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Bild Gottes

Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis A =
Matthäus 22,15 – 22 – “Gebt dem Kaiser zurück, was des Kaisers ist, Gott aber, was Gottes ist”

Darauf gingen die Pharisäer – beratschlagten zusammen, wie sie ihn umklammernd binden könnten
aufgrund eines Wortes.  

Und sie sandten ab zuihm
die Jünger von ihnen
(zusammen) mit den Herodianern und sagten

„Lehrer,
wir wissen, dass du wahr(haftig)bist
und den Willen des Gottes in Wahrheit lehrst
und nicht kümmert dich (das Urteil) von irgendeinem;
nicht nämlich blickst du auf das Zuaugende (= äußeres Ansehen) des Menschen

Sprich nun zu uns, was du meinst:
Ist es erlaubt zu geben den Zensus (= Kopfsteuer) dem Kaiser oder nicht? 

Es hatte aber erkannt (der) Jesus die Bosheit von ihnen – so sprach er:
„Was versucht ihr mich, ihr Durchtriebenen (= Schauspieler/Heuchler)? 

Zeiget her mir die Gesetzliche (= Münze) des Zensus. 

Die aber brachten herbei ihm einen Denar.

Und er sagt (zu) ihnen:
wessen (ist) das Bild daselbst
und die Aufschrift?

Sie sagen ihm:
Des Kaisers. 

Darauf sagt er zu ihnen:
„Gebt zurück also das des Kaisers
dem Kaiser
und das des Gottes dem Gott. 

Und da sie dies gehört hatten, staunten sie,
und sie ließen ihn und gingen fort.

 (Mt 22,15-22)

siehe dazu meine (Bild-)Meditation:
Prägende Kraft (zu Mt 22,15-21)

Tageslohn

Zum Gleichnis Jesu von der Entlohnung der Arbeiter im Weinberg des Herrn (Matthäusevangelium 20,1-16)
siehe Bild und Gedanken:

http://gmehlert.wordpress.com/2008/10/06/arbeiter-im-weinberg-des-herrn-mt-201-16/

„oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?“

1.       Das ist doch ungerecht…

welcher Lohn wäre denn gerecht?
gleicher Lohn für gleiche Arbeit
-          also: wer 1 Stunde arbeitet, bekommt nur 1/12 dessen, der 12 Stunden arbeitet?

-          oder: wer in 1 Stunde so viel arbeitet, wie andere in 12 Stunden – sollen beide das Gleiche bekommen?

oder: welcher Lohn wird dem Menschen gerecht?
- soll der mehr Lohn bekommen, der sich mehr bemüht hat?

oder: welcher Lohn ist sozial gerecht?
- soll mitberücksichtigt werden, ob einer Frau und Kinder von dem Lohn seiner Arbeit mitversorgen muss?

2.       Das bessere Los – Arbeiter der 1. oder der 12. Stunde?

Was würden Sie mit Blick auf das heutige Evangelium wählen: lieber Arbeiter der 1. Stunde oder Arbeiter der 12. Stunde zu sein.

Vorrang für schnell verdientes Geld? – oder:

Vorrang für Arbeit?

Arbeiter der 1. Stunde – zwar mühevolles Arbeiten – aber die Gewissheit, am Abend seine Familie ernähren zu können: „Mein Leben für diesen Tag ist gesichert.

Arbeiter der 12. Stunde – zwar wenig mühevolle Arbeit – aber 11 Stunden lang die bedrängende Sorge, ob es für die Familie an diesem Tag „das tägliche Brot“ geben wird.

Der Blick des Neides verzerrt die Wirklichkeit und hat keinen Blick mehr für die Barmherzigkeit des Gutsherrn, die über die Gerechtigkeit hinausgeht angesichts der Nöte der betroffenen Menschen:

3.       Die Situation auf dem Arbeitsmarkt

Ein Blick auf den Arbeitsmarkt damals u. heute:
Es gab Selbständige; fest Angestellte oder Tagelöhner
Man war (in der Regel) Tagelöhner.
Das bedeutet aber: Ein Taglöhner wurde jeden Tag, wenn er sich morgens angestellt hatte, modern gesprochen beim Arbeitsamt, damals auf dem Marktplatz, dann wurde er für einen Tag zur Arbeit angeworben. 

Das bedeutet eine total ungesicherte Existenz. So ein Mann, so ein Familienvater weiß ja nicht, ob er morgen jemanden findet, der ihn anwirbt, der ihm Brot gibt. Eine total ungesicherte Existenz, diese Situation des Arbeitslosen und des Tagelöhners. In diese Situation passt die Vater-unser-Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ genau hinein.

4.       Ein ungewöhnlicher Arbeitgeber

Und wenn hier in unserem Gleichnis der Gutsbesitzer allen einen Denar gibt, dann bedeutet das: Jeder, der in seinem Weinberg gearbeitet hat, hat so viel bekommen, dass er für einen Tag seine Familie ernähren kann, nicht mehr und nicht weniger.

Letztlich steht hinter dieser Haltung des Gutsbesitzers die Erfüllung der Vaterunserbitte: Gib uns heute das, was wir für diesen Tag nötig haben. Und genau das tut der Gutsbesitzer hier.

So handelt Gott

Und dieser Gutsbesitzer ist zu jedem Einzelnen so gut, dass er dafür sorgt, dass die Familie am nächsten Tag etwas zu essen hat.

So handelt Gott:

-          gerecht: Er steht zu seinem Bund

-          und barmherzig: Er gibt auch denen, das zum Leben Notwendige, die keine entsprechende Leistung erbringen können

5.       Wir = die Verwalter des göttlichen Vermögens

Am Ende dieses Gleichnisses ist es so eigenartig. Der Gutsbesitzer ist zwar selber hingegangen zum Marktplatz und hat die Leute angeworben, aber er zahlt ihnen nicht selber den Lohn aus, das überläßt er seinem Verwalter. Mit diesem Gutsbesitzer ist ja Gott gemeint. Könnte es sein, dass wir die Verwalter sind, denen Gott anvertraut, den Lohn auszuzahlen an die Menschen heute. Und dann ist die Frage, zahlen wir den Lohn, indem wir berechnend sind,

oder zahlen wir den Lohn aus entsprechend dem gütigen Herzen Gottes? – aus dem Geist der Caritas?

Es ist zwar zu verstehen, dass sich Ärger über so viel großzügige Güte verbreitet, aber die Frage „Bist du etwa neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?” entwaffnet die Verärgerten. Sich mitfreuen können oder sich von großzügiger Güte anstecken lassen, sind Alternativen zum Murren und zum Ärger.

Alternative Wege gehen Frauen und Männer, die in Einsätzen, Gebeten und Spenden Herz zeigen und Hände öffnen.