Schlagwort-Archive: Gleichnis

Kleines Senfkorn

„Kleines Senfkorn

Glaube, Hoffnung, Liebe…“

Gedanken zum Evangelium vom 11. Sonntag im Jahreskreis B:
Markusevangelium 4,26-34

Wir schauen oft auf das Große, auf das, was Schlagzeilen macht…

Gott schaut vor allem auf das Kleine, und auf die große Kraft, die im Kleinen steckt. –

Das Gleichnis Jesu von der automatisch wachsenden Saat (Mk 4,26-29),  und das Gleichnis vom winzigen Senfkorn, das eine große Staude werden kann (Mk 4,30-32), veranschaulichen dies.

Das Senfkorn „ist das kleinste von allen Samenkörnern… und wird größer als alle anderen (Garten-)Gewächse.“

Wenn vom „Senfkorn“ die Rede ist, denken viele von uns an die gelbbraunen Körner, wie sie z.B. in einem Glas mit Gewürzgurken zu sehen sind.

Senfkörner - als Gewürz

Senfkörner - als Gewürz

Doch diese ca. 3 mm großen Senfkörner sind nicht gemeint, wenn Jesus von dem Senfkorn als dem „kleinsten von allen Samenkörnern“ spricht.

Der Same vom „Schwarzen Senf“ ist ca. 0,5 mm klein… doch was daraus wird – eine Senfstaude von 4 m – ist bis zu 8.000x so groß!

Ein Größenvergleich:

Wenn eine ca. 2 cm große Eichel es der Wachstumskraft eines Senfkorns gleich tun wollte, müsste daraus eine Eiche entstehen, die 160 m groß würde.

Gleichnis vom Senfkorn

Schwarzer Senf: Fruchtkapsel u. winzige Samenkörner

Schwarzer Senf: Fruchtkapsel u. winzige Samenkörner

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen,
mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?

Es gleicht einem Senfkorn.

Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern,
die man in die Erde sät.

 

 
Senfstaude - ca. 4 m groß

Senfstaude - ca. 4 m groß

Ist es aber gesät,

dann geht es auf

und wird größer als alle anderen Gewächse

und treibt große Zweige,

so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“

(Mk 4,30-32)

Säen wir unsere senfkornkleine Glaubenskraft, unsere senfkornkleine Liebesbereitschaft und unseren senfkornkleinen Hoffnungsfunken in den Mutterboden des Alltags hinein –

und warten wir dann geduldig ab, was daraus wachsen kann, das anderen gut tut.

zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Eingeladen zum Fest des Glaubens…

Vom königlichen Hochzeitsmahl: Mt 22,1-14

"Wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen?"

"Wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen (ohwohl dir ein Gewand angeboten wurde)?

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, die Mörder zu töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen zu lassen. Darauf sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte (er hatte auch  keines der angebotenen Gewändern angenommen). Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.

Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt. 

 

Wofür steht das Hochzeitsgewand?

Papst Gregor der Große deutet es so:

 

“Was anderes als die Liebe sollen wir unter dem hochzeitlichen Kleide verstehen? Denn jener geht zu dem Hochzeitsmahle, findet sich aber mit einem hochzeitlichen Kleide angetan bei demselben nicht ein, der zwar in der heiligen Kirche neben den andern ist; aber die Liebe nicht hat. Und gewiss mit vielem Grunde nennen wir die Liebe das Hochzeitkleid. Selbst unser Erlöser war mit diesem Kleide angetan, als er in der Absicht vom Himmel kam, sich mit seiner Braut, der Kirche, zu vermählen. Einzig durch die Liebe unsers Gottes geschah es, dass sein Eingeborner die Herzen der Auserwählten mit sich vereinte. Deswegen sagt auch der heilige Johannes: ‚So hat Gott die Welt geliebt, dass er für uns seinen Eingebornen Sohn dahin gab.’ Der also durch die Wege der Liebe zu den Menschen gekommen ist, hat deutlich genug zu erkennen gegeben, dass eben diese Liebe das Hochzeitkleid ist. Wer immer also aus euch in die Kirche eingegangen ist und dem Worte Gottes seinen Glauben verpflichtet hat, der ist schon in den Hochzeitsaal eingetreten; wenn er aber dabei die Liebe nicht hat, so ist er ohne Hochzeitkleid hineingekommen. Und gewiss, meine Brüder! Wenn je einer aus euch zu einem Hochzeitfest geladen wäre, würde er ohne Zweifel seine Kleider wechseln, und selbst durch eine anständige Kleidung beweisen und zeigen wollen, dass er an dem Freudenfeste des Bräutigams und der Braut freudigen Anteil nehme, und er würde sich schämen, vor einer muntern und feierlichen Gesellschaft mit einem verächtlichen Kleide zu erscheinen. Und wir kommen zu einem göttlichen Hochzeitmahl, und ändern den innern Anzug der Seele nicht. Die Engel erfreuen sich, wenn die Auserwählten in den Himmel aufgenommen werden; wie unbedeutend sind also die geistlichen Feierlichkeiten in unsern Augen, die wir nicht einmal die Liebe, jenes Hochzeitkleid anziehen, das uns allein zieren könnte?”

(Homilien 38, 8 – 13).

Kirche = Gemeinschaft der Heiligen:

-         gerufen aus dem irdischen Alltag heraus;

-         geläutert (u. bekleidet mit dem Festgewand)

-         und so geheiligt für die Teilnahme

am himmlischen Hochzeitsmahl

 vgl. 3-Stände-der-Kirche

Grafik: (c) G. M. Ehlert, 06.10.2008

zum Seitenanfang ______________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert