Christkönigssonntag


zum Christkönigssonntag (= letzter Sonntag im Lesejahr B) – 25. November 2012

Evangelium: Joh 18,33-37

(Nachdem die Vertreter des Hohen Rates der Juden – draußen vor dem Amtssitz – vor Pilatus ihre Anklage in Bezug auf Jesus vorgebracht hatten):

(Joh 18,33):
Ging also Pilatus* abermals ins Prätorium** hinein,
ließ Jesus rufen und sprach zu ihm:
Bist du (oder: Du bist) der König der Juden?***

*Pontius Pilatus war von 26-36 n. Chr. römischer Statthalter
in Judäa und Samaria.
**Das Prätorium ist der Amtssitz des römischen Statthalters in Jerusalem,
Es stimmt mit der römischen Gerichtsverfahrensweise überein,
dass der Richter die Parteien einzeln befragt,
also auch dem Angeklagten Raum zur Rede einräumt.
***Pilatus hat an den religiösen Streitfragen der Juden
(ob Jesus „der Sohn Gottes“ sei) kein Interesse.
Seine Frage an Jesus kann nur eine politische sein,
er fragte ihn, ob er der König der Juden sei.

34 Antwortete Jesus:
Sagst du das aus dir
oder haben andere es über mich gesprochen?

35 Antwortete Pilatus:
Bin ich denn ein Jude?
Deine Volksgemeinschaft und die Hohenpriester
haben dich mir ausgeliefert.
Was hast du getan?

36 Antwortete Jesus:
Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.
Wenn von dieser Welt mein Königtum wäre,
so hätten meine Amtsdiener gekämpft,
dass ich den Juden nicht ausgeliefert worden wäre.
Nun aber ist mein Königtum nicht von hier.

37 Sprach nun Pilatus zu ihm:
Also bist du doch ein König?

Antwortete Jesus:
Du – du sagst (es), dass ein König ich bin.
Ich – ich bin dazu geboren
und dazu in die Welt gekommen,
dass ich für die Wahrheit zeuge.
Jeder, der aus der Wahrheit ist,
hört meine Stimme.

 38 Sagt Pilatus zu ihm:
Was [wer] ist Wahrheit?

Jesus sagt, er sei in die Welt gekommen,
um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen.
Pilatus versteht diesen Begriff im selben Sichtwinkel wie wir,
wenn wir heute über Wahrheit diskutieren.
Pilatus muss sich fragen, was denn Wahrheit überhaupt sei.
Doch die Wahrheit, die Jesus meint,
hat nichts mit wissenschaftlicher Erkenntnis
und Überprüfbarkeit zu tun.
Mit „Wahrheit“ spricht Jesus das heilende und erlösende Wirken Gottes an,
in dessen Dienst er steht.
(Er – als gottmenschliche Person – ist die Wahrheit!)

Passionsweg Christi – Station 6: Verurteilung – (c) G. M. Ehlert

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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