Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit,
und wer die Heilige Schrift nicht kennt,
der kennt weder Gottes Kraft noch seine Weisheit:
die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.
Hieronymus, (347 – 420 n.Chr.) lateinischer Kirchenvater
Vom vierfachen Schriftsinn:
Ein mittelalterlicher Vers fasst vier verschiedene Betrachtungsweisen eines Textes aus der Heiligen Schrift knapp zusammen:
„Littera gesta docet,
quid credas allegoria;
moralis quid agas,
quo tendas anagogia.“
frei übersetzt:
Der Buchstabe lehrt das Geschehene, (historische Dimension)
die Verbildlichung zeigt an, was du glauben sollst, (theologische Dimension)
die (darin enthaltene) Moral – was du tun sollst, (ethisch/moralische Dimension)
das „Hinaufführende“ zeigt an worauf hin du dich ausspannen darfst (eschatologische Dimension)
So bieten sich folgende Betrachtungsschritte für die Meditation von Bibelabschnitten an:
1. Nimm und lies!
à und erfasse den buchstäblichen Sinn
2. Betrachte und bedenke!
à entdecke darin den Glaubenssinn
3. Sprich mit Gott!
à nimm die Lebensweisung Gottes an
4. Erhebe deine Seele, geh hin und handle!
à nimm die Hoffnung der Verheißung in dein Herz auf
und dann geh und handle danach.
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