Ziel: Liebe

 

Gedanken zum 6. Sonntag der Osterzeit (B):Vocem iucunditatis“

Eröffnungsvers:

Verkündet es jauchzend, damit man es hört!
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Ruft: Der HERR hat sein Volk befreit. Halleluja.

 

Die Neuformulierung des zentralen Doppelgebotes der Liebe
im Johannesevangelium Kapitel 15, Verse 9 – 17:

9 So wie mich (schon immer) geliebt hat der Vater,
so habe auch ich euch (schon immer) geliebt.
Bleibt in der Liebe von mir.

     10 Sooft die Innenziele von mir ihr hütet,  
     werdet ihr bleiben in der Liebe von mir  –
     so wie (auch) ich die Innenziele des Vaters von mir gehütet habe
     und in der Liebe von ihm bleibe. –

          11 Dieses habe ich zu euch gesagt,
          auf dass die Freude von mir in euch sei
          und die Freude von euch voll werde. –

               12 Das ist das Innenziel von mir:
               auf dass ihr einander liebt,
               so wie ich euch (schon immer) geliebt habe

                    13 Größere dieser Liebe hat nicht einer,
                    als dass irgendeiner das Leben/die Seele gebe
                    für die Freunde von ihm.

               14 Ihr (nämlich) meine Freunde seid ihr,
               sooft ihr tut, was ich euch als Innenziel gebe.

          15 Nicht mehr nenne ich euch Sklaven,
          da der Sklave nicht gewahrt,
          was der Herr von ihm tut.
          Euch aber habe ich genannt Freunde,
          denn alles, was ich gehört von meinem Vater her:
          euch habe ich es kundgetan.

     16 Nicht ihr auserwähltet mich,
     sondern ich auserwählte euch.
     Und ich habe euch bestellt,
     dass ihr hingeht und Frucht tragt
     und eure Frucht bleibt;
     auf dass, was ihr vom Vater erbittet,
     er euch gebe – in meinem Namen.

17 Dies Innenziel gebe ich euch:
auf dass ihr liebet einander!

 

„Bleibt in meiner Liebe“

= In der liebenden Annahme des göttlichen Geschenkes, dass in der Lebenshingabe Jesu bis zum Tod am Kreuz, Gott selbst uns seine Liebe erweist, vollzieht sich unsere Liebe zu Gott (= Du wirst den HERRN, deinen Gott lieben von ganzem Herzen…). –> Wer sich so von Gott geliebt weiß, dessen Freude ist bis an den Rand gefüllt!

Liebt einander, wie ich euch geliebt!“

= In dem freudigen Mitwirken am Schöpfungs-, Erlösungs- und Heiligungswerk Gottes im Geiste Jesu, d.h. im Geist seiner Liebe, vollzieht sich unsere Liebe zum Nächsten (= Du wirst deinem Nächsten Liebe erweisen dir gleich!) –> In der freundschaftlichen Liebe zueinander erweisen wir uns des Geschenkes der Freundschaft Jesu würdig.

Handeln aus Zwang, aus Berechnung oder aus Liebe:
zu Johannes 15,15

„Ich nenne euch nicht mehr Knechte
denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut;
vielmehr habe ich euch genannt Freunde,
denn ich habe euch alles mitgeteilt,
was ich von meinem Vater empfangen habe.“

Drei unterschiedliche Weisen menschlichen Handelns:

  • als Zwangsarbeiter

= Handeln gemäß dem Auftrag des Herrn, um Bestrafung zu vermeiden;

wer aus einer solchen Einstellung im Blick auf Gott lebt, der fürchtet ihn als strengen Tyrannen

  • als Knecht/Lohnarbeiter

= Handeln gemäß dem Auftrag des Herrn in Erwartung eines Lohnes;

wer aus einer solchen Glaubenshaltung lebt, der anerkennt Gott als einen gerechten Richter, der das Gute belohnt und das Böse bestraft

  • als Sohn/Tochter bzw. Freund

= Handeln aus einem inneren (An-)Erkennen des Notwendigen

wer sich so in der väterlich/mütterlichen Liebe Gottes geborgen weiß, der handelt voll Dankbarkeit aus dem Bewusstsein: „Was dein ist – ist genauso auch mein“ er ist bereit zu einem freudigen Mitwirken am Schöpfungs- Erlösungs- und Heiligungswerk Gottes im Geist der Liebe.
 

Jesu heilsame und froh machende Botschaft:

Jesus sagt allen zu, die mit ihm durch seine „Schule des Lebens aus der Liebe“ gegangen sind, dass sie wahrhaft seine Freunde geworden sind – d.h. Menschen, die aus dem gleichen Geist der Liebe ihr Handeln bestimmen lassen. In diesem Geist der Liebe mit Jesus verbunden werden auch sie einander lieben, wie Jesus sie geliebt hat.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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