Versuchungen Jesu

zum 1. Fastensonntag: Evangelium von der Versuchung Jesu in der Wüste (Mt 4,1-11; Mk 1,12-13; Lk 4,1-13)

Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt;
     dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden
… und es kamen Engel und dienten ihm.“

       (Mt 4,1 u. 11)

Versuchung Jesu in der Wüste

© Bild und Gedanken zur Versuchung Jesu
Georg Michael Ehlert, 05.02.2008

  • Wovon leben wir?

teuflisch geschickt ist die Aufforderung:
mach dir selbst, was immer du auch haben willst:
–         aus Steinen mach Brot;
–         aus Geld mach Freunde;
–         aus medizinischem Wissen mach Gesundheit.

Doch du, Herr Jesus, sagst:
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Mt 4,4)

 Du allein kannst unseren Lebenshunger stillen,
wenn wir auf unser Haben Wollen verzichten.
Herr, erbarme dich. 

  • Wem können wir wirklich vertrauen?

teuflisch geschickt ist der Überzeugungsversuch –
mit Berufung auf die Heilige Schrift:
überprüfe doch auf eigene Faust die Zusagen Gottes,
–         dass er dich stets behüte,
–         dass dir nichts Böses geschehen kann,
–         dass du immer sicher getragen wirst. 

Doch du, Herr, sagst:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“(Mt 4,7) 

 Herr, du wirst unsere Glaubenskraft stärken,
wenn wir auf solches Überprüfen Wollen verzichten.
Christus, erbarme dich. 

  • Vor wem gehen wir in die Knie?

teuflisch geschickt ist das Versprechen:
unterwirf dich
–         der Macht des Geldes;
–         der Macht der allgemeinen Meinung;
–         der herrschenden Mode,
dann gehört dir die ganze Welt.

Doch du, Herr, sagst:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“(Mt 4,10) 

 Du, Herr, kannst mit uns dein Reich der Gerechtigkeit und der Liebe aufbauen,
wenn wir auf unser Teil-Haben Wollen an der Macht der Mächtigen verzichten.
Herr, erbarme dich.

 

Haben – gelten – herrschen wollen…
oder
… verzichten – beten – teilen können

 Gott, wir möchten viel besitzen,
was unser Leben angenehm macht.
Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen
immer mehr haben zu wollen,
–          an materiellen Gütern
–          an all dem, was unseren Lebenshunger doch nie stillen kann.
Zeige uns im Fasten, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden für das, was du uns geben willst.

 Gott, wir wollen gut angesehen sein bei den Menschen
oder sogar im Rampenlicht stehen.
Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen,
bei den Menschen  als etwas Besonderes gelten zu wollen,
–          indem wir mit unseren Vorzügen prahlen
–          oder indem wir unsere Fähigkeiten zur Schau tragen.
Zeige uns beim Beten, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden für das, was du durch uns wirken willst.

 Gott, wir möchten oft Einfluss haben
und unseren Willen durchsetzen.
Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen,
über andere bestimmen zu wollen,
–          und andere mit unserer Macht zu beherrschen,
–          oder die Güter der Erde nur für uns zu gebrauchen.
Zeige uns im solidarischen Teilen, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden, damit deine Gerechtigkeit beginnen kann.

 Gott, führe du uns,
damit wir nicht der Versuchung erliegen,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

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