

„Gott ist gekommen.
Er ist da.
Und darum ist alles anders, als wir meinen.
Die Zeit ist aus dem ewigen Weiterfließen verwandelt
in ein Geschehen, das mit lautloser, eindeutiger Zielstrebigkeit
auf ein ganz bestimmtes Ende hinführt,
darin wir und die Welt
vor dem entschleierten Antlitz Gottes stehen werden.

Wenn wir sagen, es ist Weihnacht,
dann sagen wir:
Gott hat sein letztes,
sein tiefstes,
sein schönstes Wort
im fleischgewordenen Wort
in die Welt hineingesagt,
ein Wort,
das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann,
weil es Gottes endgültige Tat,
weil es Gott selbst in der Welt ist.

Und dieses Wort heißt:
ich liebe dich,
du Welt und du Mensch.“

(aus: Karl Rahner, SJ, Kleines Kirchenjahr, München 1954)

 
Gedanken zum Lied vom göttlichen Liebeswort: https://gmehlert.wordpress.com/2010/01/01/johannes-prolog/
 
zum 2. Weihnachtstag = Heiliger Stephanus

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